Inhalt: AVR-Programmer Bausatz, Extras (2 Widerstände, LED; Phototransistor und Kondensator), CD, Handbuch, serielles Kabel
Voraussetzung: Lötkolben, Zinn, Voltmeter, Klingeldraht und etwas Praxis
Damit es Spass macht: zB. das Lernpaket Elektronik oder der typische Kleinkram (Experimentierboard, LEDs, Widerstände, PNPs, 7 segmentanzeige, Zähl- und LogikICs usw). Die Verbindungen der Experimente ergeben sich sofort.
Die erste Überraschung erwartet einen beim Öffnen des Pakets. Das Mikrocontrollerboard muss man selbst löten. Wohl dem, der über die Erfahrungen und Lötkolben verfügt, dann ist es recht einfach. Einsteiger können hierbei allerdings schon überfordert sein. Eine Farbanleitung wäre ebenfalls hilfreich um zB. die Widerstände schnell zuzuordnen. Nach ungefähr 5 Minuten Arbeit ist der Bausatz gefertigt und auf Fehler geprüft (wieder: wohl dem der ein Voltmeter sein eigen nennt). Klappt etwas nicht gibt es am Ende des Buchs eine Adresse, bei der man den Bausatz fertig kaufen kann, bzw. eine Supportaddresse für weitere Hilfe.
5 Bauteile behält man für die Experimente übrig (2 Widerstände 1k+10k, 1 LED, 1 Phototransistor, 1 Kondensator 47 mkF); daneben die Platine samt seriellem Kabel zum Anschluss an den PC. Auf der CD ist die "Steuerungssoftware", sowie das AVR-Studio. Die Platine ist im Prinzip ein normaler AVR-Programmer, der hier mit dem ATTiny13 ausgeliefert wird. Als Experimentierboard dient der IC-Sockel auf dem sich auch weitere AVRs programmieren lassen sollten. Als Drahtbrücken empfiehlt der Autor die Beinchenreste der Bauteile. Wahlweise verbindet man das Ganze via Klingeldraht mit einem Experimentierboard und kann es so mit den anderen Lernkästen o.Ä. verbinden.
Die Experimente beziehen sich auf Allgemeines: Digitale Basis (Schaltalgebra, Flipflop); serielle Schnittstelle, Timer/Counter, AD-Wandler, Datenspeicher; bzw. wirklich basteln tut man primär Blinker und Dämmerungsschalter. Die Experimente selbst sind sehr einfach und sparsam.
Dazu gibt es einen Hauch C, bzw. Bascom AVR (Basic)
Fazit:
Das Lernpaket richtet sich an Diejenigen mit einer gewissen Basiserfahrung Elektronik, die nun einen schnellen Einstieg in die Welt der Mikrocontroller suchen; die allerdings werden sehr schnell nach Erweiterungen suchen, da zum hundertsten Mal eine LED zu schalten nicht die Erfüllung ihrer Träume sein wird. Einsteiger werden bereits beim Löten des Bausatzes Probleme bekommen und ggf nicht jede Schaltung nachvollziehen können.
Inhaltlich ist das Handbuch durchwachsen. Mir gefällt die Heranführung an den Assembler, auch ist es gut, dass hier "Standardsoftware" verwendet wird, die man auch später benötigt. Ich hätte mir allerdings mehr weiterführende Informationen rund um den AVR, einen Embedded C-Kurs sowie fortgeschrittene Hardwarevorschläge gewünscht: zB. Binärzähler mit LEDs oder 7 Segmentanzeige, eine einfache Uhr, Ampelschaltung, elektrischer Würfel, Wecker, Tongenerator usw.
Mein Vorschlag wäre, parallel dazu ein Lernpaket für Fortgeschrittene Digitalelektronik anzubieten und das entsprechend mit der MCU zu verbinden. Gut hingegen, dass der Autor den AVR ausgewählt hat und die Platine so bestückt hat, dass sie für weiterführende Experimente an ein Experimentierboard angeschlossen werden kann, bzw. man den ATTiny nach Belieben programmieren und in die eigene Schaltung einsetzen kann. Zum AVR, bzw. ATTiny gibt es Schaltungen und viele gute Anleitungen im Netz zu finden.