Leslie Feist aus Kanada ist im internationalen Musikgeschäft längst kein unbeschriebenes Blatt mehr: Ex-Mitglied der Indie-Rockband ' Broken Social Scene', Ex-Mitbewohnerin von Peaches, musikalische Kollaboration u.a. mit Placebo und den Kings Of Convenience, ein bemerkenswertes (bereits 1999 veröffentlichtes) Debut-Album 'Monarch'... Zeit also, um nun auch den deutschen Markt endlich in den Genuß ihres zweiten Solo-Albums 'Let it die' kommen zu lassen.
Und was erwartet den neugierigen Hörer? 'Flüster-Rock' kommt als Beschreibung von Feist aus den USA, 'TripHopRock' aus Frankreich, als 'zarten Folk' bezeichnet es hierzulande amazon selbst. Stimmt meinen Ohren nach alles, und zusammen mit einer Prise experimenteller Elektronik (siehe Goldfrapp und/oder Anja Garbarek) und einer Prise charmantem Jazz (ähnlich dem kürzlich erschienenen Debut von Emilie Simon) ergibt sich dann auch ein unbedingt hörenswertes und spannendes Hörerlebnis. Neben dem ohne Schwachpunkte ausgewählten Songmaterial (mit sechs Coverversionen, u.a. Bee Gees & Francoise Hardy) vermag auch der facettenreiche Gesang von Leslie Feist nachhaltig zu überzeugen: von heiser-rauchig (in etwa wie bei Emiliana Torrini, Stina Nordenstam oder Frou Frou) bis hin zu zerbrechlich-sanften Klängen (Cat Power, Dido) werden viele Register gezogen. Die überwiegend sparsame Instrumentierung nur mit Drums, Guitar und Percussion lässt dabei bewusst viel Raum für Leslies Gesang und Geschichten und erzeugt eine warme und angenehme Atmosphäre zum Wohlfühlen und Relaxen.
Besondere Highlights in einem ohnehin schon starken Gesamtwerk: die absolut hittauglichen Songs 'Mushaboom' und 'One evening', das hypnotische 'Leisure suite' und die fesselnde Ballade 'Lonely lonely'. Empfehlenswert, mit Sternchen!
(Kleiner Hinweis am Rande: als Frankreich- oder UK-Veröffentlichung enthält das Album zwei Titel mehr - dies nur als kurze Info.)