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Wie Der fünfte Winter des Magnetiseurs erzählt Enquist von großer Leidenschaft und gläubiger Verführung -- und führt uns mitten hinein in eines der wichtigsten Kapitel der schwedischen Religionsgeschichte. Im Zentrum steht der Machtkampf einer der größten Glaubensgemeinschaften der Erde, zwischen dem Leiter der schwedischen Pfingstkirche Lewi Petrus und dem lebenslustigen Dichter Sven Lidman, einem charismatischen Bohemien, die doch beide als janusköpfiger Ausdruck der Zeit, als "Zwillinge im Geiste" erscheinen. Die einstige Freundschaft zerbricht, als Lidman gegen den Führungsstil Lewis aufbegehrt -- was zeigt, wie stark das Private ins Historische hinüberspielt.
Durch seine Mutter hat Enquist gelernt, was es heißt, in einer regressiven religiösen Umgebung großzuwerden. Diese persönliche Verwicklung auch in seine eigene Geschichte merkt man Lewis Reise beizeiten allzu gewaltig an. Dennoch aber ist Enquist mit seinem neuesten Roman wieder ein grandioses Buch gelungen, das Dichtung und Wahrheit imposant miteinander verknüpft. Große Erzählliteratur, die beeindruckt, auch wenn das ureigen schwedische historische Thema dem Publikum hier zu Lande vielleicht nicht gerade unter den Nägeln brennt. Der große Reiz aber liegt in dem Umstand, dass es Enquist gelingt, seine Erzählung zur allgemein gültigen Parabel von Verstrickung, Schuld und Verführung zu weiten. Deshalb: unbedingt lesen. --Stefan Kellerer
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein fesselndes Buch, das man nicht aus der Hand legen kann,
Von
Rezension bezieht sich auf: Lewis Reise: Ein Buch über Freundschaft, Glauben und das Streben nach Macht (Broschiert)
Per Olov Enquist verbindet die Biographie der "Zwillinge Gottes" - Lewi Pethrus und Sven Lidman - mit der zeitgleich stattfindenden Entstehung der Pfingstkirche in Schweden. Als Aufhänger nimmt er ein Begräbnis auf dem Friedhof der Herrnhuter Brüdergemeinde in Christiansfeld/Dänemark. Der Verstorbene, Ephraim Markström, war ein langjähriger Weggefährte Lidmans und Pethrus'. Aus dem selbstverfaßten Lebenslauf rekonstruiert Enquist gekonnt nicht nur die Entstehung der schwedischen Pfingstkirche oder auch die Biographien der "Zwillinge Gottes". In die Romanhandlung wird immer wieder der Lebenslauf des Ephraim Markström eingebettet, der das Geschehene im Rückblick kommentiert und bewertet und der als einziges Fazit die Resignation zuläßt. Jedoch bringt Enquist die Hoffnung zum Ausdruck, daß nicht alles vergeblich sein möge und die Feindschaft zwischen Lidman und Pethrus nicht das überlagere, wofür beide Männer einst gekämpft haben: suchenden Menschen eine Heimat im Glauben zu geben.Per Olov Enquists Erzählkunst besteht darin, historische Fakten mit fiktiven Erzählelementen zu verbinden. Hinzu kommen immer wieder intertextuelle Bezüge, die es erlauben, die Romanhandlung sowohl auf historischer Ebene als auch vor dem Hintergrund von Enquists eigenem Gewamtwerk zu bewerten. So finden sich in "Lewis Reise" immer wieder Bezüge zum Roman "Der Besuch des Leibarztes", in dem der dänische König Christian VII. (oder vielmehr dessen Leibarzt Struensee) Religions- und Glaubensfreiheit gewährt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wertvoll,
Von
Rezension bezieht sich auf: Lewis Reise: Ein Buch über Freundschaft, Glauben und das Streben nach Macht (Broschiert)
In diesem über 500 Seiten starken Roman wird der Aufstieg der schwedischen Pfingstbewegung zu einer der größten Freikirchen weltweit und zu einem der geistlich, gesellschaftlich und politisch einflußreichsten "Unternehmen" Schwedens beschrieben. Enquist beschreibt Lewi Pethrus` Werdegang vom Pastor einer winzig kleinen Baptistengemeinde zum Leiter einer landesweit und weltweit prosperierenden Kirche. Parallel dazu verwebt er die Geschichte des schwedischen Poeten Sven Lidman. Dieser wandelt sich im Lauf seines Lebens vom Lebemann zum kongenialen Partner Lewis und zu einem der bedeutendsten Verkündiger des Evangeliums in der Pfingstbewegung. Enquist erzählt die Geschichte dieser beiden herausragenden Männer mit viel Einfühlungsvermögen, Liebe und Wissen. Freilich sieht er vielleicht vieles aus einer Warte, aus der es ein "Pfingstfreund" oder evangelikaler Christ nicht sehen würde. Das ist einerseits die Stärke des Buches, denn dadurch braucht der Autor nicht allzuviel Rücksicht zu nehmen und kann Fehler, Schwächen, Verirrungen und Verwirrungen schonungslos darstellen. Er tut das jedoch nie lieblos oder polemisch, sondern immer mit viel Wärme und Barmherzigkeit und nie nur verurteilend. Andererseits scheint es mir persönlich aber auch die Schwäche des Buches zu sein, daß der Autor vielleicht die menschliche Seite allzusehr betont und in den Vordergrund rückt. Für mich als Christen stellt sich Vieles trotz all der genannten negativen Erscheinungen anders dar. Nämlich so, daß Gott trotzdem durch die Verwirrungen seiner Kinder sein Werk tut und zu seinem Ziel kommt. Diese Dimension fehlt mir in diesem Buch. Nichts desto trotz habe ich keine Zeile bereut und je mehr und mehr die Lektüre genossen. Enquist hat mir einen wirklich hochwertigen Lesegenuß beschert und noch dazu, ob gewollt oder ungewollt, manche wertvolle geistliche Einsicht. Ich kann dieses Buch auf jeden Fall und unbedingt nur weiter empfehlen.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eine langatmige Reise,
Rezension bezieht sich auf: Lewis Reise: Ein Buch über Freundschaft, Glauben und das Streben nach Macht (Broschiert)
Auch in diesem Buch zeigt Enquist, dass er ein fabelhafter Erzähler ist. Seine Bücher sind sprachlich höchst ansprechend, seine Charaktere authentisch. Mit diesem Buch hatte ich dennoch meine Schwierigkeiten, mag es daran liegen, dass mich das Thema Pfingstbewegung bisher nicht interessiert hat. Doch auch die beiden Hauptfiguren des Buches wecken beim Leser wenig Sympathie. Dazu kommt, dass die Handlung ein wenig vor sich "hindümpelt", das Buch hat wenig bis keine Höhen und Tiefen. Persönlich hätte ich mir mehr Informationen über die Ehefrauen von Lewi und Sven gewüscht, zumal Frauen in der Pfingstbewegung eine große Rolle spielen.Das Buch hat mich dennoch angesprochen, was ganz klar auf das erzählerische Talent von Enquist zurückgeht. Er schafft es, zwischendurch emotional den Leser anzusprechen, sei es durch Bilder ("es geht darum, sich vorn auf den Schlitten zu setzen. Die hinten dürfen immer nur mitfahren.") oder durch den geträumten Dialog zwischen Lewi und seiner toten Mutter, die immer seine Reisegefährtin war. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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