Meine Meinung zu diesem Buch ist sehr zweigeteilt.
Einerseits ist es tatsächlich ein sehr komplettes Werk für christliche Bräuche und stellt diese auch sehr umfassend dar, ebenso deren geschichtlich Entwicklung innerhalb des Christentums, was wirklich sehr interessant und auch in einer großen Fülle dargestellt ist.
Andererseits gibt es allerdings mehrere Kritikpunkte, weshalb ich diesem Buch nur 2 Sterne gebe.
1. Titel und Klappentext:
Das ist kein Lexikon der Bräuche und Feste, sondern ein Lexikon der christlichen Bräuche und Feste. Darauf gibt es jedoch weder beim Titel noch beim Klappentext Hinweise, so dass man eigentlich ein allgemeines Buch über Feste und Bräuche erwarten kann, was nicht der Fall ist. Man kauft also nicht wirklich das, was einem versprochen wurde.
2. Vorchristliche Ursprünge:
Sehr viele Bräuche haben deutliche und auch gesicherte vorchristliche Ursprünge. Diese werden einfach unterschlagen, oder ansonsten mit Worten wie "Aberglaube" und "närrisch" versehen. Nach meiner Meinung ist der geschichtliche Hintergrund der Bräuche somit nicht vollständig erläutert worden, so dass man fast sagen kann: "Die Hälfte fehlt". Das ist sehr schade, da vor allem der christliche Teil sehr gut ist, wäre es schön gewesen, wenn die Bräuche komplett dargestellt worden wären - oder man hätte einfach einen anderen Titel und anderen Klappentext setzen sollen. Auch für Christen kann das Wissen um die vorchristliche Auffassung der Bräuche tiefere Erkenntnis bringen.
3. Von einem studierten Dr. Theol. erwarte ich einfach, dass er sich über die christliche Geschichte hinaus mit dem Brauchtum befasst hat und eine etwas differenziertere Sichtweise als "närrisch" und "Aberblaube" vertritt.
Das Buch eignet sich dennoch sicherlich gut für Leute, die sich nur für den christlichen Hintergrund der Bräuche interessieren, für Leute, die eine komplette Sichtweise haben möchten, ist es nur bedingt brauchbar.