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Und worum geht es? Um ein junges Verbrecher-Pärchen, das kreuz und quer durch Europa reist und scheinbar wahllos andere junge Pärchen – meist auf Hochzeitsreise – tötet. Dann arrangiert es die Opfer wie ein berühmtes Gemälde und schickt anstelle eines Bekennerbriefes eine Kunstpostkarte an einen Journalisten der örtlichen Tageszeitung. Solch eine Postkarte bekommt auch die bei der Stockholmer „Aftonposten“ tätige Journalistin Dessie Larsson. Als die entsprechenden Mordopfer gefunden werden, steckt Dessie mitten in den Ermittlungen – und dann steht auch noch der bei der New Yorker Mordkommission arbeitende Polizist Jacob Kanon vor ihrer Tür, dessen Tochter den „Postcard Killers“ zum Opfer gefallen ist und der sie seitdem als rächender Vater durch halb Europa verfolgt. Die schwedische Polizei – behäbig und offenbar unfähig, mehr als den im eigenen Land begangenen Mordfall zu untersuchen – kommt nicht vom Fleck, und so heften sich Dessie und Jacob, die selbstredend auch ein Paar werden, auf eigene Faust an die Fersen der Täter.
Bekommt man von diesem Buch, was man erwartet, oder wird man enttäuscht? Das hängt extrem davon ab, von welcher Seite man sich nähert. Wenn man als James-Patterson-Leser daherkommt, liefert einem dieser Thriller genau das, was einem die Marke Patterson verspricht: solide Spannung, einen temporeichen Plot, gewürzt mit der unvermeidlichen Prise Love & Sex, weitgehender Verzicht auf Psychologisierung oder tiefergehende Charakterisierung, einen einfachen, unausgeschmückten Satzbau sowie – das ist das Auffälligste – die Patterson-typischen Minikapitel, für die man maximal zwei Minuten braucht (die 350 Seiten dieses Buches sind in rund 120 Kapitel unterteilt, die auch noch immer auf einer neuen Seite beginnen und zudem extrem großzügig gesetzt sind).
Kommt man hingegen von der Liza-Marklund-Seite, die ja auch nicht gerade tiefschürfende große Literatur schreibt, aber als Vertreterin der Schwedenkrimi-Schule doch zumindest für psychologisch ausgearbeitete Charaktere und eine Verankerung ihrer Romane in einer gesellschaftlichen Realität steht, so ist die Enttäuschung unvermeidlich: zu flach, zu oberflächlich, zu dahingeschludert. Und, wenn man es im Nachhinein betrachtet, auch katastrophal unrealistisch (was einem, zugegeben, während der Lektüre gar nicht so auffällt). Daher kann man nur das Fazit ziehen: Herr Patterson, schreiben Sie bitte weiterhin James-Patterson-Romane, und Frau Marklund, schreiben Sie bitte weiterhin Liza-Marklund-Romane. Dann weiß jeder, was er hat, und alle sind zufrieden. -- Christoph Nettersheim
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