Dawn French (der Vicar aus 'Vicar of Dibbley') und Jennifer Saunders sind in England ein sehr bekanntes Komikerinnenduo, das gemeinsame Shows macht, aber auch für seine Filmparodien berühmt ist. Die Serie hier zeigt sie in sechs 30minütigen Folgen im Frankreich des Jahres 1782. Saunders ist eine eitle, unglaublich faule und intrigante Comtesse, French ihre lebenskluge und gleichzeitg mannstolle Zofe. Zum sonstigen festen Ensemble gehören ein schwuler Diener, eine Kontrahentin am Hofe (mit deren Tochter) und die mit österreichischem Akzent sprechende und leicht debil dargestellte Marie Antoinette. In den einzelnen Episoden geht es meist um Intrigen und Skandale rund um die Comtesse (die z.B. mal wegen angeblichen Mordes in den Kerker geworfen wird oder glaubt, vom König schwanger zu sein). Durchgehende Running gags sind u.a. die Männergeschichten der Zofe bzw. dieselben des Dieners und die unglaubliche Faulheit der Comtesse (die z.B. mal drei Tage im Bett liegen bleibt, weil keiner kommt, der ihr beim Aufstehen hilft).
Wirklich gefallen hat mir die Serie nicht. Ich muss allerdings eingestehen, dass ich sprachliche Schwierigkeiten hatte, was eine Rolle gespielt haben mag. Die Sprache ist englisch ohne UT und da oft schnell, in Slang, lautmalerisch und sehr assoziativ gesprochen wird ist es z.T. schon nicht leicht zu verstehen. Da die Handlungsstränge zudem recht diffizil sein können, war z.T. nicht durch das Verständnis manchen Wortwitzes, sondern z.T. auch die Handlung per sehr schwer nachvollziehbar. Daher habe ich mich zwischen drei und vier Sternen schwankend mal für vier entschieden.
Ungeachtet dessen ist die Serie sehr lebhaft. Der Witz ist z.T. recht brachial. Es wird viel gekreischt und gerannt und alle Figuren werden sehr überspitzt und exaltiert dargestellt. Es hat oft etwas von einer Klamotte - freilich eine sehr hochwertige Klamotte (und das waren Laurel & Hardy schließlich auch z.T.) und dagegen ist prinzipiell nichts zu sagen, aber ich bin nicht der ganz große Fan davon. Manche Szenen sind freilich in ihrer Situationskomik und v.a. mit sehr viel Sinn für Timing und die Situation gespielt. Auch gibt es immer wieder wirklich pfiffige und geistreiche Ideen und Witze.
Schauspielerisch finde ich zu Jennifer Saunders keinen Zugang. Sie ist mir zu überdreht bzw. in einer unzugänglichen Form. Überdreht ist nicht nervig, sondern witzig, wenn man gleichzeitg zu der Figur noch eine gewisse Sympathie entwickeln kann. Das gelingt Saunders m.E. nicht. Für mich spielt sie oft nicht die zynische, sondern sie ist es. Schon besser Dawn French, auch wenn sie hier weniger nuancenreich und ausgefeilt spielt als z.B. im 'Vicar', sondern sich etwas brachialer auf ihre ungestüme Ausgelassenheit und ihr gewaltige Oberweite verlässt.