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Wenn hier von "Bewegungs-Terror", Muskel- und Schlankheitswahn oder "Wellness-Hysterie" die Rede ist, dann zielt die reichlich eingesetzte Polemik auf das milliardenschwere Geschäft mit dem Sport. Nahrungsergänzungsmittel, Hormontherapie, teure Spezialausrüstung, isotonische Getränke oder Energydrinks -- alles ebenso kostspielig wie nutzlos. Die präsentierten Belege und wie hier argumentiert wird: alles durchaus überzeugend. Und doch ist man sich bei der Lektüre nie ganz sicher, ob nicht nur vor allem solche Untersuchungen zitiert werden, die ins eigene Konzept passen. Und wie beim Lexikon der populären Ernährungsirrtümer besteht auch diesmal die Gefahr, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. Aus berechtigter Kritik wird fast so etwas wie eine Generalverdammung des Sport.
Gesundheit oder Lebenserwartung werden von so vielen Faktoren beeinflusst, dass ein wissenschaftlicher Nachweis der Wirkung des Sports naturgemäß sehr schwer fällt. Ausschlaggebend beim Sporttreiben müsste deshalb das eigene Wohlbefinden sein. Niemand sollte sich deshalb von dem skeptischen Grundton dieses Lexikons davon abhalten lassen, das selbst auszuprobieren. --Christian Stahl
Der neueste Band aus der Reihe "Lexikon der Irrtümer" widerlegt die gängigsten Versprechen der Fitnesstheorie.
Hätten Sie's gewusst? Dass Sport nicht das Leben verlängert und Bewegungsmangel nicht das Leben verkürzt? Dass es beim Joggen nicht auf das richtige Schuhwerk ankommt, wie der weit verbreitete Mythos besagt?
Udo Pollmer und Susanne Warmuth, Autoren des gleichfalls höchst lesenswerten "Lexikons der populären Ernährungsirrtümer", räumen in ihrem neuen Buch gemeinsam mit dem Mediziner Gunter Frank Missverständnisse zum Thema Fitness aus, enttarnen Täuschungen und decken falsche Versprechen auf. Die 96 Beiträge über Stichworte wie "Rückenschule", "Waldlauf" oder "Anti-Aging" sind kurzweilig zu lesen und dennoch fachlich fundiert. Die Kapitel über "Ausdauersport, "Bewegungsstudien" oder "Psyche" dürften auch eingefleischten Fitnessfans die Augen öffnen.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
126 von 141 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Enttäuschend,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lexikon der Fitness-Irrtümer: Mißverständnisse, Fehlinterpretationen und Halbwahrheiten von Aerobic bis Zerrung (Gebundene Ausgabe)
Also eigentlich bin ich ein echter Udo Pollmer Fan. Was der Mann so hinsichtlich Ernährung geschrieben hat ist wirklich sehr sehr gut und hoch spannend. Diese Buch ist aber eine echte Enttäuschung. Die Aussagen sind alle sehr flach, wiederholen sich ständig und es ist auch viel enthalten, was meiner Meinung nach eigentlich mit dem Thema gar nichts zu tun hat. Ich hatte so den Eindruck, das den Autoren - Pollmer hat noch zwei Co-Autoren - der Stoff fehlte und das Buch künstlich auf Länge gebracht worden ist. Ich hatte mir richtig fundierte Infos erhofft (beim Joggen ist das so und so, beim Inline Skaten gibt es folgende Nachteile, beim Ski-Fahren ist es...etc etc). Aber genaus solche Hinweise und Infos sind nicht enthalten. Während ich sonst nach den Pollmer-Büchern immer das Gefühl hatte so richtig etwas gelernt zu haben, ist das bei diesem Buch absolut nicht der Fall. Man legt es weg - und zuckt eigentlich nur relativ ratlos mit den Achseln.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
warum lese ich dieses hervorragende Buch erst jetzt?,
Rezension bezieht sich auf: Lexikon der Fitneß-Irrtümer: Mißverständnisse, Fehlinterpretationen und Halbwahrheiten von Aerobic bis Zerrung (Taschenbuch)
