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Leviathan. SZ-Bibliothek Band 43
 
 
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Leviathan. SZ-Bibliothek Band 43 [Gebundene Ausgabe]

Julien Green , Eva Rechel-Mertens , Eva Rechel- Mertens
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 303 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (8. Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 393779350X
  • ISBN-13: 978-3937793504
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 11,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 311.022 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Julien Green
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Leviathan
OT Leviathan OA 1929 DE 1930Form Roman Epoche frühe Moderne
In seinem Roman erzählt Julien Green, dass jemand zum Verbrecher wird, aber nicht wie. Der Erzähler ist nur ein genauer Beobachter, der seine Protokolle abliefert – und bleibt dies selbst in den Passagen, in denen er die Binnenperspektive seiner Figuren einnimmt.
Inhalt: Der Hauslehrer Guéret hat sich mit seiner Frau in einem kleinen Provinzstädtchen in der Nähe von Paris niedergelassen, wo er bei einem reichen Kaufmann dessen untalentierten Sohn unterrichtet. Er fühlt sich fremd unter den Bewohnern der Gegend; für seine Frau empfindet er schon lange nichts mehr. Angèle, ein junges Mädchen, das gegen Geld allen Männern der Stadt zu Willen ist, zieht ihn an, doch sie weist den plumpen und ungeschickten Mann kalt ab: Gerade ihm, der so anders ist als ihre Liebhaber, will sie sich verweigern. Als Guéret erfährt, dass Angèles Liebe käuflich ist, verschafft er sich eines Nachts unbemerkt Zugang zu ihrem Zimmer, doch es ist leer, das Bett zerwühlt. Er läuft ziellos durch die Umgebung der Stadt, bis er im Morgengrauen Angèle begegnet. Er zieht sie in ein Dickicht, gerät zunehmend in einen gewalttätigen Rauschzustand, würgt sie und schlägt ihr schließlich mit einem Ast mehrmals ins Gesicht. Im Glauben, er habe sie getötet, flieht er. Einen Kriegsveteranen erschlägt er mit dessen Stock, ohne dass ihm bewusst ist, was er tut. Gefühllos flieht er aus der Stadt.
Angèle ist nicht tot, aber übel zugerichtet. Sie wird Zeit ihres Lebens durch Narben im Gesicht entstellt sein. Guéret wird wegen Mordes und Vergewaltigung von der Polizei gesucht. Madame Grosgeorge, die Frau des ehemaligen Arbeitgebers von Guéret, fühlt sich auf eine merkwürdige Weise zu diesem hingezogen; sie sieht in ihm ihr eigenes Elend eines leeren und sinnlosen Lebens. Auf einer ihrer langen Wanderungen entdeckt sie Guéret, der zurückgekommen ist und inzwischen weiß, dass Angèle noch lebt. Sie bietet ihm Hilfe an, doch er flieht. Als er Angèle wiedersieht, fleht er sie an, mit ihm fortzugehen; das nötige Geld werde er schon auftreiben. Das Mädchen versucht ihn hinzuhalten, da sie selbst die Stadt verlassen will. Vergeblich bittet sie Frau Grosgeorge um Geld. Eines Abends steht Guéret vor der Villa seines ehemaligen Arbeitgebers. Frau Grosgeorge verspricht, ihm Geld zu geben; er solle aber bis zum Morgen in einem Salon ihres Hauses warten. Zögernd willigt Guéret ein. Während einer nächtlichen Unterredung der beiden wird sich Frau Grosgeorge schmerzlich ihrer Liebe zu Guéret bewusst. Als sie erfährt, dass dieser nur wegen Angèle zurückgekommen ist, empfindet sie grenzenlose Scham und Selbstverachtung. Einem Bediensteten gibt sie einen Brief an Angèle, in dem sie nur vermerkt, dass Guéret in ihrem Haus versteckt sei und man die Polizei benachrichtigen solle. Der Brief gerät in die Hände von Angèles Hauswirtin, die der Aufforderung sofort nachkommt. Als die Villa von Grosgeorge bereits von der Polizei umstellt ist, kommt es nochmals zu einer Begegnung zwischen Frau Grosgeorge und Guéret, in deren Verlauf Frau Grosgeorge nach ihrer Bemerkung, dass ihn Angèle nicht geliebt habe, mit einem Revolver auf sich schießt. Auf dem Boden liegend, fleht sie Guéret an, ein zweites Mal zu schießen, da sie nicht länger leben könne.
Aufbau: Der Roman besteht aus zwei Teilen. Der erste erzählt linear die Geschichte Guérets bis zu seinem vermeintlichen Mord und seiner Flucht. Der zweite Teil enthält in weiten Passagen Rückblenden (Guérets Flucht, Angèles Gefühle zu Guéret, Madame Grosgeorges Eheleben) und gipfelt in der Begegnung von Madame Grosgeorge und Guéret. In einer Art Abspann wird von den Gerüchten, die sich in der Stadt verbreiten, berichtet und schließlich von Angèles bevorstehendem Tod.
Der immoralistische Blick des Erzählers ist auf alle Romanfiguren gerichtet: Madame Grosgeorges Leiden an der Leere und Sinnlosigkeit ihres Lebens wird protokollarisch verzeichnet, ihre plötzlich erkannte Liebe zu Guéret als eine Art Naturereignis vermerkt. Gefühle, sofern sie erwähnt werden, sind selbstbezüglich, d.h. nur auf die fühlende Person selbst gerichtet: Von Angèle, die sich von Guéret geliebt fühlt, wird z. B. berichtet, dass sie sich in die Freude, geliebt zu werden, verliebt habe.
Wirkung: Kritiker wie Walter R Benjamin stellten Green neben Marcel R Proust und erkannten früh seine Bedeutung für die literarische Moderne. Doch Green war ein literarischer Einzelgänger, der am Rand aller gängigen Strömungen stand, so dass er keine Nachahmer gefunden hat. G. Ha. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Pressestimmen

