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Letzter Mann im Turm
 
 
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Letzter Mann im Turm [Gebundene Ausgabe]

Aravind Adiga
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 515 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (26. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406621562
  • ISBN-13: 978-3406621567
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15,2 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 34.851 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Schon im Erstlingswerk 'Der weiße Tiger' übte Aravind Adiga Kritik an seiner Heimat Indien. Jetzt legt er mit zeitgeistiger Sezierung der menschlichen Gier nach. Passt auch zur Bankenkrise." --Barbara Mader, Kurier, 12. November 2011

"Zugleich hat er sich mit diesem neuen Roman endgültig vom Journalisten zum Schriftsteller gewandelt. Sein beißender Witz, aber auch der literarische Furor machen 'Letzter Mann im Turm' - brillant übersetzt von Ilja Trojanow und Susan Urban - nicht nur zu einem äußerst unterhaltsamen, sondern zugleich auch komplexen und zupackenden Roman über das sich wandelnde Indien." --Claudia Kramatschek, Literaturen, Dezember 2011/Januar 2012

"'Letzter Mann im Turm' ist dabei ein Klassiker in zweifacher Hinsicht: hier der Mikrokosmos Wohnhaus, ein Dutzend Parteien mit Geselligkeit, Zank, Sorgen; dort eine Konstellation, die an den 'Besuch der alten Dame' denken, Dürrenmatts Drama aber wie ein allzu übersichtliches Lehrstück dastehen lässt." --Judith Sternburg, Berliner Zeitung, 10. November 2011

"Aravind Adiga, der sich mit 'Letzter Mann im Turm' endgültig vom Journalisten zum Schriftsteller gewandelt hat, treibt seine Geschichte mit genüsslicher Grausamkeit langsam, aber sicher auf ein (...) Finale zu, ohne je die Aufmerksamkeit des Lesers zu verlieren. Dafür sorgt der beissende Witz, aber auch der literarische Furor. Ingredienzien, die 'Letzter Mann im Turm' (brillant übersetzt von Ilija Trojanow und Susann Urban) nicht nur zu einem äusserst unterhaltsamen, sondern zugleich auch komplexen und zupackenden Roman über das sich wandelnde Indien machen." --Claudia Kramatschek, Neue Zürcher Zeitung, 13. Oktober 2011

"Der neue große Roman vom Autor des Weltbestsellers 'Der weiße Tiger' ist da. Aravind Adigas Roman 'Der letzte Mann im Turm' wurde von Ilija Trojanow (...) und Susann Urban übersetzt: Eine spannende Geschichte um Geld und Macht, Luxus und Entbehrung." --BuchMarkt, Mai 2011

Kurzbeschreibung

Eine Geschichte um Geld und Macht, Luxus und Entbehrung, ein breites Gemälde der Menschen in Bombay und nicht zuletzt das Porträt einer brodelnden Stadt - "Der letzte Mann im Turm" wirft einen tiefen Blick in die Herzen und Köpfe der Bewohner einer Mega-City - einfache Menschen, die an einem Ort ohne Grenzen bis an ihre Grenzen getrieben werden.
Wen man in Bombay auch nach der "Vishram Society" fragen würde - Turm A der "Vishram Cooperative Wohnungsbaugesellschaft" -, jeder würde sagen, dass diese Wohnanlage in der Nähe des Flughafens und am Rande von Slums dennoch eine gute Adresse ist. Aber nicht nur Bombay hat sich in den letzten fünfzig Jahren verändert - und heißt jetzt Mumbai -, auch der Immobilienmarkt - überall in Mumbai wird abgerissen, Neues gebaut und viel frisches Geld ist in Umlauf. Als der Immobilientycoon Dharmen Shah den Bewohnern von Vishram Society das Angebot macht, sie rauszukaufen, damit er einen Luxusapartment-Komplex errichten kann, ist sein Angebot mehr als großzügig. Aber nicht jeder ist bereit, auszuziehen und dafür viel Geld mitzunehmen, das Angebot gilt jedoch nur, wenn alle zustimmen! Die Anspannung steigt unter den Bewohnern, und einer, der pensionierte Lehrer Masterji, einst am meisten respektiert, ist nun das Hindernis für diesen Deal. Shah ist ein gefährlicher Gegner, aber auch alte Freunde können zu Feinden werden ...

