Viktoria Tolstoy bringt auf ihren Alben immer wieder mal was neues daher, neue Richtungen, neue Motive und Themen. Nach einem super Album mit einigen Klassikern der Popmusik und eigenen Songs ("Pictures of me") und einem für mich weniger zugänglichen "russischen" Album mit jazzig vertonten Klassikthemen ("My russian soul"), widmet sie sich auf ihrem neuen Album Herbie Hancock und verleiht elf Songs von Herbie neuen Charme und ein zeitloses Arrangement.
Es geht dabei mehr in Richtung Acid Jazz und Funk Jazz, was mir besonders gefällt. Die Stücke "Trust me", "Textures", "Butterfly" oder "Paradise" sind rundum gelungen, eingängig und mit der wunderschönen Stimme von Viktoria eine Bereicherung für den Vocal Jazz. Die Arrangements sind funkig und abwechlsungsreich.
Balladesk wird es bei "Chan's song", das am Ende vor allem durch einen wundervollen Refrain und Streicher verzaubert und bei "Come running to me" und "Chemical residue", die auch ein wenig in die verträumt, geheimnisvollere Ecke gehen und so besonders überzeugen.
Der eigene Song "Letter to Herbie" ist funky und gelungen, wenn auch der Text etwas arg platt daherkommt.
Die Kollaboration mit Nils Landgren findet im Duett "Give it all your heart" seinen Höhepunkt, ein netter, eingängiger Song.
Ab Song 11 wird mir das Album leider etwas zu langweilig - "Tell me a bedtime story" und "Naima" kommen nicht mehr bei mir an und der bluesig rockige Bonustrack "Come on come over" (im Original auch nicht von Herbie Hancock und eher Acid Jazz) passt sogar nicht zum Rest und ist wohl auch deswegen "nur" Bonustrack, den man sich am Schluss aber hätte sparen können.
Insgesamt 10 sehr gute Songs, ein schönes Tribut an ihr Idol.
Ich wünsche mir aber mal mehr eigene, selbstgeschriebene Songs....vielleicht beim nächsten Album?
Viktorias Alben sind aber bisher immer eine Empfehlung wert.