Auf der Flucht vor ihrem skrupellosen Ex-Geliebten schleicht sich die schwangere Irin Mary Dare als blinder Passagier auf die "Blind Chance". Nach einem Schiffsunglück treibt sie hilflos auf dem Meer, bis die Lichter eines Leuchtturmes ihr den Weg zum rettenden Ufer weisen. Dort findet der Leuchtturmwärter Jesse Kane Morgan die leblose Gestalt und bringt sie widerwillig in sein Haus. Jesse kämpft mit den Dämonen seiner Vergangenheit, nichts kann er weniger gebrauchen als eine Frau, die sein Leben auf den Kopf stellt. Doch Mary gelingt es, durch ihr offenes, fröhliches Wesen das Herz und die Hand des verschlossenen Mannes zu erobern. Nach der Geburt eines Sohnes scheint ihr Glück perfekt, wäre da nicht der frühere Liebhaber, der seinen Sohn für sich beansprucht.
Der im späten 19. Jahrhundert spielende Roman beschreibt anschaulich die Lebensweise der Menschen an der Küstenregion Washingtons. Die Beschreibungen des Meeres und der Küste geben der Erzählung das notwendige maritime Flair. Obwohl die Verflechtungen in der Vergangenheit beider Protagonisten eher unwahrscheinlich scheinen, wird die Story flüssig und ohne übertriebene Dramatik erzählt. Jesse entwickelt sich im Laufe der Erzählung durchaus glaubwürdig vom gramgebeugten Eigenbrötler zum liebevollen Vater und Ehemann. Dies natürlich durch die Unterstützung der lebensfrohen Heldin, die über eine tüchtige Portion Lebensweisheit und Humor verfügt. Aus dem ansprechend gestalteten Cover weht eine sanfte Meeresbrise und bietet somit eine gute Einstimmung auf ein Buch, das für ein trübes Wochenende oder den nächsten Urlaub bestens geeignet ist. (SaS)