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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bombay ist überall 1. September 2011
Von Volker M. TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Wohnungseigentümer der Vishram Genossenschaft sind anständige Menschen. Um ihren fünfstöckigen Wohnturm breitet sich zwar der Slum von Vakola aus, aber wer in der Vishram Genossenschaft wohnt, der ist etwas Besseres. Zumindest etwas besseres als die Slumbewohner da unten hinter dem Zaun: Internetcafe-Betreiber, Journalisten, Lehrer, Buchhalter oder Apotheker wohnen hier. Wasser gibt es nur zweimal am Tag für einige Stunden, das Haus ist heruntergekommen, die Wände schimmeln, aber das ist die Realität für Indiens Mittelschicht. Die Menschen leben, unbehelligt von Kastendünkel oder religiösem Fanatismus friedlich in ihrer kleinen Welt, die schon bald zum Spiegel der großen werden wird. In diese friedliche Welt bricht nämlich eines Tages der umtriebige Bauunternehmer Shah ein, mit einem Angebot, das man nicht ablehnen kann. Er will ihnen ihre schäbigen Wohnungen zum sagenhaften Preis von umgerechnet fast 300 000 Euro abkaufen. Jedem Einzelnen. Aber nur, wenn alle verkaufen, denn Vishram ist ja eine Genossenschaft.
Und das Angebot frisst sich wie ein Krebsgeschwür in die Hausgemeinschaft, denn nicht alle wollen Vishram verlassen. Zum Beispiel der hoch geachtete Lehrer Murthy, Witwer und Rentner, die moralische Instanz des Hauses, der sich von den Mitbewohnern unter Druck gesetzt fühlt. Und wenn Murthy unter Druck gesetzt wird, dann wird er stur. Und wenn er stur wird, dann hilft bei ihm nicht Zuckerbrot und nicht Peitsche.
Aus Freunden werden Feinde, aus Feinden werden Todfeinde und die Katastrophe nimmt ihren Gang.

"Letzter Mann im Turm" bietet einen Einblick in die indische Gesellschaft von heute, wie man ihn nur von einem Insider bekommt, der so meisterhaft erzählen kann, wie Aravind Adiga. Man riecht förmlich die Kloaken von Bombay, den Schweiß der Menschen in den überfüllten Vorortzügen. Wem das noch nicht den Magen umdreht, dem wird spätestens bei der Beschreibung der krassen Gegensätze zwischen Arm und Reich übel. Anfangs wirkt die Hausgemeinschaft von Vishram wie der letzte Hort der Anständigkeit, bis Geld, Gier und Neid des Menschen wahre Natur zum Vorschein bringen. Erst kommt die Habgier und dann die Moral. Das gilt für die Großen da oben genauso wie für die Kleinen da unten, will uns Adiga sagen. Es kommt eben nur auf die GELEGENHEIT an.
Das Buch ist eine wunderbar erzählte Parabel auf die Übel unserer Zeit, eine Gesellschaftskritik, die im Prinzip an jedem Ort der Welt gültig ist, nur dass Indien als Kulisse für eine Endzeitstimmung, in der alles nur noch ums Geld geht, obwohl die Substanz längst verrottet ist, ungleich besser geeignet ist, als Bottrop-Kirchhellen. Aber machen wir uns nichts vor. Bombay ist überall.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Im Norden Mumbais ragt aus den Slums rund um den Flughafen die Vishram Society hervor, eine abgewohnte Mittelklassewohngenossenschaft, deren anständige, brave Bewohner sich in ein Mittelklasseleben ohne allzu große Höhen und Tiefen gefügt haben. Als der mächtige Bauherr Dharmen Shah diesen Leuten ihren Turm mit einem großzügigen Angebot abkaufen will, um hier ein Luxuswohngebiet aufzuziehen, erliegen die Bewohner einer nach dem anderen dem verlockenden Angebot, bis schlussendlich ein Einziger, trotzig, unnachgiebig, einsam, die Zustimmung verweigert: Yogesh Murthy, genannt Masterji.

Mehr als um den Kampf des kleinen Mannes gegen den mächtigen Immobilientycoon aber geht es in diesem Buch um die Kluft, die sich nun zwischen Masterji, einst hochgeschätzt, und den anderen Bewohnern der Wohngenossenschaft auftut, und um die Mechanismen des Hasses. Menschen, die seit 30 Jahren Tür an Tür gewohnt und Freundschaften gepflegt haben, driften hier in eine menschliche Katastrophe.

Dieser Beziehungsmikrokosmos der Vishram Society ist eng verknüpft mit dem Makrokosmos der Stadt Mumbai. Dieses Buch erinnert mich in seiner Fülle der Eindrücke und seiner Perspektivenvielfalt an "Berlin Alexanderplatz": wie Döblins großes Werk ist "Letzter Mann im Turm" das Porträt einer Stadt, ein Zeitbild, ein Gesellschaftsroman, der diese schillernde und stinkende, brodelnde und expandierende, erschreckende und faszinierende Stadt Mumbai und ihre Menschen in den Blick nimmt. Diese pulsierende indische Großstadt präsentiert sich mir als Leser durch die Augen der vielen Figuren. Die spannende Perspektivenvielfalt dieses Buches lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers auf viele verschiedene Lebens- und Leidensgeschichten, und jede wird in ihrer eigenen Besonderheit nachvollziehbar und lebendig.