"Kennen Sie den "Leviathan"? Zum zehnten Male las ich ihn. Ich würde Sie beneiden, wenn Sie die erste Lesung noch vor sich hätten." (Georg Kaiser)

"Schuldhafte Verstrickungen, obsessive Wünsche und todschwarze Nachtphantasien - dargeboten in einer klaren, vibrierenden Sprache." (Marko Martin in 'Die Welt')

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Da..Ko
Format:Gebundene Ausgabe
Neben der Tatsache, dass ich gerade die Bücher der SZ - Bibliothek lese, machte mich der Titel auf dieses Buch aufmerksam. "Leviathan" ist schließlich der Titel des Hauptwerks des bedeutenden englischen Philosophen Thomas Hobbes, doch merkte ich beim Lesen schnell, dass dieses Werk keine Anlehnung daran sein sollte, was aber keineswegs enttäuschend war, denn die Handlung ist äußerst Spannend.
Julien Green hat hier einen Roman verfasst den man schon fast als Krimi einordnen könnte. Ein Hauslehrer zieht in ein französisches Dorf und verliebt sich dort in eine Prostituierte. Als er herausfindet, dass seine Angebetete neben ihm noch andere Männerbekanntschaften hat dreht er durch und greift sie an. Er verstümmelt sie und flieht. Auf seiner Flucht bringt er noch einen alten Mann um, der ihn beobachtet hatte, als er auf einer Bank saß. Der Grund warum dieses Werk kein einfacher Krimi ist, ist der dass Green Studien zeigt. Studien über Menschen die im tiefsten Unglück leben. Menschen die am Rande der Verzweiflung stehen. Menschen die zwanghaft Macht über andere ausüben müssen. Menschen die sich selbst, durch mangelnde Reflektion zugrunde richten.
So kommt also für den Leser, neben der wahrlich spannenden Story, noch hinzu, dass er Menschen kennenlernt die er wohl irgendwo schonmal gesehen hat, die vielleicht Freunde oder Verwandte sind, von denen er sagen würde: "Den kenne ich doch!"

Ein absolut empfehlenswerter Roman der so manche Stunde Spannend und Interessant werden läßt!

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Obsession 14. Februar 2005
Format:Taschenbuch
Was der Autor hier schafft, gelingt nur selten.
Er beschäftigt sich mit einer handvoll Charakteren, dessen Schicksale auf geniale Art und Weise miteinander verwoben werden und die von Green bis ins Detail durchleuchtet werden. Gleichzeitig schafft er einen unvergleichlichen Sog, indem er das Thema „Liebe" oder die „Unmöglichkeit einer Liebe" tief durchleuchtet und auf Wege schickt, die nicht vorhersehbar und damit unglaublich spannend sind. Die dramatischen Handlungen seiner Protagonisten, die sich immer tiefer in den Abgrund stürzen, erinnern an Werke von Zola, denn genau wie bei ihm werden die Figuren in Greens „Leviathan" von einer ständigen Obsession in ihrem Tun dazu gedrängt, Handlungen zu vollführen, die nicht direkt klar, sondern abstrakt wirken und erst bei genauem Hinsehen Sinn ergeben - zumindest aus der Sicht der Charaktere.

Auch sehr gut gelungen ist die düstere Atmosphäre, die dunkle Grundstimmung des Buches und die Beschreibung der Orte, die sich oft als wahre Unorte erweisen, zusammen mit dem ständig wechselnden Wetter.

„Leviathan" ist gnadenlos spannend, charakteristisch tiefgehend und genial durchdacht. Lesen!

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erzählkunst 4. Oktober 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe alle Green Romane gelesen aber das ist eines der besten.Fast besser als mein bisheriger Favorit (wenn ich du wäre).Die Sprache ,die Beschreibungen,die Charaktere,alles in Perfektion dargestellt.Ein Buch das mann öfters lesen kann und immer etwas neues entdecken kann.Das Buch erinnert auch stark an Schuld und Sühne.Der Charakter ist bessesen von Liebe und Eifersucht ,wird zum Mörder und eine ganze Stadt jagt ihm. Die Geschichte sollte aber nicht verraten werden,ist ja auch nicht nur die Story die einem fesselt sondern der Weg der Charaktere bis zur Katharsis und vorallem das Lesen des Buches für sich. . Ein Muß für Leser und Genießer ...
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