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Letzte Grüße [Gebundene Ausgabe]

Walter Kempowski
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
  • Verlag: Albrecht Knaus Verlag; Auflage: 1. Aufl. (18. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3813501957
  • ISBN-13: 978-3813501957
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 439.702 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Walter Kempowski
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Behüt uns Gott vor Schnee und Wind/und Deutschen, die im Ausland sind": Der ewig grantelnde, so pingelige wie ehrpusslige Schriftsteller Alexander Sowtschick, Kempowski-Fans bereits aus dem Roman Hundstage (1988) wohl vertraut, kann schlecht Nein sagen, als ihn im Herbst 1989 ein wohlbekanntes Kultur-Institut im Rahmen seiner "Deutschen Wochen" zu einer Lesereise durch die USA einlädt: Die Arbeit am neuen Roman, für den bereits ein üppiger Vorschuss kassiert ist, stockt, es droht die Beleidigungsklage eines sensiblen Kollegen, den er "Dünnbrettbohrer" genannt hat, warum also nicht ein paar Dollar verdienen, properen College-Studentinnen auf die braungebrannten Beine schauen und von deutscher Kultur künden? Sowtschick, der alte Literaturbetriebsfuchs, weiß, wie man es macht: "Ein Bändchen Heine-Gedichte gut sichtbar in der Rocktasche stecken haben für alle Fälle, ein Eckchen hervorzupfen das Dings, damit's jeder sieht."

Für Sowtschick, den die Amerikaner mal als "Sautschick", mal als "Sowjetscheck" ansprechen, gerät die transatlantische Tour über 25 Stationen alsbald zur Tortur: Nicht genug, dass er sich von "Plürrkaffee" und "Dry toast with butter" ernähren und allenthalben als Repräsentant des bösen Nazi-Deutschland herhalten muss. Sowtschick hat katastrophale Organisation und ausgefallene Lesungen ebenso stoisch zu ertragen wie dumpfe Anbiederungsversuche des Publikums und Moderatoren, die seine Bücher in jeder Veranstaltung als "hintergründig und doppelbödig" annoncieren, weil sie ihre Werkkenntnis nur einschlägigen Verlagsprospekten verdanken.

Dass ihm eine Archivarin in Yale zu Spiegeleiern und einem "erotischen Erlebnis der dritten Art" verhilft, kann die Sache auch nicht retten. Sowtschicks besondere Pein: Der Lyriker Adolf Schätzing -- jünger, erfolgreicher, politically correct und Boss-Unterhosen-Träger -- ist stets vor ihm da. Einmal steckt ihm Sowtschick einen Zettel ins Wäschepaket: "Werde ich Sie irgendwann einholen?" Leider nein: Ausgerechnet am Abend des 09. November bricht Sowtschick in seinem New Yorker Hotelzimmer tot zusammen; über den TV-Schirm flimmern ausnahmsweise nicht die Serienhelden "Hackle und Shackle", sondern Bilder der bröckelnden Berliner Mauer.

Die letzte Lesereise als wunderbares Lese-Vergnügen: Bitterböse und sarkastisch, zuweilen in slapstickhafter Komik erzählt Kempowski von Sowtschicks Abgang. Kein Kalauer (etwa: Yale = Jail) wird ausgelassen, gelegentliche Abstürze in Peinlichkeiten scheinen dem Autor sogar besonders diebische Freude zu bereiten. Seinen Reiz bezieht der Roman nicht nur aus den schnurrigen Beschreibungen des Literatur-Betriebs, sondern mehr noch aus dem listigen Spiel mit dem Leser: Wie viel Kempowski steckt in jenem Sowtschick, der da mit Goldrandbrille und Prinz-Heinrich-Mütze durch Amerika stapft? Die editorische Notiz "Alles frei erfunden!", die Kempowski seinen Romanen gern voranstellte, fehlt. --Niklas Feldtkamp

Pressestimmen

"Mit 'Letzte Grüße' tritt der große Erzähler des deutschen Kleinbürgertums komödiantisch vom Amt des Romanciers zurück." (FAZ vom 07.10.2003 )

"Ein richtiger Kempowski: Frisch erzählt und mit jenem Humor vorgetragen, der Distanz schafft und immer wieder versöhnt." (HESSISCHE/NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE )

"Das hätte man beinahe vergessen. Es gibt eine Komik jenseits der Comedy, es gibt den subtilen Witz. Ausgerechnet Walter Kempowski muss uns daran erinnern, der Autor aus der norddeutschen Ebene, der sich mit seinem 'Echolot' als strenger Archivar der Schrecken des 20. Jahrhunderts profilierte. 'Letzte Grüße' heißt sein jüngster, hinreißend komischer Roman, der am heutigen Samstag in die Buchläden kommt." (tz am wochendende, 20./ 21.09.03 )

