Es gibt wahrhaft gute Musik in unserer Zeit, doch es gibt einiges was sicher bald wieder verblasst - so ist das in diesem Business eben.
Aber unter dieser guten Musik findet sich auch immer wieder etwas, was einen nie mehr loslässt. Nada Surfs "Let go" ist so eine CD. Auch "High/Low", "The proximity effect" und das letzten Herbst erschienene "The wight is a gift" sind überaus hörbare Scheiben.
Doch seit "Let go" gab es wohl keine CD, die den Schmerz und die Melancholie am einfachen Mensch-Sein derart zelebriert, dass man nach gespielten 53,39 Minuten Matthew Caws und seinen Mannen am liebsten um den Hals fallen möchte um ihnen für dieses wunderbare Meisterwerk zu danken.
Die große Stärke von Nada Surf waren schon immer die langsamen Stücke und so ist das auch hier: Das oft gescholtene "Fruit fly", "Blonde on blonde", "Kilian's red" und "Paper boats" sind wunderbare Lieder, das Meisterstück "Inside of love" ist brilliant. Die rockigeren "Hi-Speed Soul", "The way you wear your head" oder "Treading water" ergänzen die ruhig gehaltene Stimmung sehr gut.
Wenn man dann doch noch krampfhaft nach etwas schwächerem sucht, würde ich "La pour ca" und "No quick fix" nennen, bei denen der Funke nicht ganz übrspringen mag.
Diese kleinen Hymnen über die Liebe, das Leben und über Fruchtfliegen sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Einmal gehört wird man "Let go" nicht mehr so schnell vergessen können.
Ich verneige mich in Ehrfurcht!