Ich hatte hohe Erwartungen an diese CD, die Musik von Laibach verhält sich zu den Beatles ja ungefähr wie Öl zu Wasser. Wenn nun die Jungs aus Slowenien eine CD mit ihren eigenen Beatles-Interpretationen herausbringen, verspricht das zumindest ein interessantes Hörerlebnis; alleine die Parodie des Let-It-Be-Covers durch den „Führerbild“-Stil beweist den Humor dieser Band.
Leider haben sich Laibach aus unerklärlichen Gründen nicht des Stils bedient, den sie beherrschen und der sie berühmt gemacht hat. Keine Marschmusik, keine Samples und nur wenig eigene Ansätze. Man hat nicht den Eindruck, dass man hier dieselbe Band hört, die solch boshaft-brillante Coverversionen von Queens „One Vision“ und Opus´ „Life is Life“ präsentiert hat.
Schlecht ist die CD jedoch nicht; die Musik ist flott und rockig und wenn man hört wie die gefühlvollen Texte von John Lennon mit Grabesstimme und breitem slawischen Akzent herausgebrüllt werden, kann man nicht anders als immer wieder zu grinsen. Besonders hervorzuheben ist der Kracher der CD, "One after 909", der aus dem fröhlichen Original einen schneidigen Truckersong macht.
Laibach hat eine musikalische Exkursion gemacht, die zwar einigermaßen funktioniert, aber doch das gewisse Etwas vermissen lässt. Beatles-Lieder als Militärmärsche hätte ich ebenfalls sehr interessant gefunden.
Ansonsten eignet sich diese CD natürlich als Kuriosum; weniger der Musik wegen, als vielmehr wegen dem sichtbaren Abscheu, den sie bei Beatles-Puristen hervorruft.
Fans von Laibachs ureigenem Stil sollten es sich jedoch zweimal überlegen.