Der alte Masterji ist kein strahlender Held ohne Ecken und Kanten; der Bauherr, Dharmen Shah, wiederum ist kein eindimensionaler, per se skrupelloser Fiesling. Dieses Buch ist kein modernes Märchen von Gut und Böse. Wie Mumbai in allen Facetten dargestellt wird, weisen auch die Charaktere alle Grautonabstufungen, ja alle Farben auf - und gerade das macht diesen Roman so vielschichtig, so interessant, so spannend. Dazu trägt auch die Sprache dieses Romans bei, die feinfühlig vom Englischen ins Deutsche übersetzt wurde: schlicht und eingängig, aber von einer unglaublichen Sprachgewalt und mit einzigartigen Bildern.

Ein großer, ein großartiger Roman mit einem mitreißenden Erzählfluss, der mich in einem Zug mühelos über die 500 Seiten getragen hat; eine fesselnde Geschichte über Menschen, denen ich gerne und gebannt gefolgt bin; die farbige Skizze Indiens, das mit seiner Vielschichtigkeit und seinen Ambivalenzen und Gegensätzlichkeiten fasziniert. Wer voll und ganz in einen Buchkosmos eintauchen möchte: das ist das richtige Buch dazu.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Vishram Society ist ein Gebäudekomplex der 1959 gebaut wurde um "anständige Behausungen für anständige Inder" zu schaffen.

Nun viele Jahre später sind die Gebäude marode, nie wurde ausreichend in Reparaturen investiert. Da kommt zu einem Zeitpunkt an dem wieder einmal von der Genossenschaft über Instandhaltungsmaßnahmen und die damit verbundenen Kosten diskutiert wird, ein mehr als großzügiges Angebot eines Bauunternehmers.
Er bietet den Bewohners einen Preis für die Wohnungen der 250 % über dem üblichen Marktwert liegt...
Warum?

In einem Stadtteil Mumbais auf dem pro Einwohner sechs Ratten kommen, aufstrebende Finanzzentren direkt neben den schlimmsten Slums der Welt liegen, sieht er die Zukunft der Stadt. Eine Stadt die sich scheinbar nicht weiter entwickelt, sondern immer nur Neues aufschnappt.

Shah, der Bauunternehmer, will dieses Projekt verwirklichen, zumal sein direkter Konkurent die Frechheit besitzt und direkt vor seiner Nase mit einem spektakulären Bau beginnt.

Das Angebot wird unterbreitet. Bedingung: Alle Parteien müssen unterschreiben! Alle!
Für die meisten der Bewohner ist es die Chance ein neues Leben anzufangen, zum einen weil sie bei dem überaus großzügigen Angebot in der Lage sind sich etwas Neues zu kaufen, zum anderen weil man ein gutes finanzielles Polster für die Zukunft hätte.

Aber warum soll Masterji, pensionierter Lehrer und seit einem Jahr Witwer, ausziehen? Warum soll er eine Wohnung verlassen in der er den größten Teil seines Lebens verbracht hat?

Andere Bewohnter die sich zunächst auch sträuben, werden schließlich überzeugt! Es hat nicht lange gedauert bis der Makler auf deren Schwachstellen gestoßen ist. Geld, viel Geld, macht schwach - der Mensch ist korrupt.
Aber noch haben nicht alle unterschrieben, die Frist läuft ab, die Drohungen nehmen zu und werden immer deutlicher. Dass man sich schlußendlich seitens des Bauunternehmers solcher Maßnahmen bedient ist nicht verwunderlich. Sowohl Polizisten als auch Politker stehen auf deren Gehaltslisten....

Fazit:
Moderne und Tradition prallen aufeinander.
Für die Gesetze der freien Marktwirtschaft ist man genauso empfänglich wie für den Rat eines tamilischen Astrolgen der den Baubeginn bestimmt.
Aravind Adiga hat einen großartigen Roman über die Gier des Menschen, seine Unersättlichkeit geschrieben.
Mit viel Ironie blickt er auf die Millionenstadt Mumbai und seine Bewohner, wobei nicht jeder gut dabei weg kommt.
Ein kurzweiliges Lesevergnügen (die Zeit fliegt geradezu dahin) das ich uneingeschränkt empfehlen kann und das mir noch besser gefallen hat als "Der weiße Tiger"
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