Auch in diesem Buch zeigt Enquist, dass er ein fabelhafter Erzähler ist. Seine Bücher sind sprachlich höchst ansprechend, seine Charaktere authentisch. Mit diesem Buch hatte ich dennoch meine Schwierigkeiten, mag es daran liegen, dass mich das Thema Pfingstbewegung bisher nicht interessiert hat. Doch auch die beiden Hauptfiguren des Buches wecken beim Leser wenig Sympathie. Dazu kommt, dass die Handlung ein wenig vor sich "hindümpelt", das Buch hat wenig bis keine Höhen und Tiefen. Persönlich hätte ich mir mehr Informationen über die Ehefrauen von Lewi und Sven gewüscht, zumal Frauen in der Pfingstbewegung eine große Rolle spielen.
Das Buch hat mich dennoch angesprochen, was ganz klar auf das erzählerische Talent von Enquist zurückgeht. Er schafft es, zwischendurch emotional den Leser anzusprechen, sei es durch Bilder ("es geht darum, sich vorn auf den Schlitten zu setzen. Die hinten dürfen immer nur mitfahren.") oder durch den geträumten Dialog zwischen Lewi und seiner toten Mutter, die immer seine Reisegefährtin war.