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Nicht alles wirkt dann sensationell: Dass ständiges Abprüfen gerade erworbenen Wissens dazu führt, dass unser Hirn nach der Klassenarbeit Gelerntes sofort wieder vergisst, lehrt die Erfahrung. Dass niemand unter Angst und Schrecken nachhaltig lernt, auch. Aber dass sich die altbekannte Beobachtung, nur ein von seiner Sache begeisterter Lehrer erziele Erfolge, biologisch begründen lässt, ist dann doch bemerkenswert.
Achtung: Spitzer geht weit über Schul- und Lernfragen hinaus! Warum sterben wir eigentlich nicht, wenn unsere Fortpflanzungsaufgabe erfüllt ist? Ist das Leben wirklich nur rücksichtsloser Kampf? Oder lassen sich für solidarisches Handeln Gründe in der bio- und psychologischen Konstitution des Menschen finden? Ein Buch, über das man sich unterhalten möchte, wenn man es gelesen hat -- dem Rezensenten geht es jedenfalls so: gut also zum Verschenken an Partner und Freunde.
Kleine Warnung: Zwar schreibt Spitzer durchaus klar, an vielen Stellen sogar witzig. Aber die Schilderungen von Versuchen, mit denen dieses oder jenes in der Wissenschaft nachgewiesen wurde, erfordern einige Konzentration, vor allem bei Lesern, die mit der Welt der Experimente nicht vertraut sind. Zum Glück fasst der Autor die Ergebnisse immer wieder knapp und anschaulich zusammen. Fazit: Am Ende des Jahres mit dem Pisa-Schock ein Buch, das nicht so schnell veralten dürfte. --Michael Winteroll
Nächtelang für Klausuren gepaukt, passable Note geschrieben aber nach einiger Zeit ist fast alles in den Tiefen des Gedächtnisses verschüttet. Schulwissen, welches man sich oft von unmotivierten Lehrern vortragen lassen musste, geprüft in ( Kurzzeitgedächtnis- ) Tests, von Eltern immer wieder abgefragt - nahezu verschwunden.
Jedem der sich schon immer mal gefragt hat, was hier wohl schiefgelaufen ist und was man bei sich oder (wenn es schon soweit ist) bei seinem Nachwuchs besser machen kann, sei das Buch besonders ans Herz gelegt.
In äußerst kurzweiliger Form werden jedem der sich für sein wichtigstes Organ interessiert wichtige Forschungsergebnisse, Erkenntnisse und Schlussfolgerungen für sein tägliches Leben gegeben.
Von gehirngerechter Kindererziehung, Entwicklung von Moral, Umgang mit Gewalt im Fernsehen bis zu Auswirkungen moderner Gehirnforschung auf unser Schulsystem werden so spannend und fesselnd vermittelt, dass ich das ca. 500 Seiten starke Buch in 4 Tagen durchgelesen haben.
Interessanter Nebeneffekt: Die Glotze blieb aus - und damit hat der Autor sozusagen eine seiner Zentralforderungen ( kritischer, sparsamer Umgang mit dem TV ) selbst erfüllt.
Jeder der sich selbst noch nicht für Festgefahren sondern noch entwicklungsfähig hält, jeder der noch bereit ist zu lernen ( was laut Autor jeder und immer ist ), jeder der jüngere Kinder hat oder mit Kindern arbeitet wird hier eine umfangreiche Anleitung finden. Glücklicherweise aufbauend auf Erkenntnisse der Forschung und nicht auf Ideologien.
Ein klarer Kauf - zum Nachmachen empfohlen - und in einer Sprache erklärt die klar und verständlich ist.
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