1953 entstanden zwei der berühmtesten Aufnahmen der Vier Letzten Lieder: Mit Elisabeth Schwarzkopf unter Otto Ackermann (EMI) und die vorliegende Aufnahme. Beide Monoaufnahmen liegen in neuesten Digitalisierungen vor und reizen zum direkten Vergleich. Della Casa überzeugt mehr als die Schwarzkopf, die bereits damals nicht nur "sang", sondern mit gewissen Manierismen "vortrug". Auch wirkt die Stimme Della Casas etwas voluminöser und weniger scharf als die Schwarzkopfs. Schließlich sorgte Böhm für ein überraschend zügiges, aber keinesfalls gehetztes Dirigat (man vgl. hierzu nur die spätere, von Karajan in die Länge gezogene und "übertechnisierte" Aufnahme mit Gundula Janowitz). Im Gegensatz zur Schwarzkopf (unter Szell, EMI) hat Della Casa später die Lieder nicht nochmals stereophon aufgenommen, warum auch? Besser als bei diesem schönen Dokument aus den Tagen der (guten) Monoaufnahmen hätte sie es vermutlich nicht machen können.