Zu Beginn des Buches dachte ich noch: "Schön, endlich mal ein Buch, das über diese Thematik ohne bedrückende Schwere, ja - ganz frech, gewitzt und frei von der Leber weg berichtet". Die quirlige Sprache, die ich anfangs gern las, wirkte irgendwann leider unnatürlich und aufgesetzt, begann zu nerven, da sie so ganz und gar nicht zum Thema "Anorexie" passen wollte...
Die absurd anmutenden, stark überspitzten Charaktere, und ihre nicht weniger absurden Geschichten und Beziehungen zueinander sind zwar - als "absurdes Theater-Stück" betrachtet - durchaus unterhaltsam. Die Unterhaltungslust vergeht dem Leser im Laufe der Zeit jedoch gewaltig, denn das Thema "Magersucht" verkommt zunehmend als verharmlostes Teenager-Problem und der Lesende fragt sich schließlich, was diese Thematik in solch einem Buch zu suchen hat. Was will die Autorin mit ihrer Geschichte eigentlich erzählen? Offensichtlich kennt sie sich in der komplizierten Materie einer Essstörung nicht besonders gut aus und sollte besser die Finger davon lassen, oberflächliche, unstimmige Halbwahrheiten und sogar absolut falsche Darstellungen dieser Krankheit zu verbreiten.
Den Höhepunkt dieser ärgerlichen "Unterhaltung" bildet Lelles Klinikaufenthalt. Von da an schüttelt der Leser nur noch sprachlos den Kopf, fühlt eine Wut in sich aufsteigen und einen unbändigen Wunsch danach, das Buch in den nächstgelegenen Altpapiercontainer zu werfen.
Eines muss man der Autorin lassen: sie versteht es, Spannungsbögen aufzubauen und den Leser zu fesseln. Dieses Können soll sie aber bitte an besser geeigneten Themen präsentieren...