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Leonce und Lena: Ein Lustspiel
 
 
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Leonce und Lena: Ein Lustspiel [Taschenbuch]

Georg Büchner , Joseph Kiermeier-Debre
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 112 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342302643X
  • ISBN-13: 978-3423026437
  • Größe und/oder Gewicht: 17,3 x 11,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Georg Büchner
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Produktbeschreibungen

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Das bietet die Reihe „Königs Erläuterungen“Aus dem Deutschunterricht sind sie eigentlich gar nicht mehr wegzudenken: Die kleinen blau-gelben Taschenbücher der ältesten deutschen Lernhilfereihe für den Literaturunterricht. Die Rede ist von den Königs Erläuterungen, die sich seit 1897 ihren festen Platz in den Hosentaschen von Schülern – und Lehrern – erobert haben. Von kundigen Germanisten und Pädagogen verfasst erschließen sie die großen Dramen, Romane und Erzählungen nicht nur der deutschen Literatur. Neben den deutschen Klassikern wie Goethe oder Schiller, ist auch großen Dramen der Antike oder Werken fremdsprachiger Autoren von Weltrang eine Reihe von Bänden gewidmet.

Das Konzept der Reihe und der Aufbau der einzelnen Bände sind so schlicht wie überzeugend: Auf einen Abriss von Leben und Werk des jeweiligen Schriftstellers, folgen profunde Textanalyse und -Interpretation. Hieran anschließend werden mögliche Themen und Aufgaben für den Unterricht abgehandelt, ein Überblich über die Rezeptionsgeschichte geboten. Ergänzende Materialien runden das Ganze gelungen ab. Mit ihrem Erfolgsrezept „Maximaler Ertrag auf engstem Raum“ kann die Reihe ihre Marktführerschaft unter den Interpretationshilfen nicht von ungefähr immer wieder behaupten. -- Alexander Dohnberg -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Büchners Lustspiel, das zunächst nicht recht in seine Werkbiographie passen möchte, offenbart die Brüchigkeit einer zeitlosen Idylle und die Abgründe der Heiterkeit nur dem, der unter die Oberfläche sieht. Mit diesem Stück gelingt dem Autor eine differenzierte Parodie literarischer Werke − von der Commedia dell' Arte bis Shakespeare.

Dabei verzichtet Büchner auch hier nicht auf seine radikal modernen Grundthemen: Überdruss und Weltekel finden sich in ›Leonce und Lena‹ ebenso wieder wie die Determination des menschlichen Lebens, die die einander Vorbestimmten auf der Flucht vor ihrer Zusammenführung vereint.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Anspielungsreiche Komödie 20. September 2006
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Mit "Leonce und Lena" hat Georg Büchner ein Stück geschrieben, das auf den ersten Blick wie eine typische romantische Komödie anmutet, sich jedoch schnell auch als bissiges Porträt der Zeit um 1830 entpuppt. Das Leben des jungen Kronprinzen Leonce ist geprägt von Langeweile und melancholischen Phasen, bis er sich entschließt, das Schloss zu verlassen, um der von seinem Vater geplanten Hochzeit mit Prinzessin Lena zu entgehen. Auf der Flucht treffen Lena und Leonce durch Zufall aufeinander und verlieben sich - ohne voneinander zu wissen, wer sie sind. Erst als sie inkognito vermählt werden, müssen beide erkennen, dass sich genau das erfüllt hat, wovor sie eigentlich geflohen sind. Büchners Stück ist ein wahrer Katalog von literarischen Zitaten und Verweisen, den zu durchdringen am Anfang etwas mühsam ist. Der relativ kurze Text verschließt sich einer eindeutigen Interpretation. Er bietet mit seinen zahlreichen Anspielungen bei jedem Lesen neue Eindrücke und gilt heute als eine der wichtigsten Komödien der deutschen Literatur.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Aus Geldnot hatte Büchner (*1813) dem Cotta-Verlag den für ein Preisausschreiben geforderten Ein- bis Zweiakter eines Lustspiels zugesandt, allerdings zu spät. Die Veränderung in späteren Jahren zum Dreiakter erschien 1838, ein Jahr nach seinem Tod.

