Nicht zum ersten Mal stellt Jan Wolf die Geduld seiner Anna und die seines Freundes Andò auf die Probe. Statt Verbrecher zu jagen, hat er sich eigentlich fest vorgenommen, sich auf berufliche Aufgaben und auf das private Vergnügen zu konzentrieren. Als Senior-Partner der Beratungsfirma Wolf & Partner arbeitet er an einem Projekt für einen deutschen Weinexporteur, der seine Weine in Japan vertreiben will. Jan Wolf kann sich kein schöneres Arbeitsgebiet vorstellen. Eine Weinverkostung im eigenen Hause gerät allerdings zu einem Fiasko für Jan, als der anwesende Star-Sommelier die teure Neuerwerbung, einen Bordeaux, als billige Fälschung entlarvt. Wer steckt hinter diesem Betrug? Jans Freund, der Weinhändler Murakami, ist über diese Fälschung, die schließlich über seinen Ladentisch gegangen war, entsetzt und verspricht sofortige Aufklärung des Vorfalls. Zu dem vereinbarten Treffen kommt es allerdings nicht mehr. Murakami wird von einem Wagen der Tokyoter U-Bahn erfasst und getötet. Als Jan Wolf einen rücksichtslosen Schläger an einer Fahrerflucht hindert, ahnt er noch nicht, dass er diesem Gegner nicht das letzte Mal gegenüberstehen wird ...
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Das Buch wird Liebhaber der Jan Wolf Reihe durchaus zufrieden stellen, Günther Zorn greift auch im fünften Band auf bewährte Zutaten wie das japanische Lokalkolorit, Kampfsport und die Vorliebe des Helden für gutes Essen zurück. Viel mehr tut sich dann aber auch nicht. Die Krimihandlung kommt nicht so recht auf Touren, was zum Teil sicher der gedehnten Beschreibung von Routinehandlungen geschuldet ist: Jan Wolf unterwegs in Tokio, Jan Wolf beim Aikido, Jan Wolf im Restaurant.. jemand müßte allein mal zählen wie oft sich der Protagonist seinen geliebten Caffe Latte bestellt. Was in den ersten Bänden noch unterhaltsam war und auch zur Ausgestaltung der Figur beitrug ist in oft langweilige Routine übergegangen. Eine Weiterentwicklung der Figur Jan Wolf ist nicht zu sehen, abgesehen vom beruflichen Aufstieg, der (ebenso wie in den vier Bänden davor) immer stetig nach oben zu führen scheint. Viele Nebenfiguren bleiben blaß, klischeehaft und eindimensional. Drei Sterne vergebe ich als Fan dieser Japan-Krimi-Reihe und weil das Buch für einen Laien (Günther Zorn ist hauptberuflich Manager) sehr ordentlich geschrieben ist. Wer ein wirklich anspruchsvolles Buch aus dem Genre sucht, sollte sich woanders umsehen.
Wie hier schon in einer anderen Rezension zu lesen, ergeht sich der Autor mal wieder in vielen Details zum Leben in Tokio und der Stadt selbst.
Ich lese diese Reihe in erster Linie weil ich selbst 3 Jahre in dieser Stadt gelebt habe und die Beschreibungen sicherlich sehr authentisch sind. Doch muss man wirklich bis ins kleinste Detail JEDESMAL beschreiben, mit welcher Bahnlinie man welcher Bahnhöfe in welcher Reihenfolge abfährt. Oder das man von der A-Straße über die B-Allee in den C-Weg einbog und schließlich an der dritten Ecke das Luxusrestaurant in der D-Gasse zu erreichen ? Ja, der Autor kennt sich in Japan und speziell Tokio aus, aber dass muss man dem Leser nicht in jeder zweite Zeile vor Augen führen.
Die "kriminalistische Handlung" ist diesmal durchaus gelungen und gut ausgedacht, aber die permanente Selbstdarstellung (der Protagonist isst und trinkt stets nur vom feinsten, kleidet sich in die teuersten und angesagtesten Gewänder etc.) ist in diesem Band für meinen Geschmack einfach zu heftig.
Wie schon in den ersten vier Japankrimis gelingt es dem Autor Günter Zorn durch detaillierte Schilderungen des Alltags in Tokio dem Leser japanische Sitten und Gebräuche näher zu bringen. Viel Lokalkolorit und gute Beobachtungsgabe für scheinbare Nebensächlichkeiten machen die Metropole Tokio menschlich. Mit einem guten Schuss Selbstironie beschreibt er das Leben in einer faszinierenden Stadt und liefert einen spannenden und wendungsreichen Krimi mit überraschendem Ende ab. In jedem Krimi von Günter Zorn geht es auch um ein Sachthema - diesmal Weinimport nach Japan - das gut recherchiert ist. Nach der Lektüre der ersten vier Krimis mit dem Protagonisten und Hoppy-Detektiv Jan Wolf, seiner Ehefrau Anna und Ando Shusaku, einem guten Freund von der Tokioter Polizei, fühlt man sich fast schon wie ein Teil der Familie und leidet mit. Da er seit fast 20 Jahren in Tokio lebt, weiß Günter Zorn wovon er schreibt, das macht den Krimi authentisch.