Ein Lexikon von A bis Z über die überflüssigen Dinge des Alltags hatte ich mir erhofft, eine Art Konsumkritik, welche ja durchaus zu seinem letzten Buch passen würde, satirisch kommentiert, durchaus auch etwas blasiert, aber ich wurde arg enttäuscht. Das Buch ist reichlich langweilig, die Texte wirken wie nebenbei geschrieben, lustlos, uninformiert, wie aus ein paar Lifestylemagazinen abgeschrieben; nicht wenige wurden auch unverändert aus "Die Kunst des stilvollen Verarmens" übernommen. Nicht nur die Glaubwürdigkeit des Autors leidet stark unter diesem billig gemachten Buch, da es dem Autor offenbar nur um schnell und leicht verdientes Geld ging, auch bekommt man den Eindruck, daß er es mit dem Müßiggang vielleicht etwas übertreibt, da einige Dinge extrem oberflächlich abgehandelt werden, inhaltlich eher Stammtischniveau, lediglich in versnobter Weise übersetzt. Wer darüber sinniert was dieser Autor wohl von seinen Lesern halten mag der könnte Übles ahnen...
In "Die Kunst des stilvollen Verarmens" schimpft er noch auf das Fernsehen, hier findet er es plötzlich toll, da lobte er noch das Mineralwasser als Getränk der Zukunft, hier ist es plötzlich umweltschädlich (was ja durchaus nicht falsch ist) und überflüssig. Da schmipft er über die Pessimisten die sich am Mißerfolg erfreuen und erst gar nichts wagen, da besingt er die Müßigen, die wenigstens keine Genforschung betreiben und so nicht das kommende große Unheil zu verantworten hätten. Etwas mehr Recherche, etwas differenziertere Stellungsnahmen würden dem Autor gut stehen. Generell etwas mehr Inhalt und weniger Verpackung wäre wünschenswert. Einem gebildeten Mann wie Herrn von Schönburg sollte derartiges doch nicht sonderlich schwer fallen. Aber so wirkt er auf mich wie der beschworene, affektierte Kellner im Ritz, ein langweiliger Snob der eigentlich nichts zu sagen hat und sich lediglich in selbstverliebter Geschwätzigkeit ergeht. Wirklich schade. Es gibt so viele Dinge im Leben die man als überflüssig erkennen kann, deren Absurdität man durchaus unterhaltsam darstellen könnte. Leider gelingt dies dem Autor nur bei wenigen seiner kurz gehaltenen Texte. Das Buch zu kaufen ist leider nicht empfehlenswert. Man kann es sich ausleihen, einige Male lachen, es dann aber auch schnell wieder zurückbringen und sich freuen für dieses überflüssige, inhaltsleere "Werk" keinen Euro ausgegeben zu haben.