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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Besser als der Walser! 23. Mai 2005
Von Dr. M.
Format:Taschenbuch
Dieses "Alterswerk" eines der bedeutendsten Nachkriegsautoren weist deutliche Berührungsflächen zu dem eines anderen "Großen" der zeitgenössischen deutschen Literatur auf, nämlich Martin Walser mit seinem "Augenblick der Liebe", das nur kurze Zeit später vorgelegt wurde. Sprachlich können sie's beide, die deutschen Altmeister, inhaltlich wirken die Bücher freilich im Gleichschritt wie die Literatur aus deutschen Landen generell (und exemplifizieren so wunderbar, warum so viel Importware aus Amerika (sic!) die Buchregale füllt): als hätten sie's verlernt Geschichten zu erzählen. Beide Bücher kann man im Grunde in drei Sätzen zusammenfassen ohne Entscheidendes auslassen zu müssen. Beide Bücher führen in die U.S.A. In beiden Büchern werden die Helden - alternde Autoren, die in Übersee etwas vorzutragen haben - Opfer von Missverständnissen und Peinlichkeiten, die normale U.S.A.-Reisende in dem Maße wohl nicht erleben werden, aber dafür sind normale U.S.A.-Reisende ja auch keine Literaten. Kapitel für Kapitel hetzt Kempowski seinen in die Jahre gekommenen Literatur-Heroen namens Sowtschik durch einen amerikanischen Parcours der Widrigkeiten und lässt ihn so regelmäßig, wie er ihm Morgen für Morgen schwer verdaulichen "dry toast with butter" vorsetzen lässt, über vom Autor satirisch höher gelegte Hürden des interkulturellen Austauschs stolpern. Jede Station der Lesereise, die Sowtschick zu überstehen hat, folgt dem Variation-und-Fuge-Verfahren und so passiert zwar ständig etwas anderes, aber nichts wirklich Neues, will sagen: nichts, was die Handlung im Sinne eines Spannungsbogens maßgeblich vorantreibt. Einen dramatischen Höhepunkt gibt es zwar am Ende trotzdem und der ist auch leitmotivisch herrlich vorbereitet, aber das ist es eher nicht, was das Buch Gnade vor den Augen des Lesers finden lässt. Dass - ähnlich wie bei Grass' "Im Krebsgang" (und bei Walser sowieso) - auch der aktuelle Deutsche-als-Opfer-Disput (hier in Gestalt der alliierten Bombenangriffe auf Dresden) ein Subthema ist, mag eine neue Tendenz in der deutschsprachigen Literatur der Gegenwart andeuten. Aber das ist es auch nicht, was dieses Buch lesenswert, ja unterhaltsam macht. Es ist der herrliche Humor, der vielleicht deswegen so gut ankommt - denn dieses Buch ist wirklich witzig -, weil er sich offensichtlich aus der Fähigkeit des Autors speist sich (und seine Zunft) selbstironisch durch den Kakao zu ziehen, etwas, was bei Walser, der den Leser überdies sich ständig in aufgeblasenen Wortgeflechten verlieren lässt, schlechterdings nicht erkennbar wird. Dort muss man dem spät aufblühenden Rentner wohl noch Respekt dafür zollen, dass er endlich einsieht, dass das junge Ding nichts für ihn ist. Ja, man ist förmlich erleichtert, wenn man Walsers Werk endlich weglegen und den dritten Satz seiner Inhaltszusammenfassung sprechen kann. Bei den "letzten Grüßen" hingegen tut es einem fast ein bisschen Leid, dass einem im Verein mit dem armen Sowtschick am Ende doch manches verwehrt bleibt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Herzlich Willkommen? 9. September 2010
Von A. Meier TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Ein Autor, Alexander Sowtschick, wird zu einer Vortragsreise nach Amerika anlässlich der "Deutschen Wochen" eingeladen. Sowtschick aber mag das Land genauso wenig wie sein realer Schöpfer. In Erinnerung an Kempowskis letzte öffentliche Auftritte könnte man fast zu dem Schluss kommen, dass er seiner literarischen Figur schließlich immer ähnlicher geworden war. Die heitere Hintergründigkeit, die den Autor in jüngeren Jahren kennzeichnete und mir so sympathisch machte, schien einer schlechtgelaunten Verbiesterung und Bitterkeit gewichen zu sein. Seine Talkshow-Auftritte in den letzten Lebensjahren waren für mich nur noch schwer zu ertragen.

