Eigentlich bin ich gar kein Freund der - überwiegend - amerikanischen Kriminalliteratur, die um des Vortriebs der Geschichte willen sich nicht lange mit vermeintlichen Nebenkriegsschauplätzen befasst. Ich mag es ja, wenn sich Geschichten langsam entwickeln, Raum für Zwischentöne bleibt, Charaktere dem Leser sich durch ausführlichere Beschreibungen öffnen - wie bei Mankell zum Beispiel. Und ich kenne sogar wenige amerikanische Autoren, die derartig sparsam erzählen wie Thomas, der 1995 verstorbene, in den USA sehr erfolgreiche Autor. Hier ist wirklich kein Wort verschwendet worden. So werden die Protagonisten eher zu flüchtigen Bekannten denn zu Personen, in die man sich hineinversetzen kann. Alles Geschriebene dient ausschließlich dazu, die Story voranzubringen.....Nun, wenn dies einer so gut beherrscht wie Thomas, dann komme ich auch bei derartigen Prioritäten zu meinem Lesevergnügen! Jedenfalls wenn die Übersetzung wie hier in Ordnung ist, was bei den älteren Romanen aus den 70ern und 80ern leider nicht immer der Fall war. Ich schließe mich da voll und ganz Bill Clinton an: "I love the books of Ross Thomas!".
Zusammenfassend zur Story: Wann immer schmutzige Tricks und politische Intrigen anstanden, befand sich Steadfast Haynes in vorderster Front. Nichts fürchtet man daher mehr in Washington als die Memoiren des einstigen CIA-Söldners. Dessen Sohn und Erbe - Exbulle und nunmehr Schauspieler - deponiert das brisante Manuskript in Mac's Place, einer Grillbar, deren Besitzer, die beiden mit Haynes und der CIA vertrauten Kneipiers McCorkle und Padillo, nicht verhindern können, dass wegen Haynes' explosivem Erbe bald einige Menschen sterben müssen, während die Preise für das Manuskript in die Höhe schnellen, weil es überraschenderweise mehr als einen Bieter gibt..