Zugegeben: Farid Bang gehört beileibe nicht zu meinen Lieblingsrappern. Dennoch höre ich mir seine Alben in unregelmäßigen Abständen an, da man ihm einen gewissen Unterhaltungswert nicht abstreiten kann: brauchbare Beats, ein paar ansprechende Wortspiele, gute Diss-Lines - zusammengefasst zeigt Farid ab und an, dass er durchaus seine Berechtigung im Rapgeschäft hat. Vor allem seine Feature-Parts gefallen mir in der Regel gut. Bislang zeigte er mir das jedoch deutlich zu wenig, da auf 2-3 gute Tracks leider auch 7-8 miserable folgten.
Also war ich gespannt, ob Farid Bang die guten Ansätze endlich kontinuierlich zeigen konnte und muss leider zugeben: Nein! Weiterentwicklung in der gewünschten Form findet auch bei diesem Album nicht statt. Natürlich gibt es auch hier wieder kleine Lichtblicke, die eigentlich Lust auf mehr machen und beweisen, dass Farid Bang nicht so untalentiert ist wie seine Gegner es oftmals darstellen, nur insgesamt ist auch auf diesem Album deutlich zu wenig Abwechslung und Vielfalt geboten.
Ab und zu ein Track von Farid ist in Ordnung, aber das gesamte Album zu hören ist wirklich extrem anstrengend. Spätestens nach dem dritten oder vierten Song geht mir der Akzent, die ewig gleiche Betonung und auch die stets gleichen Themen derart auf die Nerven, dass ich sofort auf einen anderen Interpreten wechseln muss. Dieses 'Phänomen' trifft bei dem Album verstärkter auf als noch bei "Banger leben kürzer", bei dem ich mich mit einer größeren Anzahl an Tracks anfreunden konnte als es hier der Fall ist.
Fazit: Eine Weiterentwicklung bzw. Verbesserung fand nicht statt. All denen, die sich damit schon vorher anfreunden konnten, werden dieses Album gut finden - ich zähle mich nicht dazu. In meinen Augen (oder Ohren) reicht es eben nicht, mit ein paar Wortspielen und sporadischen Disstracks auf sich aufmerksam zu machen, wenn nicht viel dahintersteht und es an Tiefe fehlt.