Was macht man eigentlich, wenn so viele Regeln des guten Benehmens so vielen Leuten unbekannt sind - hält man sich trotzdem dran, selbst wenn das Gegenüber gar nicht weiß, was richtig ist? Auch auf solche hintergründigen Fragen hat Etikette-Spezialistin Nandine Meyden eine Antwort. Und sie versteht es sogar, scheinbar unsinnige Konventionen aufzuhellen - etwa indem sie aus deren Entstehungsgeschichte die gegenwärtige Bedeutung erklärt. Wenn man beispielsweise weiß, dass Button-Down-Krägen ursprünglich aus dem Sportsektor stammen, kann man nachvollziehen, warum sie weniger businesslike sind und daher auch nicht mit Krawatte getragen werden (sollten).
Die Idee, das an sich eher trockene Thema "Umgangsregeln" über die Richtigstellung verbreiteter Irrtümer anzugehen, hat zu einem höchst unterhaltsamen Buch geführt, das man nicht nur als Nachschlagewerk sondern auch als kurzweilige Lektüre auf Reisen konsumieren kann. Wer sich schnell über bestimmte Regeln informieren möchte, findet sich über ein umfangreiches Schlagwortregister sofort zurecht, wer einfach nur einen Streifzug durch die großen Anwendungsfelder des guten Benehmens (allgemeiner zwischenmenschlicher Umgang, Kleidungsregeln, Beruf, Gastlichkeit und Essen) machen möchte, kann irgendwo mittendrin beginnen und wird immer wieder zu weiterem Stöbern angeregt.