Es gibt aus meiner Sicht nur eine Sache wirklich an diesem Buch auszusetzen und das ist der nahezu unerträglich herablassende Schreibstil des Autors (der sich aber fairerweise nicht als solcher sieht, sondern als Programmierer, der eben kein professioneller Schriftsteller ist und vermutlich auch nicht sein will). Es wird schon am Klappentext deutlich: Hier wird alles, was nicht (Common) Lisp ist, eher mit Geringschätzung betrachtet. Es ist eigentlich unnötig, in einem Buch, das sich eben nur Leute, die an Common Lisp tiefgehendes Interesse haben, kaufen würden, in ungefähr jedem zweiten Absatz darauf hinzuweisen, dass Lisp (und da eben besonders Common Lisp) einzigartig ist. Mir scheint es sich hier um Füllmaterial zu handeln. Der eigetnlich Inhalt zwischen den Spitzen und Tiraden ist dagegen sehr interessant und durchaus tiefschürfend. Einige der Beispiel sind tatsächlich wie versprochen direkt oder mit wenig Adaption nützlich für den Produktiveinsatz. Andere sind zwar künstlich, aber sehr lehrreich (wie z.B. die am Anfang entwickelte "domain specific language" für Maßeinheiten). Interessant ist der Ansatz des Autors, konsequent Closures (daher der Titel des Buches "Let over lambda") einzusetzen, wo andere CLOS verwenden würden. Es ist recht erfrischend, ein Buch zu lesen, das anders ist und einen Programmierstil zeigt, der zum Nachdenken anregt. Für Anfänger in Lisp und Leute, die nach einer Stilfibel suchen, aus der sie Muster und Ideen ohne eigene Überlegungen übernehmen können, ist dieses Buch nicht geeignet. Für alle anderen dagegen sehr zu empfehlen. Wäre der unsägliche Schreibstil nicht, so würde ich sofort 5 Punkte vergeben.