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Letzte Tage: Boxerroman [Gebundene Ausgabe]

Matthias Eckoldt
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

5. März 2010
Im Boxerroman von Matthias Eckoldt ist jeder Satz ein Treffer. Seine Worte kommen wie Boxschläge, kraftvoll und präzise, wenn er die Duelle im Ring beschreibt. Die schwitzenden Körper, die jubelnde Menge, die Spannung bevor der Gong ertönt, die krachenden Haken. "So wirklichkeitsnah und kenntnisreich ist die Welt des Boxens noch selten ins Werk gesetzt worden. Doch wäre "Letzte Tage" kein genuiner Boxerroman, ginge es hier nicht immer auch um die Kämpfe in der Arena des Lebens. Das Genre hat einen neuen Champ: Matthias Eckoldt." (Michael Kothes, Essayist und Box-Philosoph)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 248 Seiten
  • Verlag: Dittrich, Berlin; Auflage: 1 (5. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937717439
  • ISBN-13: 978-3937717432
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.097.139 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Haken fliegen, Kiefer brechen, es wird eingesteckt und ausgeteilt, den Ansagen des Trainers gehorcht und das eine Ziel blind verfolgt: Wer in den Ring steigt, will siegen, und Eckoldt gelingt es, uns über 200 Seiten hinweg soghaft in die körperfixierte Welt der Boxsportler hineinzuziehen. ... Der spannungsreiche Roman "Letzte Tage" lebt von Milieukenntnis und liest sich passagenweise wie eine Sozialreportage. Er ist aber mehr noch eine menschlich berührende Fiktion, in der präzise schnelle Dialoge übergehen in die Beschreibung der Gefühlswelt eines Menschen, der sich zusehends abhandenkommt. (Sigrid Brinkmann, NDR Kultur)

Die Stärken des Buches liegen ... in den Einblicken in die Boxerseele - im Trainingsalltag und im Ring. Eckoldt bringt Schlagkombinationen und Wirkungstreffer so eindrucksvoll herüber, als säße man direkt am Ring. Auch die Verzweiflung eines KO-geweihten Boxers, der sich einfach nur noch ausruhen möchte, erlebt man unmittelbar mit. (Der Ringrichter)

Grund genug sich in der Zwischenzeit auf Matthias Eckoldts kleines literarisches Experiment einzulassen: In Letzte Tage treten nur wenige Personen auf jede viel zu sehr gebrochen, als dass Sie als erkennbarer Repräsentant einer sozialen Schicht durchgehen könnte. Eckoldt nimmt die Menschen, ihre Entscheidung, ihr Leben so und nicht anders zu gestalten, ernst. So umgeht er die Falle, in die eine eher soziologisch geleitete Beschäftigung mit dem Boxen tappen könnte: dass sie Menschen nur als Träger von Masken zeichnet. (Martin Krauß, konkret)

Buchrückseite

In der letzten hundertstel Sekunde, bevor das Ding bei dir einschlägt, denkst du noch: Wo kommt diese Faust denn her? Dann fliegt dein Kopf in den Nacken. Und alles wird ganz leicht. Ganz entspannt. Eigentlich so wie ein langer Seufzer. Schlimm wird’s erst, wenn das Gesicht vom Ringrichter plötzlich da ist. Du hörst, wie er zählt, und dann wird dir klar, dass du vor ihm am Boden liegst. Und nicht nur vor ihm, sondern auch vor deinem Trainer und deinem Gegner und den Zuschauern. Du liegst auf dem Rücken wie ein Baby. Du denkst nur noch eins: aufstehen, aufstehen, aufstehen! Aber die Knie knicken dir weg. Dann winkt der Ringrichter ab, und du willst nur noch verschwinden. Ganz allein in deiner Kabine sein. Dich in deinem Bett vergraben. Doch man lässt dich nicht. Trainer, Ärzte, Freunde. Alle kümmern sich um dich.

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4.0 von 5 Sternen Das Tal des Trainers 26. Februar 2011
Von Gerhard Mersmann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Mit der Vereinigung Deutschlands im Jahr 1990 bekam der Boxsport einen neuen Schub. Tausende exzellent ausgebildete Amateurboxer aus der ehemaligen DDR und später aus anderen osteuropäischen Ländern suchten ihr Domizil in deutschen Boxställen, um eine Karriere im Profisport zu beginnen. Viele davon hatten Erfolg, eine direkte Übertragung ihrer Erfahrungswelten fand jedoch nicht statt. Die saubere, institutionalisierte Schule der ehemals sozialistischen Länder brachte einen anderen Typus des Boxers hervor, als das vorher im Westen, vor allem im durch die USA geprägten Profisport der Fall war. Sauber kämpfende, aus durchaus normalen sozialen Verhältnissen stammende Boxer, die von Training und Einstellung her exzellent eingestellt waren, stießen auf Underdogs, die aus dem Ghetto kamen und immer noch etwas hatten, das man in Fachkreisen denen aus dem Osten absprach: Killerinstinkt.

Matthias Eckoldts präzise und schnell daher kommender Roman gewährt einen Einblick in das Universum der sozialistisch geprägten Boxwelt, die im Westen Fuß fasste und durchaus große Erfolge aufzuweisen hat. Das Besondere an Eckoldts Roman ist jedoch, ihn aus der Perspektive des Trainers zu erzählen. Die Handlung ist einfach und das Problem schnell ausgemacht: Toni, ein ehemaliger DDR-Boxer und jetziger Trainer, hat zwei Schützlinge, die er beide nach oben bringen will. Alex aus gutem Hause, der als Halbschwergewichtler schon Erfolge erzielt hat und durch das schnelle Geld ins Schlingern geraten ist und Rico, der quasi als Weise in Tonis Hände kam und eigentlich zwei Klassen unter Alex boxt. Als der, wie sollte es anders sein, skrupellose Boxmanager Bornemeyer, natürlich ein typischer Westler, Toni anbietet, Alex durch einen Kampf gegen Rico wieder aufzubauen und damit egal bei welchem Ausgang die Option zu haben, weiter Geld zu verdienen, kommt Toni in einen Konflikt, der letztendlich ihn, den Trainer, zu Boden schickt.

Trotz großer Zweifel entscheidet sich Toni für die Betreuung Alex, der im ungleichen Kampf Rico den Unterkiefer bricht. Als die Ecke Ricos, seinerseits unterstützt durch einen Trainer aus der Bronx, nicht ans Aufgeben denkt, wirft der bereits alkoholisierte Toni das Handtuch, um Rico zu retten. Toni verliert den Vertrag und erliegt dem Suff, allein gelassen von seiner Frau und den ehemaligen Schützlingen. Eine Perspektive gibt es nicht, es waren seine letzten Tage.

Eckoldts Roman ist ein gelungener Versuch, das heutige Boxen aus überalterten Klischees zu holen und ihm einen der Entwicklung entsprechenden Realismus zukommen zu lassen. In seiner technischen Perfektion entspricht er aber auch dem Bild, das aus der osteuropäischen Amateurwelt stammt, das Fundamentale, Existenzphilosophische, hat darin keinen Platz mehr, was viele Bedauern werden, deren Faszination gerade sich aus dieser Perspektive speist. Sehr gut geschrieben, wenig Seele.
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