Die Autorin Vera Forester erzählt von der Freundschaft zweier faszinierender Persönlichkeiten und lässt dabei ein Panorama Deutschlands in der Zeit der Aufklärung entstehen. Sie versteht es, die komplexen philosophischen Gedanken Lessings und Mendelssohns - und die Reaktionen der Gesellschaft des 18. Jhs. darauf - nachvollziehbar zu machen und bietet - beinahe im Vorbeigehen - Erläuterungen und Interpretationen von Lessings wichtigsten Dramen und Mendelssohns philosophischem Werk. Das Buch macht Lust, sich noch intensiver mit Lessing, Mendelssohn und der Aufklärung auseinanderzusetzen.
Unklar bleibt jedoch, ob die Aussagen über Mendelssohns und Lessings Innenleben durch Briefe o.ä. belegbar sind. Hier hätte ich mir mehr Transparenz und Tiefe gewünscht.
Alles in allem: Eine faszinierende Lektüre, die aufgrund der nach wie vor bestehenden Aktualität - das Verhältnis von Christen und Juden zueinander - nachdenklich stimmt.