Ein skurriles Stück, man spürt eine Lust Büchners an Worten, Sätzen, Parodien und Querverweisen auf die Literatur. Ein Narrenstück, könnte man meinen, wo doch schon Shakespeare das Intro gab aus "Wie es Euch gefällt". Und diese übernommene Botschaft vermag der Anlass der Parodie, der Persiflage gewesen sein, über die Lächerlichkeit und Langeweile einer höheren Gesellschaft zu schreiben, deren höchste Beschäftigung, Müßiggang heißt und deren beste Fertigkeit das Nichtstun ist. Spritzige Bemerkungen unterlässt Büchner an keiner Stelle, übertreibt jedoch nicht, sondern verfällt passend in die Beschreibung der Nachlässigkeit der Personen in Verbindung mit deren freien Willen. Über Langeweile: eine der schönsten Beschreibungen in der Literatur ist hier zu finden. Und gleichzeitig ist die Aktion dagegen eine Kopfgeburt wunderbarer und phantastischer Freiräume, die es gilt auch mit Gedanken der Leere zu füllen. (vgl auch Rede von W. Genazino zur Verleihung des Büchnerpreises) Über Liebe: eine Beerdigung im Kopf. Aber man sollte sich Zeit für die Liebe nehmen, oder "die Zeit kann uns die Liebe nehmen."

Eingebettet sind all die Gedanken und Wortspiele in ein Spiel der Liebe. Angelehnt aber contrapunktiert an Shakespeares Romeo und Julia sollen zwei Menschen Leonce, Prinz aus dem Reiche Popo und Lena, Prinzessin aus dem Reiche Pipi, miteinander verheiratet werden, die sich nicht lieben, geschweige denn kennen. Beide ergreifen unabhängig von einander die Flucht, treffen per Zufall aufeinander und verlieben sich im ersten Augenblick, wo das Paradies für die beiden auf die Erde kommt. Verkleidet, als genialer Streich des Müßiggängers Valerio, treffen sie auf die Menge der Wartenden und Verzweifelten mangels Brautpaar und der König vermählt sie vermeintlich stattdessen ihrem Wunsch entsprechend, weil er sich eh eine Hochzeit (die ursprüngliche) vorgenommen hatte. Und siehe, Leonce wird erkannt, Lena ebenso und die, die in Unkenntnis des Anderen vermählt werden sollten, sind nun aus freien Stücken, nachdem sie sich haben lieben gelernt, verheiratet worden. Der Zufall überspielt die Konvention der gesellschaftlichen und standesgemäßen Bestimmung aber letztendlich beweist er sie doch. Büchner verzichtet auf eine dramatische Herleitung aller Figuren und Handlungen, spontan und unvermittelt fegen die Geschehnisse nur so dahin. Alles mündet mit der Hochzeit in die marionettenhafte Vorsehung, einem Uhrwerk gleich

Insgesamt eine grandiose Persiflage auf die unnütze und lächerlich erscheinende obere Gesellschaft, die Frankreich bereits 1789 abgeschafft hatte. In Vorbereitung auf die deutsche Revolution 1848 in der Zeit der Romantik geschrieben, doch recht unromantisch in der Ausrichtung, vergleicht man dieses Stück mit dem Eichendorffschen Taugenichts (1826), dafür für eine bessere Welt des Denkens auf den zweiten Blick plädierend wie Voltaires Candide (1759), doch nicht in Konsequenz des Tun (Candide: Wir müssen unseren Garten bestellen.) sondern mit der Zementierung des Nichtstuns durch ein "Dekret" (Valerio) und der Zerstörung der mechanischen Zeit zugunsten der "Blumenuhr", wie der natürlichen Zeiten zu einem "ganzen Jahr zwischen Rosen und Veilchen" (Leonce).

