präsentierte Bryan Ferry mit seinem dritten Solo-Album (dass aber in Anbetracht der zahlreichen Beteilgung der restlichen Roxy Musiker eh fast ein Gruppen Album ist) noch ein nahezu astreines Glam-Rock Werk. In letzter Sekunde - bevor Punk endgültig die Herrschaft in England übernahm.
Wie immer bei den frühen RM Alben gibt's da aber natürlich auch songs die über Glam hinausgehen. Soundmäßig und vom Arrangement wohl am bemerkenswertestens ist ,Chance Meeting', dass obwohl laut Liner Notes keine Beteiligung Brian Eno's ersichtlich ist, genauso klingt, als würde dieser sich schon für Bowie's Berlin Trilogie warmlaufen.
Ein leichter Anklang von Philly Soul - der Ferry eigentlich gut stand - ist auf diesem Album aber ebenso noch enthalten, wie der white men's funk der in ,Re-Make/Re-Model' anklingt.
Das Beatles cover ist für die 70er gut aufbereitet, wenn auch nicht sensationell, und bei den Balladen kann ein crooner wie Ferry ja sowieso nichts falsch machen.
Der Titelsong, ,Shame, Shame, ,Shame' (das die Österreicher vor allem in Ostbahn Kurtis Version als ,schee , schee, schee' kennen), ,The Price Of Love' und ,Casanova' sind astreiner Glamrock, aber auf sehr hohem Niveau. Letzterer deutet an wie Glamrock hätte klingen können, wenn er mit einer gehörigen Portion Laszivität versehen worden wäre, also von der Teenager zur Twen Phase herangereift wäre.
Die songs sind allesamt sehr sehr gut ausgewählt und ganz stark hier ist der sich langsam aufbauende verschleppte Blues-Pop von ,Sea Breeze' der ziemlich spät, fast schon eruptiert.
Für mich eines der besten Roxy Music Alben der frühen Phase. Zugreifen - macht Spaß.