Das Buch wird Liebhaber der Jan Wolf Reihe durchaus zufrieden stellen, Günther Zorn greift auch im fünften Band auf bewährte Zutaten wie das japanische Lokalkolorit, Kampfsport und die Vorliebe des Helden für gutes Essen zurück. Viel mehr tut sich dann aber auch nicht. Die Krimihandlung kommt nicht so recht auf Touren, was zum Teil sicher der gedehnten Beschreibung von Routinehandlungen geschuldet ist: Jan Wolf unterwegs in Tokio, Jan Wolf beim Aikido, Jan Wolf im Restaurant.. jemand müßte allein mal zählen wie oft sich der Protagonist seinen geliebten Caffe Latte bestellt. Was in den ersten Bänden noch unterhaltsam war und auch zur Ausgestaltung der Figur beitrug ist in oft langweilige Routine übergegangen. Eine Weiterentwicklung der Figur Jan Wolf ist nicht zu sehen, abgesehen vom beruflichen Aufstieg, der (ebenso wie in den vier Bänden davor) immer stetig nach oben zu führen scheint. Viele Nebenfiguren bleiben blaß, klischeehaft und eindimensional. Drei Sterne vergebe ich als Fan dieser Japan-Krimi-Reihe und weil das Buch für einen Laien (Günther Zorn ist hauptberuflich Manager) sehr ordentlich geschrieben ist. Wer ein wirklich anspruchsvolles Buch aus dem Genre sucht, sollte sich woanders umsehen.