Juan Marsés Roman erschien1966 und wurde schnell zu einem Klassiker der modernen spanischen Literatur. Der Autor zeichnet gleich am Anfang des Buches das Bild der Geschichte: Es beginnt mit dem Ende eines Festes, Konfetti und Luftschlangen liegen auf dem Boden, das Podium ist leer, ein einsames junges Paar bleibt zurück, fehl am Platz, etwas verwirrt.
In dem Buch treffen sich drei junge Menschen für einen Sommer lang. Manolo rast auf geklauten Motorrädern und in der weißen Floride", dem Sportwagen von Teresa, durch die Stadt. Ab und zu macht er Halt und holt Luft im Bett von Maruja, am Strand oder in einer Bar auf dem Monte Carmelo beim Kartenspiel. Maruja hofft auf das kleine Glück und erduldet das Leben mehr, während für Teresa die Welt mit all ihren Möglichkeiten scheinbar offen steht. Juan Marsé versteht es zu erzählen, und so vergehen die 450 Seiten wie im Flug.
Wie die anderen Romane von Marsé enthält auch dieser eine Vielzahl von Ebenen. Eine ist die Liebesgeschichte der drei so unterschiedlichen Menschen mit ihrer Sorglosigkeit, dem Drang und der Neugier der Jugend. Andere Ebenen sind die soziale Ungerechtigkeit zwischen den Gesellschaftsklassen, dann der Separatismus der Katalanen und die Demonstrationen der bürgerlichen Studenten und ihr Interesse für den Kommunismus, um nur einige zu nennen. Marsé beschreibt die Langeweile und den Überdruss in der bürgerlichen Gesellschaft und die Armut und das Elend der anderen, die sich nur mit kleinen kriminellen Aktivitäten am Leben erhalten können, und die von den jungen Widerstandskämpfern sonderbar romantisch verklärt werden. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und scheint oft eine vorhersehbare Wendung zu nehmen, um dann doch anders als erwartet auszugehen. Alles bleibt offen und ist möglich.
Jedem Kapitel ist ein Gedicht oder ein Zitat vorangestellt; so beginnt der Roman mit dem Gedicht von Baudelaire: Oft, zum Vergnügen, ...". In dem Gedicht beschreibt Baudelaire, wie Matrosen einen Albatros zum Vergnügen fangen und ihn misshandeln. Der Vogel, der in der Luft großartig und königlich wirkt, scheint auf den Planken des Schiffes plump und kläglich und zuletzt nach der erlittenen Pein lächerlich und hässlich. Es fasst die Geschichte von Manolo zusammen. Schön und groß zu Beginn verlässt er seinen Lebensraum, um seinen Träumen zu folgen. Für Teresa, die Tochter aus gutem Hause, und ihre Freunde ist er unterhaltsam und kurios. Sie liebt seine wilde Kraft und seine Unberechenbarkeit, ein Vergnügen einen Sommer lang. Auf den neuen Planken, dem Parkett der bürgerlichen Gesellschaft, wirkt Manolo unbeholfen und lächerlich und am Ende nach einem Missgeschick bleibt er kraftlos und hässlich zurück.