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Da will man nicht zur Schule gegangen sein. In Rom waren nicht nur beim Militär die Sitten rau, sondern auch unter Pädagogen. Obwohl, eine echte Ausbildung zum Lehrerberuf gab es damals nicht und so darf man sich über die Qualität des Unterrichts nicht übermäßig große Hoffnungen machen. Das Lehrprinzip beruhte (so sagen es die alten Quellen übereinstimmend) auf Brüllen und Prügeln. Lehrer waren schlecht angesehen, schlecht bezahlt und meistens unterqualifiziert. Aber das fiel ja kaum jemandem auf, denn eine herausragende Bildung war nur einer kleinen, superreichen Oberschicht zugänglich, die sich Privatlehrer hielt. Die Karriere eines Cicero war eben nur möglich, weil seine Familie zu den reichsten des Römischen Reiches zählte. Natürlich gab es auch Ausnahmen von dieser Regel, aber die waren so selten, dass sie von den Chronisten ausdrücklich erwähnt werden.

Interessant ist auch, dass es eine erstaunliche Quote bei der Grundbildung (Lesen, Rechnen) in der Allgemeinbevölkerung gab. Das lässt sich bereits an den vielen Graffiti in römischen Ruinenstädten ablesen, wobei die zahlreichen Rechtschreibfehler eben auch einen Hinweis auf die Qualität der Lehrer geben.
Die Ausbildung war dreigeteilt und zog sich über 12 - 14 Jahre, also ziemlich genau den Zeitraum, den wir auch heute der schulischen Ausbildung widmen. Nach der Grundschule kam die Grammatikschule und danach der Rhetorikunterricht. Je höher die Bildungsstufe, umso kleiner wurde die Klientel, die sich diese noch leisten konnte. Und wer in eine öffentliche Schule ging, der hatte es wirklich nicht leicht. Neben den körperlichen und seelischen Quälereien durch die Lehrer waren die Lernumstände auch nicht optimal. Manchmal war das Klassenzimmer nur ein mit Tüchern abgehängter Bereich in der Nähe des Forums.

Karl-Wilhelm Weeber analysiert das Schulleben auf der Basis der Originalquellen, von denen es eine erstaunliche Vielzahl gibt. Man weiß viel über die Realität an römischen Schulen, nur wie häufig eine bestimmte Schulform war oder wie qualifiziert die Lehrer im Durchschnitt waren, das lässt sich nur abschätzen und nicht mehr messen. Aber ansonsten ist das Bild ausgesprochen detailliert. Neben den vielen, selbstverständlich übersetzen Originalzitaten ergänzen noch einige Abbildungen den Text.

Weeber schreibt engagiert (er war selber einmal Schulleiter) und oft mit einem kleinen Seitenhieb auf die Situation der Lehrer in unserer Zeit. Vereinzelt neigt er zu eloquenten Wiederholungen von schon Gesagtem, aber Wiederholung ist ja ein probates Mittel der Pädagogik, Gelerntes zu verfestigen. Er betrachtet das Thema detailliert und umfassend aus vielen Blickwinkeln und lässt so die Parallelen und Unterschiede zu unserem heutigen Schulsystem klar hervortreten. Wenn das bildungsfeindliche Mittelalter nicht dazwischengekommen wäre, dann wäre Rom wohl die Wiege der Bildung für alle geworden.
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am 24. April 2016
Karl-Wilhelm Weeber ist ein fleißiger Schreiber, der nun bereits seit über drei Jahrzehnten Sachbücher zu den verschiedensten Aspekten des antiken Alltagslebens verfasst. In übersichtlicher und leicht verständlicher Weise widmet er sich diesmal dem schulischen Ausbildungssystem der Römer, das auf uns einerseits recht vertraut wirkt, während andererseits manch Detail doch als ziemlich eigenartig oder gar abstoßend bezeichnet werden muss.
Am Beginn der Ausführungen steht ein kleiner Gesamtüberblick, es folgen Erläuterungen zur Schulorganisation, der Unterrichtspraxis, dem Lehrerberuf sowie der Stellung der Frau im Bildungswesen. Zu guter Letzt werden die rüden Unterrichtsmethoden analysiert, welche bereits in der Antike Kritik hervorriefen und auch im Buchtitel ihren Niederschlag fanden - den gelitten dürften römische Schüler des Öfteren haben.

