und das im allerbesten Wortsinn! Hugh Laurie liefert mit "Let them talk" ein Südstaaten-Bues-Album höchster Güte beim geneigten Hörer ab und es bleibt zu hoffen, daß dies kein einmaliger Ausflug von der Schauspielerei bleibt. Als ich im vergangenen Jahr im Booklet des neuen Meat Loaf Albums "Hang cool teddy bear" sein Foto unter der Auflistung beteiligter Musikern fand, war ich einigermaßen überrascht. Auf dem Album haut er beim Lied "If I can't have you" so leidenschaftlich, ambitioniert in die Tasten des Klaviers, daß sofort jeder Zweifel schwand. Dieser Mann ist kein berühmter Schauspieler, der einfach mal Musik machen will, der Mann ist Musiker, der halt sein Geld mit Schauspielerei verdient. Als nun sein Debut-Album angekündigt wurde, hatte ich keinen Zweifel, da kommt keine Meterware, da kommt ein Album eines reifen Musikers, der vor seinem ersten Album etwas länger als Schauspieler gejobt hat. Meine Erwartung wurde nicht nur erfüllt, sonder weit übertroffen! "Klingt wie" Vergleiche sind immer schwierig, aber jeder der Alben wie "Closing time", "The heart of saturday night", "Small change" oder "Heartattack and vine" vom frühen Tom Waits liebt, wer sich bei den Billy Joel Alben "52nd Street", "Piano man" oder "The stranger" einen Hauch mehr Blues in den Arragements gewünscht hätte, oder das aktuelle Tom Jones Album "Praise and blame" als schwer gelungen einstuft, wird an Hugh Lauries erster Platte großen Gefallen finden, kein Zweifel! Notabene, Tom Jones gibt sich bei Lied 14 des Albums "Baby, please make a change" die Ehre und unterstützt Laurie gesanglich, ganz großartige Aufnahme! Großartig ist außnahmslos das gesamte Album, wunderbare Pianopassagen (Piano spielt Laurie durchweg selbst), feinste Bluesmusiker an jedem Instrument, herrliche Arrangements großartiger Songs. Dieses Album wird man auch in 30 oder 40 Jahren noch kennen, ein Klassiker! Lohnt die recht teure Luxus Ausgabe? Wenn man das Album als so herausragend empfindet wie ich, dann unbedingt. Drei weitere Lieder und ein sehr oppulentes Cover in Buchformat mit reichlich guten Fotos der Aufnahme-Sessions. Diese hochwertige Aufmachung sichert dem Album so auch optisch den Status im CD-Regal, den es verdient. Es fällt auf!