Möglicherweise spiegeln das Buch und die Haupfigur nur allzu genau die Befindlichkeiten des Autors und seine Weltsicht während dieser Zeit wider, was man dann nachträglich im Grunde nur bedauern kann. Diesen vor sich hinplätschernden Roman kann man zwar flüssig hintereinander weglesen, für meine Begriffe jedoch ohne einen tieferen Erkenntnisgewinn - wobei es diesbezüglich (bei all den positiven Rezensionen hier) aber wohl auf jeden Leser selbst ankommt. Nach der eigenen Lektüre (in Amerika übrigens) wünschte ich mir, Sowtschick wäre zu Hause geblieben, und Kempowski hätte uns und auch sich dieses Buch erspart. "Kempowski-Humor" oder "unübertroffenen feinen, spitzen u. hintergründigen trockenen Humor" habe ich nicht wahrgenommen - eine "negative und miesepetrige Stimmung" allerdings schon. Kempowskis Amerika-Kritik wirkte auf mich konservativ-altväterlich, sehr teutonisch und über weite Strecken leider auch geradezu unverbesserlich banal, weil mit wenig vorhandenem Interesse an dem fremden Land und seinen Gebräuchen - dabei oberflächlich und vordergründig, um nicht zu sagen in fast schon hoffnungsloser Weise borniert, weil auch nicht von einem tieferen oder zumindest ansatzweise vorhandenen Verständnis für Mentalität und Kultur durchdrungen.

Bei einer vorhandenen satirisch-kritischen Schärfe hätte ich Sowtschicks Kapriolen in Amerika mehr abgewinnen können. Seine misanthropische Einstellung, seine Sottisen zu Land, Leuten und vor allen Dingen eben auch permanent zur eigenen Befindlichkeit wirkten auf mich doch sehr hinter Zeitläuften und Zeitgeist zurückgeblieben. Und mit Sowtschicks Tod am Ende, für mich ebenfalls eher gewollt als in sich schlüssig dargelegt, schien mir Kempowski - von allem angeödet - Buch, Held und Amerika einfach nur noch hinter sich lassen zu wollen. Mag sein, dass die Zeit über dieses Buch und über die darin geschilderte Zeitstimmung schlicht hinweg gegangen ist, sodass es inzwischen so anachronistisch und lau wirkt. Seine Zeit aber kann man anregender verbringen als mit dieser Lektüre. Gut, dass dies nicht Kempowskis "Letzte Grüße" an seine Leser waren ...
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich konnte es kaum erwarten, die beiden Kempowski-Bücher "Letzte Grüße" und "Alkor", die ich mir für den Urlaub aufgespart hatte, endlich aufschlagen zu dürfen. Die Kombination beider Bücher - da sie den selben Zeitraum betreffen- kam mir extrem reizvoll vor. Ich habe mich entschlossen, zuerst "Letzte Grüße" zu lesen, was sich im Nachhinein als richtig erwiesen hat.

Das Buch liest sich sehr flüssig, die Handlung folgt einem einfachen Schema, verschlungene Handlungsseitenarme kommen -Gott sei Dank - nicht vor. Der typische Kempowski-Humor ist allgegenwärtig. Wunderbar werden die exemplarischen Typen der amerikanischen Gesellschaft herausgearbeitet. Irgendwie bin ich genau diesen im meinem Leben (ich bin in einem stark amerikanisch geprägten Umfeld aufgewachsen und arbeite in einer internationalen Firma)schon mal begegnet. Deja vu's mit speziellem Kempowski-Blick auf jeder 10. Seite. Für mich war dieses Buch die perfekte Urlaubslektüre -allerdings war ich 2 Tage wegen Dauerlesens kaum ansprechbar. Gleich im Anschluß habe ich "Alkor" gelesen - die perfekte Ergänzung. Für alle die Kempowski schon mal gelesen haben :

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Veröffentlicht am 2. Februar 2008 von Jokehero
"How good it is, to work hard" (Mormonen-Motto)
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Veröffentlicht am 1. Februar 2007 von sheep
Enttäuschend
Leider kann ich die Lektüre diese Buchs nicht empfehlen. Die Beschreibung der USA-Reise eines alternden Schriftstellers beinhaltet zwar gelegentlich einigen Witz, trockenen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. März 2005 von Steffalb
Enttäuschend
Die Geschichte beschreibt die Amerika-Vortragsreise eines alternden deutschen Schriftstellers.

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Veröffentlicht am 6. Juli 2004 von Gerd Hammers
Angst vor dem endgültigen Abschied?
Ich lese gern Kempowski. In seinem Buch "Letzte Grüße" sehe ich ihn und seinen unverwechselbaren Stil auch immer wieder einmal vorbeihuschen. Lesen Sie weiter...
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Abschied von der Weltbühne
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Satirische Abrechnung mit dem American way of life 1989
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Veröffentlicht am 30. Oktober 2003 von gigunelsa
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