Und wieder ein Beispiel für die doppelseitige Werbewirkung eines prägnanten Jingles. Auf der einen Seite erhält das Produkt verstärkte Aufmerksamkeit, ein aufgebessertes Image und wird, im günstigsten Fall, besser verkauft. Auf der anderen Seite steht die Frage des Konsumenten nach dem Künstler, der uns die lästigen Werbeunterbrechungen mit einer besonderen Stimme oder Melodie versüßt. So geschehen bei Gabriella Cilmi, deren Single "Sweet about me" für eine aktuelle Deodorant Kampagne verarbeitet wurde. Nun ist die 16-jährige Australierin in aller Munde, hat ihren Wohnort schon seit geraumer Zeit von Melbourne nach London verlegt und befindet sich mit ihrer Mischung aus Funk, Rock, Soul und Jazz in guter Gesellschaft von Künstlerinnen wir "Amy Winehouse", "Duffy" oder "Adele".
Bemerkenswert, neben dem jungen Alter, ist die Vielseitigkeit, mit der die Teenagerin zu Werke geht. Ausgestattet mit einer kräftigen Soul Stimme und der nötigen (Selbst-)Bestimmtheit ist ihr ein spannender Einstieg ins Haifischbecken namens Musikbusiness gelungen. "Oasis" Rüpel Liam Gallagher hat sich jüngst als Fan von Gabriella Cilmi geoutet und die aktuelle Single jetzt schon mal vorsorglich zum Song des Jahres gekürt. Dabei hält "Lessons to be learned" durchaus weitere Schwergewichte bereit. "Save the lies" und "Don't wanna go to bed now" stimulieren die Tanzmuskeln und versprühen einen Hauch von Disco Flair. Songs wie "Einstein" oder "Awkward Game" zeigen sich tiefgründiger, in dunkleren Färbung und stellen eine nachdenklichere Seite der Sängerin heraus. Das macht den weiteren Verlauf ihrer Karriere umso interessanter, da sie sich mit ihrem Debüt sämtliche Optionen für eine weitere, musikalische Entwicklung offen hält. Gemeinsam mit Produzent Brian Higgins (Sugababes, Kylie Minogue, Franz Ferdinand, Texas) ist ihr ein (früh-)reifes Album gelungen, daß zwar von einer Hitsingle profitiert, aber in seiner Summe überzeugt.
Anspieltipps: "Save the lies", "Don't wanna go to bed now" und "Awkward game"