Weil ich mich überhaupt nicht für Fitness interessiere!Natürlich gehen mir schon lange die gebuckelten Radfahrer in Wurstpelle auf den Senkel, die vor mir auf schmalen Bergstraßen durch den Odenwald hetzen. Klar, denkt man sich, dass die verbissenen Gesichter, die gebeugte Haltung, die Belastung auf den Handgelenken, die unnatürliche Überstreckung der Halswirbelsäule nach hinten nicht gesund sein können. Gut anfühlen wird sich das bestimmt nicht. In der Pelle möchte ich also nicht stecken. Gelegentlich rast so einer im Rausch gegen einen LKW und fällt tot um. Alles schon passiert, muss mich aber nicht unbedingt stören. Was aber inzwischen nicht zu übersehen ist, man wird blöde angequatscht. Auch wenn man schlank, körperlich aktiv und gesund ist. Man soll sich bei der Gartenarbeit anders bücken. Klar, dafür ist man in den Garten der Freundin gefahren und hilft ihr, damit sie einem das mal sagen kann. Zucker? Entsetzte Blicke. Das moderne Bildungsbürgertum nimmt keinen Zucker. Aber so Sachen, die im Darm grüne Kugeln ... Ich will im Fernsehen keine Verdauungsvorgänge sehen. Auch nicht in der Werbung. Selbst in den öffentlichen Sendern ist man nicht geschützt vor diesem immer größer werdenen Wust von Unsinn über molekularbiologische Zusammenhänge in der Medizin. In den letzten Jahren hatte ich überhaupt den Verdacht, dass da irgendwas nicht stimmt. Da ich selber wissenschaftlich gearbeitet habe, ist mir der große Unterschied zwischen medizinischen Veröffentlichungen und naturwissenschaftlichen Arbeiten bekannt. Wie man papers beurteilt, wie sie in der scientific community bewertet werden und wie sie auf ihre Validität überprüft werden können auch. Da medizinische Publikationen auf Patientendaten und auf Statistiken beruhen, liegt eine ganz grunlegende Schwierigkeit der Erkenntnisgewinnung offen da. Eine zusätzliche Schwierigkeit entsteht durch die mechanistischen Modelle, die für eine populärwissenschaftliche Darstellung von Hypothesen verwendet werden. Was simpel ist, das ist auch meistens falsch. Mit dem Simplen kann man aber mehr Geld machen. Schwierige Dinge kann man genausowenig verkaufen wie unbezahlbare. Die unbezahlbaren sind aber meist kostenlos, weil überall vorhanden und für jeden verfügbar. Luft, Licht und innere Zufriedenheit mit einem Gefühl für den eigenen Körper. Die Autoren benennen alle diese Dinge, die ich schon seit langem vermutet hatte und legen die prinzipiellen Gründe für die Unwirksamkeit sämtlicher moderner Gesundheitsglaubenssätze offen. Die Lächerlichkeit von Ergometern und Laktatmessgeräten, der Wahnsinn den ein Zahlenjunkie treibt, der noch nicht mal ein Gefühl für den eigenen Herzschlag hat. Der völlige Isodrinkunsinn ... Jetzt habe ich wenigstens Argumente, wenn ich wieder blöd angequatscht werde und bin gelassener im Umgang mit Magersüchtigen - um die man sich aber doch Sorgen machen muss - und Fetten - die leider andauernd über irgendetwas klagen - und überhaupt muss jeder selber wissen was er tut. Nur kann ich jetzt besser verstehen warum ich bei Boxkämpfen immer das Gefühl habe: gleich geh ich dazwischen, das geht ja nicht, der soll den nicht so hauen. Oder wenn ich überhaupt keine großartigen Gefühle produzieren kann, wenn Sport getrieben wird. Im TV oder auf dem Fußballplatz in unmittelbarer Nachbarschaft. Jetzt weiß ich auch warum ich keine Lust mehr hatte in Ballettvorführungen zu gehen. Es war etwas kaltes und etwas morbides darin, wie mir schien. Mir tun die Ballerinen leid und ich bewundere jedes Mädchen, das selber auf den Trichter kommt und mit 4 Jahren schon entscheidet, dass es keine Lust auf Ballett hat und warum. Das wünsche ich allen Kindern, dass sie sich von ihren Eltern nicht zu irgendeinem Unsinn triezen lassen. Im Grunde ist es mörderisch, was ehrgeizige Eltern und Erzieher da mit Kindern machen. Statt sie zu lassen. So, wie sie sind, sind sie gut, sie müssen keine Pirouetten drehen oder Höhen erklimmen um geliebt und gesehen zu werden. Wenn der Weihnachtsmann dieses Buch allen Eltern bringen würde, das wäre ein Fest! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Laßt uns wieder selbst denken!,
