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Lexikon der Psycho-Irrtümer: Warum der Mensch sich nicht therapieren, erziehen und beeinflussen lässt
 
 

Lexikon der Psycho-Irrtümer: Warum der Mensch sich nicht therapieren, erziehen und beeinflussen lässt [Kindle Edition]

Rolf Degen
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Es ist immer wieder erschreckend, aber auch befreiend und belebend, wenn Selbstverständlichkeiten umgestürzt werden. Ein solcher Hammerschlag ist das «Lexikon der Psycho-Irrtümer» des Wissenschaftsjournalisten Rolf Degen. «Warum der Mensch sich nicht therapieren, erziehen und beeinflussen lässt» – der Untertitel verrät, dass es Degen nicht um die Infragestellung einiger Kuriosa zu tun war; er ging aufs Ganze. Das Buch erschien vor vier Jahren, aber erst jetzt ist es als Taschenbuch greifbar; es gibt nun also auch für einkommensschwache Leute aus der Branche keine Entschuldigung mehr, es nicht zu lesen. «Psychotherapie hat die Macht, Menschen von seelischen Störungen und Neurosen zu heilen»; «Die Massenmedien üben gewaltige Wirkungen auf das Bewusstsein und das Verhalten der Menschen aus»; «Viele organische Krankheiten haben psychosomatische Ursachen»; all diese und viele «Selbstverständlichkeiten» mehr wirft Degen über den Haufen. Ohne Eifer, ohne Zorn, einfach indem er die wissenschaftlichen Befunde der vergangenen Jahre zusammenfasst.
Das erstaunlichste Kapitel behandelt den Mythos, der da lautet: «Die Persönlichkeit des Menschen wird durch seine Erziehung bestimmt.» Degen zitiert diverse Langzeitstudien über den Zusammenhang von Sozialisation und späterem Charakter. In den meisten Fällen konnte nur eine schwache Korrelation festgestellt werden. Am erstaunlichsten ist der Fall der Pionierin der Erziehungsforschung, Eleanor Macoby von der Stanford-Universität, auf die sich die Vertreter des Erziehungs-Primats immer noch beziehen. Sie selber redet nämlich nach Jahrzehnten der empirischen Forschung ganz anders: «Die Ergebnisse dieser Arbeit sind in vielerlei Hinsicht zutiefst enttäuschend.» Aus der Nähe betrachtet, gebe es praktisch nichts, was elterliche Erziehungspraktiken und spätere Persönlichkeit der Kinder verbinde. Dieser Befund – dass der Einfluss des Milieus relativ irrelevant für die spätere Entwicklung ist – gilt wohlgemerkt sogar für extreme Fälle wie Scheidungs-, Waisen- oder Heimkinder. Warum sich der Mythos von der elterlichen Wichtigkeit trotzdem hält, hat wohl mit mütterlicher und väterlicher Selbstüberschätzung zu tun. Dabei hat die Einsicht in die eigene Ohnmacht ja durchaus auch etwas Entlastendes.

Die Weltwoche

Weitere Pressestimmen

»Degen, ein ausgewiesener Kenner der Psycho-Szene, tritt zu einem furiosen Generalangriff auf die Seelenkundler an. In seiner pointenreichen Polemik reißt er psychotheoretische Eckpfeiler ein.«

Der Spiegel


Sonderausgabe: Nicht nur mit einem Vorwort, mit einem Vorsatz von Eckart von Hirschhausen

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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Psychologische Aufklärung 5. November 2011
Format:Kindle Edition
Aus Perspektive der empirischen Psychologie, also mit Hilfe statistischer Auswertungen, wissenschaftlicher Umfragen und von Laborexperimenten, untersucht Rolf Degen in seinem Lexikon der Psychoirrtümer, ob sich die Behauptungen verschiedener psychologischer Strömungen und Schulen empirisch bestätigen lassen.

