Der medizinisch-interessierte Laie, der regelmäßig die Medien verfolgt, wird diesem Mini-Lexikon wenig Neues entnehmen können. Das Meiste hat man bereits in der „Hobbythek“ oder anderen Ratgeber-Sendungen gehört. Ein Großteil der Informationen ist ohnehin eher amüsant als tatsächlich hilfreich. Das Afrikaner auch keinen längeren Penis als Europäer haben und das die meisten Ehen nicht im „verflixten 7. Jahr“, sondern bereits im 5. Jahr geschieden werden, versorgt den Leser mit launigen Smalltalk-Themen für die nächste Party.
Viele Themen, die Autor Dr. Werner Bartens, in diesem Buch behandelt, sind bereits mächtig angestaubt, z.B. wird widerlegt, daß es das Zähne putzen erspart, wenn man abends einen Apfel ißt. Für die Generation 80plus mag es ja eine revolutionäre Erkenntnis sein, daß man vom Onanieren nicht blind wird. Alle anderen Leser können an solchen Stellen wohl nur noch gähnen. Interessant ist dann aber wiederum, daß er die Information bereithält, daß Masturbation statt zu schaden sogar vor Krankheiten schützt.
Sehr positiv an Bartensens Buch ist der leicht verständliche und unterhaltsame Schreibstil des Autors. Und ganz besonders wertvoll wird es, wenn über aktuelle Themen wie Gentechnik, neueste medizinische Erkenntnisse und tatsächlich verwertbares Wissen berichtet wird.
Das „Lexikon der Medizin-Irrtümer“ hält zwar weniger als es verspricht, als Taschenbuch ist es aber einen Blick wert! Wen es auf die Palme bringt immer wieder auf Menschen zu treffen, die die überholten Weisheiten der Urgroßeltern weiterzutragen, ohne selbst nachzudenken, dem wird mit diesem Buch ein zumindest teilweise hilfreiches Werkzeug an die Hand gegeben. Es lebe die Aufklärung!