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Lesen verboten [Gebundene Ausgabe]

Dubravka Ugresic , Barbara Antkowiak
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Suhrkamp
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Kurzbeschreibung

18. März 2002
Die weitreichenden Veränderungen im Gefolge der Herausbildung eines globalen Marktes für Literatur bis in ihre sprechenden Details schildert Dubravka Ugresic in ihren neuen Essays. Ihr Befund lautet: Galten als zur Weltliteratur zugehörig bisher Bücher, die qualitativen Maßstäben genügten, wird der Begriff gegenwärtig quantitativ verstanden: Zur Weltliteratur zählt nur noch, was sich auf der ganzen Welt verkaufen lässt. Das hat zur Konsequenz: Autoren und Leser sprachlicher Kunstwerke werden an den Rand der Kultur gedrängt, wie den Rauchern sind ihnen die unvorteilhaftesten Reservate vorbehalten.
Die Zunahme von imaginären und realen Lesen-Verboten-Hinweisen - amerikanische Verlage zahlen für die Erinnerungen eines US-Präsidenten, die seiner Gattin sowie seiner Praktikantin Millionen Dollar an Vorauszahlungen, ohne eine Zeile der Manuskripte zu kennen, Romane von Sitcom-Stars werden von Agenten aufgrund zweiseitiger Angaben über den Plot meistbietend verkauft, Lektoren in den angel sächsischen Ländern machen die Lektüre eines Manuskripts von einem "book proposal" abhängig - bildet für die Autorin jedoch keineswegs den Anlass zu einem kulturpessimistischen Lamento. Sie kennt nämlich das Heilmittel gegen die Vorherrschaft der Marktgesetze innerhalb der Literatur - und ihre Essays sind ein Beleg für deren Wirksamkeit: eine kosmopolitische, transnationale Literatur, die souverän aus allen Kulturen schöpft, dabei luzide ist und folglich ironisch sein muss.

Hinweise und Aktionen

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (18. März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518413155
  • ISBN-13: 978-3518413159
  • Größe und/oder Gewicht: 20,7 x 12,6 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 980.571 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Buchnotiz zu : Die Zeit, 12.09.2002
Ilma Rakusa ist total begeistert von der kroatischen Autorin im holländischen Exil, deren Romane, wie sie schreibt, man vielleicht bewundert, deren Essays aber geradezu gefangen nehmen. Mit "fast einschüchternder Allround-Bildung", einer sowohl östlichen als auch westlichen Perspektive, aus jeweils beiden Referenzsystemen schöpfend, beschreibe Dubravka Ugresic die Misere des kulturellen Marktes zwischen soap, Bestsellern und Trash, Agenten, proposals und Werbetexten; sie mache sich lustig über die Adaption amerikanischen Glamours im Osten und gestehe gleichzeitig ihre eigene Faszination. Rakusa bewundert den "pointierten, unlarmoyanten" Stil der Autorin, die scharfe Analyse - beispielsweise von Hollywood als eigentlich "sozrealistisch" - und freut sich am inhärenten Widerspruch: "Solange Bücher dieser Art erscheinen, ist nicht alle Hoffnung verloren."

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Perlentaucher.de

Über den Autor

Dubravka Ugrešić, 1949 in Kutina geboren, ist eine kroatische Schriftstellerin. Sie studierte und lehrte an der Universität in Zagreb. Ihr Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Heinrich-Mann-Preis 2000. Ugrešić lebt und arbeitet als freie Autorin in Amsterdam.


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesen Verboten? Bloß nicht dem Titel glauben! 30. Mai 2006
Dubravka Ugresics schlägt sich einen Weg durch die Landschaft der modernen Literaturproduktion. Sie beschreibt Buchmessen, auf denen die gesammte Journalistenmasse einem Hollywood-Sternchen mit neuer Biographie und keinerlei Talent folgt. Sie nimmt Agenten, Verleger und sich selbst als Schrifstellerin ordentlich auf die Schippe, scharf - aber immer mit einem verschwörerischen Augenzwinkern.

Und sie vergleicht den modernen kapitalistischen Buchmarkt mit der Literaturproduktion im Ostblock, aus welchem sie folgert: Eigentlich ist es das gleiche System. Im Kommunismus wurde produziert, was der Ideologie folgte; im Kapitalismus das "was sich verkauft", welches im literarischen Sinne den gleichen Wert haben könnte, wie im Kommunismus - alles oder nichts.

Wer sich auf kosten des ganzen Literaturrummels amüsieren möchte, der möge doch bitte bitte dieses Buch lesen. man sollte immer mal wieder einige verbote brechen...
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