"In den Trümmern eines Pfandhauses in Las Vegas, findet Scott McCoy ein seltenes Goldstück. Der junge Student stellt fest, daß die Münze Glück bringt - und das im Spielerparadies Las Vegas... Noch weiß Scott nicht, daß der Glücksbringer das fehlende Stück aus dem Schatz des Leprechaun ist. Und der widerliche Zwerg ist zu allem bereit, um sein Gold zurückzubekommen. Er tötet von Mal zu Mal grausamer. Allmählich bemerkt Scott, daß die Münze nicht nur Glück bringt. Eigenartige Verwandlungen gehen in ihm vor...."
Staffelstabübergabe beim Killerkobold: Nach Mark Jones und Rodman Flender betreute Brian Trenchard-Smith die "Leprechaun"-Reihe als Regisseur.
Nun wird die Filmreihe lauter und greller, statt abgelegener Ortsteile ist hier Las Vegas Schauplatz des Ganzen. Wieder einmal muss der Leprechaun (Warwick Davis) seinen Goldschatz beisammen halten, nachdem ein Pfandleiher sich daraus bedient. Auch hier biegt man sich den Mythos so zurecht wie man gerade will: Anfangs ist der Leprechaun zur Statue erstarrt (warum auch immer) und es gibt ein Amulett, das ihn abhalten kann (wo auch immer das herkommt).
Der Pfandleiher segnet bald das Zeitlich durch die Hände des Killerkobolds, doch eine Münze fällt dem jungen Scott McCoy (John Gatins) in den Schuss. Selbstverfreilich hat der den Leprechaun bald am Hals...
Nachdem der zweite Teil unentschlossen zwischen Horror und Komödie schwankte, setzt "Leprechaun 3" nun vollends auf Comedy. Gruselige Szenen bleiben aus, der Killerkobold watschelt sogar ohne sich zu verstecken durch Las Vegas. Da ist die Story auch nur noch Folie und kaut die Muster der Vorgänger noch unspannender nach, mit neuen, aus der Luft gegriffenen Veränderungen des Leprechaun-Mythos: Nun hat der Finder der Münze einen Wunsch frei (den nicht der Leprechaun erfüllen muss), Menschen können nach Biss und Blutinfektion zu Leprechauns mutieren usw. Alles herzlich sinnlos und nur um den Film auf Länge zu strecken, aber das war beim Vorgänger kaum anders.
Leider kommt "Leprechaun 3" noch ein winziges Eckchen schwächer als der zweite Teil daher, da in der ersten Hälfte kaum etwas passiert: Kaum Jokes, fast null Effekte und auch sonst nichts von Belang. Stattdessen spielen der Pfandleiher und der Leprechaun Katz und Maus, aber auf unspannende Weise.
Erst mit der Zeit nimmt "Leprechaun 3" dann Fahrt auf und kann auf ein bescheidenes Unterhaltungspotential kommen. Die Sprüche des Killerkobolds mit dem irischen Akzent sind nicht einfallsreich, aber teilweise fies genug zum zu unterhalten und wenn sich Scott selbst in einen Leprechaun wandelt, kommt sogar Ironie ins Spiel. Weniger amüsant ist das klamaukige Herumgealbere der menschlichen Klischeecharaktere, eher nervig, aber davon gibt es zum Glück nicht soviel.
In der zweiten Hälfte wird "Leprechaun 3" dann deutlich effektreicher und auch blutiger als die Vorgänger, da werden Augen ausgestochen, Opfer zum Platzen gebracht oder nervige Leute kurzerhand zersägt. Nett anzusehen, ebenso wie die Make-Up Effekte zum einen beim Leprechaun, zum anderen beim sich verwandelnden Scott.
Schauspielerisch ist Warwick Davis ausnahmsweise mal nicht der einzige der akzeptabel agiert, auch John Gatins macht einen soliden Job. Den Rest vom Fest vergisst man besser schnell, denn für die Nebenrollen hat man die übliche Riege untalentierter Knallchargen angekarrt.
Bleibt ein schwacher Film, der bestenfalls auf bierseligen Filmabenden in großer Runde für platte Unterhaltung sorgt. Dazu muss man zwar die laue erste Hälfte überstehen, danach gibt's aber immerhin was an Effekten und Gags zu sehen.
--- Nils Bothmann (McClane)