Herbie Hancock schreibt in seinen Liner Notes zu dieser CD: "Chet could sing." Eigentlich hat er unrecht - und dann doch wieder überhaupt nicht.
Chet Baker's gebrechliche, immer auf dem schmalen Grat zur fehlerhaften Intonation wandelnde Stimme ist das hervorstechende und überwältigende Merkmal dieser Aufnahmen. Beim ertsen Anhören wunderte ich mich noch, daß Chet Baker, dessen Trompetenton so einzigartig und lyrisch ist, sein Leben lang immer wieder "versuchte", zu singen. Schließlich ist auch diese späte Aufnahme ein erneuter Beweis dafür, daß von einer klaren und geschulten Stimme Chet Bakers keine Rede sein kann.
Erst mit intensiverem Hören wird die tiefe Emotionalität von Chet Bakers Gesangs und sein Gespür für süße Melodien und lyrische Linien deutlich, das auch sein Trompetenspiel dominiert, welches - zumindest bei dieser Aufnahme - von dem eindringlichen Gesang Chet Bakers weit in den Schatten gestellt wird.