Um einen Eindruck zu vermitteln, wie umfangreich und interessant das Thema ist, habe ich eine kleine Auswahl an konkreten Fragen zusammengestellt, die im Buch behandelt werden - inklusive kurzer Antworten. Wer nähere Details erfahren möchte, muss selbst nachlesen ;)

- Wie hoch war die Alphabetisierungsquote im Römischen Reich?
Die heutigen Schätzungen reichen von 15-50 %. Gemeinhin wird gerne von ca. einem Drittel ausgegangen. Auch etliche Sklaven waren des Lesens und Schreibens mächtig.

- Wann wurde die erste öffentliche römische Schule gegründet?
Angeblich im späten 3. Jh. v. Chr. - Betreiber war der Freigelassene Spurius Carvilius (viele Schulleiter dürften wie er ehemalige Sklaven gewesen sein).

- Waren öffentliche Schulen kostenlos?
In der Regel nicht, denn "öffentlichen Schulen" im antiken Rom waren keine öffentlichen Schulen im heutigen Sinn, sondern wurden fast immer von Privatleuten betrieben, die für jeden Schüler Schulgeld kassierten. "Öffentlich" bedeutete lediglich, dass diese Schulen von jedermann besucht werden konnten - auch von Sklavenkindern, deren Herren die Kosten übernahmen.

- Warum lagen viele Schulen ausgerechnet an öffentlichen bzw. besonders lärmigen Orten?
Zentrale Orte waren schnell erreichbar, außerdem wurden so möglichst viele Eltern auf die Unterrichtsmöglichkeiten für ihrer Kinder aufmerksam.

- Warum wurden Kinder aus bessergestellten Familien von Sklaven zur Schule begleitet?
Damit sich Fremde nicht an ihnen vergriffen...

- Welche "Schulstufen" gab es und wie lange dauerten sie?
1. Elementarschule (Eintritt im Alter von 6-7 Jahren; Dauer ca. 4 Jahre), 2. Grammatikschule (Dauer ca. 4 Jahre), Rhetorikschule (Dauer ca. 2-3 Jahre ).

- Besuchten auch Mädchen den öffentlichen Schulunterricht?
Ja, aber der Anteil fiel deutlich geringer als bei den Buben aus. Außerdem besuchten sie wohl nur die Elementarschule. Unterricht beim relativ teuren Grammaticus mag bei bessergestellten Familien in Form von Privatunterricht vorgekommen sein. Rhetorikunterricht war für Mädchen nicht vorgesehen, da Frauen ohnehin nicht in der Öffentlichkeit auftrumpfen sollten bzw. keine politischen Ämter bekleiden durften. Laut Ovid waren gebildete Frauen eine sehr kleine Schar.

- Gab es weibliche Lehrer?
Auszuschließen ist es nicht, aber konkrete Hinweise sind so gut wie nicht vorhanden.

- Gab es Noten und Zeugnisse?
Davon ist nichts bekannt.

- Gab es Ferien?
Ferien sind erstmals in einer Regelung des Kaisers Theodosius (4. Jh.) überliefert (zwei Wochen zu Ostern, ein Monat im Sommer und ein Monat im Herbst). Einen äußerst vagen Hinweis auf Ferien gibt es allerdings auch schon bei Martial (1. Jh.).

- Gab es schon in der Antike Lehrerprivilegien?
Ja, beispielsweise wurde von Kaiser Vespasian (1. Jh.) Grammatikern und Rhetoriklehrern in der Stadt Rom Steuerfreiheit gewährt. Die gesellschaftlich weitaus weniger geachteten Lehrer der Elementarschule waren davon allerdings ausgenommen. Und obwohl diese Maßnahme sich nach und nach auch auf andere Städte ausdehnte, kann doch nicht von einer allgemein gültigen Regelung für das gesamte Reichsgebiet ausgegangen werden.

- usw. usf.

FAZIT: Karl-Wilhelm Weeber redet bzw. schreibt nicht lange um den heißen Brei herum, sondern kommt immer rasch auf den Punkt. Im Anhang befinden sich überdies 279 Endnoten, in denen der Autor sämtliche antiken Quellen feinsäuberlich nennt, die Grundlage seiner Ausführungen sind; bei insgesamt 144 Seiten ist das eine stattliche Zahl.
Alles in allem ist Lernen und Leiden - Schule im Alten Rom ein hochinteressantes Buch, an dem ich nicht den kleinsten Mangel entdecken konnte. Der Preis ist auch noch ok. Daher gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung.
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