Erhard Gorys studierte Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften in Göttingen und Cambridge.
Im vorliegenden Lexikon der Heiligen bringt er das Leben und Leiden von etwa 600 katholischen und griechisch- oder russisch-orthodoxen Heiligen nahe.
Heilige sind Menschen, die in besonderer Weise Vorbilder, Lehrer, Bekenner oder Märtyrer des Glaubens sind.
In der katholischen Kirche erfolgt die Heiligesprechung ( Kanonisation) aufgrund eines abgeschlossenen, kirchenrechtlich genau verordneten Verfahrens in liturgischer Form und durch anschließende päpstlicher Bestätigung.
In der Folge gelten die Heiligen dann in der Gesamtkirche als Fürbitter bei Gott und sind gewissermaßen amtlich verehrte Zeugen des Glaubens.
Im Vorwort schildert Gorys den Verfahrenslauf im Kanonisierungsprozess und stellt dann das Leben des einzelnen Heiligen näher vor.
Er nennt auch die jeweiligen Festtage und erklärt woran man diese Heiligen auf Gemälden oder in der bildenden Kunst erkennen kann.
Der Festtag an dem man feierlich Hildegard von Bingen gedenkt ist der 17.September.
Die Äbtissin wird stets mit Stab , Buch und Schreibfeder dargestellt.
Den Heiligen Sebastian ( um 288) wird auf Gemälden halbnackt an einen Baum oder eine Säule gebunden und von Pfeilen durchbohrt visualisiert.
Über sein Leben weiß man nur wenig:
-Der Legende nach wurde Sebastian auf Befehl des Kaisers Diokletian in Rom mit Pfeilen gemartert, weil er dem Kaiser nicht opfern wollte.
In der folgenden Nacht kam Irene, um Sebastian zu bestatten.
Die Heilige Irene , eine Witwe aus Rom, stellte fest , dass Sebastian noch Lebenszeichen von sich gab, nahm ihn mit in ihr Haus und pflegte ihn wieder gesund.
Sebastian verleugnete auch weiterhin seinen Glauben nicht, woraufhin man ihn mit Keulen erschlug und in die Cloaca maxima warf, dem zentralen Abwasserkanal des alten Rom.
Ob Irene eines natürlichen Todes starb oder ebenfalls das Martyrium erlitt, weiß man nicht. Die Kirche sprach auch sie aufgrund ihrer Barmherzigkeit heilig.
Auf Gemälden wird sie als Nonne, Sebastian pflegend mit Ölzweig und Salbfläschchen dargestellt.
Sebastian gilt als Pestheiliger. Wer zu ihm betet, wird von der Pest verschont.
Zudem ist er der Patron der Gärtner, Töpfer und Steinmetze, der Gerber, Tuchmacher, Eisenhändler und Zinngießer, der Soldaten, Kreuzritter, Schützengilden und Kriegsinvaliden, der schwachen und kränklichen Kinder , der Sterbenden, auch soll er gegen Religionsfeinde Schutz bieten.
Im Anhang werden die Attribute der Heiligen im einzelnen näher aufgelistet, so etwa der Gürtel als Symbol der Gerechtigkeit, Kraft, Wahrheit und Treue oder aber die Taube als Symbol des Heiligen Geistes.
Auch erfährt man konkret bei welchen Anliegen die aufgeführten Patrone, Helfer und Fürsprecher dem Betenden zur Seite stehen. Die jeweilen Städte, Stände und Berufe, denen ein ganz bestimmter Heiliger zugeordnet ist, bleiben ebenfalls nicht unerwähnt.
Ein lesenswertes Buch, nicht nur an Allerheiligen.