KURZE VERSION:
Nicht kaufen. Nicht als Geschenk annehmen. Ist unbrauchbar.
LANGE VERSION:
Geschrieben von drei Autoren wurde etwas geschaffen, das die Bezeichnung "Lexikon" nicht verdient - passender ist "mittelmäßiger Erzählband".
Großartig recherchiert (wie es angepriesen wird) ist das nicht, sondern eine wilde Aneinanderreihung von Anekdoten und Mythen, zwischen denen ein Bildchen auftaucht. Die Deutung und Einbettung der Symbole in historische Entwicklungen wird von den Autoren wertend vorgenommen (etwa "ritueller Blödsinn") und mit politisch-moralischen Aussagen umgeben.
Wissenschaftlich arbeiten kann man damit nicht.
Hätte man in der Werbung für das Buch einfach geschrieben, was im Vorwort steht (keine "dogmatische Aufbereitung wie in anderen Symbollexika üblich" sondern spielerisches Heranführen, eher einem breiten Publikum zugedacht, das "fachlich nicht verbildet" ist), dann wäre die Zielgruppe gleich klar.
Die unterste Schublade ist das Kapitel "Symbole des Alltags", in dem versucht wird, besonders witzig zu sein (in der Art von R.A. Wilson und Timothy Leary, der zu Beginn des Kapitels zitiert wird), was aber nicht gelingt sondern nur ärgerlich ist. Der Ansatz, kritisch den erlernten und wenig hinterfragten Gebrauch von Symbolen aufzudecken, geschieht ebenfalls im Stil von "Die Speisekarte ist nicht das Essen" und versinkt in Wortspielen, die direkt aus den 70er Jahren kommen könnten. Kommentare etwa unter einem stilisierten, lächelnden Mund "Immer fest die Zähne zusammengebissen und fröhlich gelacht", unter dem Symbol eines Campingwagens "Vorsicht: im Freien herumstehende, eventuell noch bewohnte Schneckenhäuser" u.s.w. machen hoffentlich klar, in welchem Stil das Buch geschrieben wurde.
Wenn ein Diplom-Psychologe und eine Diplom-Heilpädagogin sich mit Symbolik befassen, C.G.Jung für eine ernsthafte Referenz halten, und als dritten Autor jemanden ins Boot holen, der der "modernen mythischen Jugendbewegung" nahesteht, dann kommt etwas heraus wie dieses angebliche Lexikon.