...dass das keine Doppel-CD geworden ist! Der unverbindliche Untertitel "Songs of George Harrison" ist mit Bedacht gewählt. Der Sticker weist ganz richtig darauf hin, dass dies Georges erste umfassende Hit-Sammlung von 1970-2002 ist, das Booklet verrät, dass "seine Familie und einige seiner engsten Freunde" die Zusammenstellung vorgenommen haben, und deren Geschmack kann auch nur subjektiv sein. Leider sind dabei die fünf Alben "Dark Horse", "Extra Texture", "33 1/3", "Gone troppo" und "Live in Japan" völlig übergangen worden.
Natürlich sind etliche seiner größten Hits vertreten: Got my Mind set on you, Give me Love, My sweet Lord, What is Life, All those Years ago; auch einige seiner besten Songs wie This is Love, All Things must pass, Blow away, When we was fab oder einer meiner absoluten Lieblings-Harrisongs, Isn't it a Pity (der die CD majestätisch beendet)...
Songs wie Marwa Blues oder Rising Sun gehören zu keiner der beiden Kategorien, Any Road ist auch nicht mehr als nett, ebenso wie Bob Dylans I don't want to do it (so erfreulich ich diese kleine Rarität aus "Porky's Revenge" hier auch finde), und Ballad of Sir Frankie Crisp ist wohl nur hier gelandet, damit sein Untertitel (Let it roll) der CD einen Namen geben kann...
Drei seiner wichtigsten Beatles-Songs in den Live-Versionen vom Bangla Desh-Konzert 1971 mit drauf zu packen, finde ich durchaus legitim; nur die Version von While my Guitar gently weeps (bei der Clapton nicht auf der Höhe seines Könnens war) hätte ich gerne durch die Live-Version vom '91er Album "Live in Japan" ersetzt gesehen, bei einer Laufzeit von 77,5 Minuten wäre für die zwei zusätzlichen Minuten auch gerade noch Platz gewesen.
Vol. 2 dieser CD müsste u.a. folgende Songs enthalten: Bangla Desh, Deep blue, Dark Horse, Ding dong ding dong, You, The Answer's at the End, This Guitar (Can't keep from crying), World of Stone, This Song, Dear One, Life itself, That's the Way it goes, Cloud 9, Poor little Girl, Something (live '90), While my Guitar gently weeps (live '90), Pisces Fish, Horse to the Water... Parlophone/Apple, wenn ihr nichts dagegen habt, stelle ich mir diese CD bis dahin schon mal selber zusammen.
Nichtsdestotrotz macht es einfach Spaß, das Album am Stück zu hören. Das bebilderte Booklet ist sehr schön geworden, wenn auch Besetzungsangaben fehlen, Giles Martins behutsames Mastering ist wie zu erwarten sehr ordentlich ausgefallen (lediglich Blow away ist im Kontext zu leise ausgesteuert); und als alter Fan freut man sich ja immer über etwas Neues - selbst wenn es etwas Altes ist. Bleibt nur die Frage offen: Giles, wann kommen endlich noch "Dark Horse" und "Extra Texture" remastert?