Dieses Lexikon der Lästigkeiten holt Kinder genau da ab, wo sie sich verstanden fühlen; nämlich wenn ihnen etwas lästig ist. Und das sagt das Lexikon ohne Umschweife gerade heraus. Hier wird kein weiter Bogen gespannt oder um eine Formulierung gefeilscht, sondern Klartext geredet.
So macht das Lexikon Spaß; reicht es doch von "An alles denken müssen", über Bestimmer (Erwachsene und Kinder werden dabei säuberlich unterschieden), "kein Haustier haben" und Süßigkeitenverbot bis hin zu "Verschrumpelte Haut nach dem Baden", "Wie-warŽs-Fragen" und Zimmer aufräumen.
Bei einigen Stellen wird man herzhaft lachen müssen. Bei anderen fühlt man sich ertappt, da man selbst früher das total lästig fand und sich jetzt aber erst daran erinnert.
Sicherlich ist das ganze Lexikon für die Kinder keine Aufforderung dazu, allen Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen. Es gehört sicher dazu, manches lästig zu finden und dafür andere hintanstellen zu müssen. Aber die Autorin Alexandra Maxeiner als begnadete Kindersprache-Formulierkünstlerin und der aberwitzige Illustrator Horst Klein schaffen es, dass man es wenigstens mal gut aussprechen kann.
Schön ist es, dass viele Punkte dann am Ende selbst noch ergänzt werden können. So wird es vermutlich nicht bei der Liste von über 70 "Lästigkeiten" bleiben.
Kinder der 2. und 3. Klasse werden sich vor allem verstanden fühlen, den ein oder anderen Widerspruch wagen oder auch sagen, dass hier etwas vergessen wurde. Man wird auf jeden Fall miteinander ins Gespräch kommen. Und so werden sicher auch die Erwachsenen ihr persönliches Lästigkeiten-Lexikon wenigstens teilweise lüften - und so gewinnen die Generationen mal wieder mehr Verstädnis füreinander: und das dürfte nicht lästig sein!