Am 13. April 1962 hatte die „die Zeit der Dorfmusik“ ein Ende. Da eröffnete der Star-Club auf St. Pauli seine Pforten und machte Hamburg zur ersten Adresse für Rock- und Beatbands aus England und Amerika.
Horst Fascher, Mitbegründer, Manager, Rausschmeißer und Musikerbetreuer, war von Anfang an dabei. In seinem jetzt erschienen Buch „Let the good times roll“ erzählt er von den Zeiten, als der Rock´n Roll sich anschickte, die Welt zu erobern.
Der heute 70jährige Fascher berichtet von Begegnungen mit Stars wie Ray Charles, Fats Domino und natürlich den Beatles, die im Star-Club ihre ersten musikalischen Gehversuche machten. Gleichzeitig beschreibt Fascher den Weg der damals sogen. „Halbstarken“-Generation zu sich selbst. Ohne richtige Vorbilder, konfrontiert mit dem Versagen der Elterngeneration und hungrig nach Leben erscheint die Rockmusik als Ausdruck eines neuen Lebensgefühls. Der Aufbruch endet jedoch für viele, wie auch für Horst Fascher, in Gewalt, sexueller Ausschweifung und Drogenmissbrauch. Die Grundlagen des „Schmuddelimage“ der Rockmusik werden gelegt, erst in den 70er Jahren schafft es die neue Musik auf die Kultur- und Feuilletonseiten der Zeitungen.
Wenn auch manchmal die Anekdoten zu dick aufgetragen wirken und die alten Zeiten kritiklos glorifiziert werden, schafft es Horst Facher dennoch in seinem Buch, ein authentisches Bild der damaligen Zeit zu zeichnen, das nicht nur für Insider interessant ist.
E.-Otto Oberstech