Degen kommt zu einem vernichtenden Ergebnis. Verschiedenste Therapiemethoden, von der Psychoanalyse bis zur Verhaltenstherapie, haben alle denselben Nutzen: den einer Zuckerpille. Laien können die Gefährlichkeit von Straftätern ebenso verlässlich einschätzen wie Experten: gar nicht. Die Massenmedien haben keinen Einfluss auf die Ansichten der Menschen, sondern es ist umgekehrt so, dass erfolgreiche Zeitungs- und Fernsehberichte auf das eingehen, was die Leute interessiert. Auch Werbung hat einen geringeren Nutzen, als häufig angenommen wird.

Es gibt keine Projektion. Es gibt keine Verdrängung. Es gibt keine multiplen Persönlichkeiten. Hypnose ist Schauspielerei. Und Meditation hat in Hinblick auf neurophysiologische Wirkungen bestenfalls den Effekt eines Nickerchens. Nahtoderfahrungen sind kulturabhängige Fabrikationen unseres Bewusstseins, keine Botschaften aus einem Leben danach.

Es wird spannend zu beobachten sein, wohin die Reise geht. Bis dahin sollte man sich dieses Buch besorgen, um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden und Geld für Therapeuten zu sparen. Selbsthilfegruppen liefern nämlich dieselben oder bessere Ergebnisse.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von paperback
Format:Kindle Edition
Wie schon vom Autor beschrieben entsteht natürlich Widerstand gegen die Aufgabe liebgewonnener Einstellungen. Kann das wirklich alles Mumpitz sein, was man/frau sich da die letzten Jahre angelesen hat? Meiner Meinung nach wird zuwenig betont, dass verschiedene Therapiemethoden dieselben Ergebnisse bringen - sowohl in der Schulmedizin als auch in der Psychologie - weil der Betroffene glaubt, dass diese eine Therapie ihm helfen wird. Was mir auch fehlt sind neuere Erkenntnisse aus der Spiegelneuronenforschung,obwohl diese Ende der 90er des letzten Jahrtausends gefunden wurden.Was wohl daran liegt, dass die gedruckte Ausgabe von 2004 stammt. Das veranlasst mich auch zu der Annahme, dass auch noch andere, aktuellere Ergebnisse fehlen. Vieles bezieht sich auf Forschungen der 80er Jahre, und da es laufend neue Erkenntnisse gibt, ist Einiges sicher wieder überholt.
Der Stil an sich ist mir etwas zu leger, sollte wohl ironisch sein, trifft es aber nicht immer. Immerhin leicht und flott zu lesen.
Insgesamt trotzdem 3 Sternchen, da das Buch einen zwingt, sich selber Gedanken zu machen, kritisch wissenschaftliche Ergebnisse zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
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billige Polemik 23. Mai 2012
Von Ulrich
Format:Kindle Edition
tja, leider keinerlei empirischen Belege für die Behauptungen des Autors darf erwarten, wer sich zur Effektivität von Psychotherapie schlau machen will ... lediglich "der und der hat das auch gesagt" bekommt man in unterschiedlichen Varianten präsentiert. Seriöse Daten, Metaanalysen, Cochrane, Gutachten des WfB etc.? Fehlanzeige - passt ja auch nicht zu der ach-so-provokanten These des Autors.

Verschenkte Zeit ist's, in dieses Buch zu blicken.
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&quote;
Besonders »Offenheit für neue Erfahrungen«, also die Tendenz, originell, kreativ, phantasievoll und künstlerisch zu sein, wird nach dieser und vielen anderen Erhebungen stark von den Genen bestimmt. Aber auch Gewissenhaftigkeit, Geselligkeit (Extraversion), Verträglichkeit, emotionale Stabilität und Anfälligkeit gegenüber Stress wird erheblich von den Anlagen gespeist, ebenso die politische Grundhaltung (etwa »Traditionalismus«) oder die Religiosität eines Menschen und sogar dessen Abhängigkeitsrisiko gegenüber verschiedenen Drogen. &quote;
Markiert von 8 Kindle-Nutzern
&quote;
An der Bedeutung der Gene für die Persönlichkeitsentwicklung »gibt es keinen ernsthaften Zweifel mehr«. &quote;
Markiert von 6 Kindle-Nutzern
&quote;
Regressionseffekt kann daher den irreführenden Eindruck erzeugen, dass die Therapie das Unglück beseitigt hat.« &quote;
Markiert von 4 Kindle-Nutzern

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