Von Harribald (Mainz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Lexikon der Fitneßirrtümer: Mißverständnisse, Fehlinterpretationen und Halbwahrheiten von Aerobic bis Zerrung (Taschenbuch)
In typischer Pollmer-Manier bekommt man in diesem Buch sogenannte, öffentlich anerkannten und von uns allen nachgebeteten "Wahrheiten" um die Ohren gehauen. Die ironische Art und Weise empfinde ich als herzerfrischend und die Aufteilung in in sich geschlossene kurze Artikel im Lexikonstiel verleitet dazu, einfach zu schmökern und genau die Artikel zu lesen, die einen interessieren.Wer andere Bücher von Pollmer gelesen hat weiß ungefähr was ihn erwartet. Zunächst wird eine Behauptung aufgestellt um sie danach kritisch unter die Lupe zu nehmen. Da erfährt man schon mal, das Uhrzeitenschen wohl kaum joggend durch den Wald gelaufen sind - sie sind eher mal flott gegangen- im ungünstigsten Fall mußten Sie einen Sprint einlegen um einem Säbelzahntiger zu entkommen, welcher noch kein Frühstück hatte. Auch Krokodile und Schildkröten werden wohl kaum alt, weil sie heimlich in's Fittnesstudio rennen. Was mir ein bisschen bei Pollmers Werken fehlt ist der Strich unter der Rechnung. Was soll die Konsequenz sein? Oder brauchen wir keine Konsequenz? Vielleicht möchte das Autorenteam unter Pollmer genau das. Das wir selbst DENKEN. Letztendlich muss man sich eine eigene Meinung bilden. Das konnte man aber bisher nicht - denn Industrie, DGE, Propheten und andere Heilsbringer beten uns (lt. Pollmer) unbewisene "Fakten" unablässig vor und machen und zu so Marionetten. Wir beten nach und hetzen uns durch den Wald, weil wir glauben es wäre ja ungemein gesund. Dabei wird auf individuelle Gegebenheiten meist nicht Rücksicht genommen. Gemäß dem Motte schiess der Sau einmal rechts und einmal links am Kopf vorbei, ist sie statstisch tot zeigt Pollmer, mit welchen Mitteln Statistiken erstellt werden, deren Wahrheitsgehalt zumindest stark angezweifelt werden kann. Sicher bewegen wir uns weniger, da uns die Maschinen einen Haufen Arbeit abnimmt. Aber deswegen muss man nicht ins Fitnessstudio rennen, sondern in der Woche durch z.B spazieren gehen ein angemessenes Maß an Bewegung zu bekommen, denn das meine ich zwischen den Zeilen zu lesen: Bewegung im Prinzip ok - aber Spaß solls machen und wer auf den eigenen Körper hört, kommt auf natürliche Weise zu Bewegung jenseits von Marathon Wahn und Hardcore Studio. Wir sind auch "SäugeTIERE" - aber kein Tier - auch nicht im Zoo bewegt sich mehr als es Spaß macht oder notwendig ist, während wir uns z.T. mit Fitnessprgrammen quälen. Ich habe jedenfalls noch keinen Elephanten mit Stirnband und Pulsuhr einen Dauerlauf machen sehen. Generell sollte wir unsere in der kurzen Zeit enstandene Lebensweise mit der vergleichen, die uns früher in Millionen von Jahren am Leben erhielt. Und aufhören, jeden Lebensbereich, vom denken bis hin zum essen immer wieder unter nutzlose Reglements zu stellen, die den Spaß am Leben irgendwann ganz nehmen. Ich glaube generell, dass wir wieder mehr Fragen sollten, wer hinter welcher Empfehlung steckt. Oft sind es industrielle Interessen... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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