Wer die Altersschwelle von 40 Jahren bereits überschritten hat, erinnert sich noch an (Kunst-)Bücher, die aus Text bestanden. Bücher, die nicht unnötig ablenkten, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren. Dies tritt auch auf das Lexikon der Kunst aus dem Seemann-Verlag zu. Abbildungen (nur schwarz-weiß - wie herrlich!) werden dosiert eingestreut.
Wer sich an - aus der DDR-Geschichte und dem Erscheinungsjahr 1991 zu verstehenden - Bezeichnungen wie v.u.Z." (vor unserer Zeitrechnung) statt v.Chr." nicht stört und auch vereinzelte Hinweise z.B. auf frühkapitalistische" Zustände zur Zeit Johannes Gutenbergs einzuordnen weiß, der ist hier ganz richtig. Eine vielleicht zu vermutende "Voreingenommenheit" gegenüber "westlichen" Orten oder Religion usw. konnte ich bei meinen Stichproben nicht feststellen.
Am Ende der Texte werden jeweils Literaturangaben vermerkt, die dem Experten ein vertieftes Studium ermöglichen (für den Laien sicherlich nur begrenzt zugänglich, aber auch kaum erforderlich, da die Texte doch sehr tiefgehend sind).
Dem Lexikon ist noch ein langes Leben in immer neuen Auflagen zu wünschen!