Rezension zum Buch: - La Garanderie, A. de & Arquié, Daniel. Lernerfolg ist lernbar, Wie helfe ich meinem Kind beim Lernen, Ariston Verlag, München 2000.
Dieses Buch gehört zu dem Besten, was über Lernen lernen in den letzten Jahren geschrieben wurde. Herkömmliche Bücher zu diesem Thema befassen sich unter dem Motto "Lernstrategien" fast ausschließlich mit den äußeren Bedingungen für effektives Lernen, wie Einteilung von Stoff und Zeit, Suche nach de optimalen Lernkanälen, usw..
Das vorliegende Werk dagegen zeigt auf, was der Lernende in seinem Kopf tun soll, wenn der Lernstoff die Lernkanäle seines Sehens, Hörens und Handelns passiert hat und in den mentalen Bereich gelangt ist. Da geht es nämlich immer um die fünf Grundfragen: 1. wie mache ich mich aufmerksam? 2. wie fixiere ich etwas in meinem Geiste 3. was muss ich mental tun, um etwas zügig zu verstehen ? 4. wie reflektiere ich gründlich ? 5. wie führe ich kreative und entdeckende Prozesse in mir durch ?
Der Lerner, egal welchen Alters, wird dazu angeleitet zwei Gewohnheiten bei sich auf Vorhandensein, Art und Qualität zu analysieren und zu perfektionieren: 1. seine inneren visuellen und verbalen Vorstellungen bei den genannten mentalen Handlungen 2. sein Vorhaben vor und während der Steuerung seiner Gedankenführung.
Die Autoren -ein Wissenschaftler (Universitätsprofessor), der auch ein bodenständiger Praktiker ist und ein Praktiker (Fachmann für Kommunikation), der stringend wissenschaftlich denkt- liefern den Beweis, dass man einem Schüler, der z.B. sagt: "Ich kann mich nicht gut konzentrieren" sehr konkrete Hinweise geben kann, anstatt ihm unbrauchbare Ermahnungen zu erteilen wie: "Streng dich an!" oder "Denk an nichts anderes!"
Und sie tun das in verblüffender Einfachheit und Praxisnähe, so wie ein Hanwerkermeister seinem Lehrling an der Werkbank beibringt, wie man ein Feile oder ein Steinmetzeisen benützt. Dabei spürt man bei ihnen auf Schritt und Tritt, wie sehr sie Kinder mögen.
Beide übrigens sind mehrmals Vater und Großvater und haben zunächst an ihren Kindern und Enkelkindern, dann an hunderten von anderen Probanden (Schüler und Studenten, u.a. an französischen Eliteschulen) ihre Erkenntnisse gewonnen und ausprobiert, nach der Überzeugung: was die Erfolgreichen machen, kann man abgucken und selber ausprobieren.
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