Wortwitz und Zitate führen Büchner in diese Welt. Ein Spaß, der aus Geldmangel entstand, verfeinert wurde und heute noch gegen Langeweile und übertriebene gesellschaftliche Konventionen positioniert und sicherlich zu den bekanntesten und wichtigsten Komödien der deutschen Literatur zählt. Lesenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von K. Preuß
Format:Taschenbuch
LEONCE UND LENA
Lustspiel von Georg Büchner, erschienen 1838; Uraufführung: München, 31. 5. 1895, Intimes Theater. - Das Stück entstand für eine Anfang 1836 angezeigte »Preisaufgabe«, in der die Cotta'sche Buchhandlung 300 Gulden für das beste Lustspiel ausgesetzt hatte. Büchners Manuskript traf jedoch zu spät ein, und er erhielt die Sendung ungeöffnet zurück. Ob der Autor den Text noch weiter bearbeitete, ist nicht eindeutig zu klären. Das Originalmanuskript ging verloren, Karl Gutzkow, der 1838 das Stück als Teildruck im »Telegraph für Deutschland« veröffentlichte, lag eine verschollene Abschrift des Originals aus der Hand Wilhelmine Jaeglés vor. In den Nachgelassenen Schriften gab Ludwig Büchner 1850 eine von ihm redigierte Fassung heraus, die wahrscheinlich auf das verschollene Originalmanuskript des Autors zurückgeht. Neben diesen Ausgaben haben sich drei Entwurfsbruchstücke Büchners erhalten, namentlich ein umfangreicheres der ersten Szene. Somit ist die Komödie nur als ein von zwei Herausgebern unabhängig voneinander gefilterter Text überliefert, der in vielleicht geringem, aber nicht mehr genau erschließbarem Maß vom Original abweichen dürfte.
Das Stück präsentiert sich als kunstvolles Kaleidoskop literarischer Anspielungen und Zitate; bereits Gutzkow fühlte sich an C. Brentanos Ponce de Leon erinnert, stärker hat wohl Shakespeares As you like it (Wie es Euch gefällt) auf die Handlungsstruktur eingewirkt, daneben sind Einflüsse aus Werken von A. v. Chamisso, V. Alfieri, A. de Musset, Th. Gautier und L. Tieck erkennbar.
Der Handlungsgang des Stückes parodiert das gängige Schema der Komödie. Leonce, Prinz des Reiches »Popo«, und Lena, Prinzessin des Reiches »Pipi«, sind einander verlobt, ohne sich zu kennen. Unabhängig voneinander beschließen sie, vor der Hochzeit zu fliehen. Im zweiten Akt treffen und verlieben sie sich, im dritten Akt lassen sie sich am Hofe Popo verheiraten, um sich erst danach als Prinz und Prinzessin zu erkennen. Büchner bemüht sich nicht, das Geschehen aus der Psychologie seiner Figuren zu entwickeln, wie auch die Handlung nicht den herkömmlichen Gesetzen des dramatischen Aufbaus folgt; spannungserzeugende Irrungen und Wirrungen fehlen oder werden ironisch zitiert, auch die Tatsache, daß am Ende der Zuschauer vor den Figuren um deren jeweilige Identität weiß, bleibt ohne dramaturgische Konsequenz, da das Stück insgesamt jedweder Einfühlung des Zuschauers in die Akteure entgegenarbeitet. Die einzelnen Momente der Handlung - der Entschluß zur Flucht, die Begegnung der Flüchtenden und die Entscheidung, sich zu verheiraten - werden nicht entwickelt, sondern setzen abrupt ein. Leonce verkündet spontan seine Absicht, nach Italien zu gehen und dort als »Lazzaroni«, als Faulpelz, zu leben, Lena läßt sich von der plötzlichen Idee ihrer Gouvernante leiten, den Hof zu verlassen. Lenas erster Satz ist Anlaß für Leonce, sich in sie zu verlieben, und auch die Ehe wird ad hoc geschlossen. Der Gang der Handlung ist determiniert, und konsequenterweise erscheinen die Titelhelden auf den Hochzeitsfeierlichkeiten als »Marionetten«, als Automaten: »Nichts als Kunst und Mechanismus, nichts als Pappendeckel und Uhrfedern!«
Dem Stück, lange Zeit als »Rückfall in die bloße Literaturkomödie der Romantik« (F. Gundolf) oder als »romantisch-ironisches Zwischenspiel« (H. Mayer) mißdeutet, ist eine satirisch-subversive Tendenz zu eigen, die neben der Ästhetik der Romantik und der idealistischen Philosophie vor allem auf den Spätabsolutismus des 19. Jh.s zielt; die Form der Komödie ermöglicht dem Autor unter den Augen der Zensur eine verdeckte »Fortführung des Krieges zwischen den >leeren und den vergoldeten Bäuchen<« (H. Plard). Für Prinz Leonce besitzt das Leben keinen Sinn, »Langeweile« grassiert und jede menschliche Tätigkeitsform gerät ihm zur Parodie: »Ich habe alle Hände voll zu tun, ich weiß mir vor Arbeit nicht zu helfen. Sehen Sie, erst habe ich auf den Stein hier dreihundert fünf und sechzig Mal hintereinander zu spucken. Haben Sie das noch nicht probiert? Tun Sie es, es gewährt eine ganz eigene Unterhaltung.« Nur in absurd-melancholischer Form, wobei die Seitenhiebe auf die Unendlichkeitssehnsüchte der Romantiker nicht fehlen dürfen, vermag er an einer Welt zu leiden, in der die einen zu unmenschlichem Müßiggang, die andern zu unmenschlicher Arbeit verdammt sind. In Valerio findet Leonce einen Gleichgesinnten, der ebenfalls »noch Jungfrau in der Arbeit« ist und »eine ungeheure Ausdauer in der Faulheit« besitzt, nicht ohne die Widerstände zu registrieren - schließlich ist er in einem Entwurfsbruchstück des Textes ein Deserteur, den die Polizei verfolgt -, die seinem subjektiven Entwurf von der Welt entgegenstehen: »Es ist ein Jammer. Man kann keinen Kirchturm herunterspringen, ohne den Hals zu brechen.« Während Leonce und Valerio sich weigern, ein »nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft« zu werden (»Lieber möchte ich meine Demission als Mensch geben.«), ist König Peter vom Willen beherrscht, durch Denken der Welt beizukommen: »Der Mensch muß denken und ich muß für meine Untertanen denken, denn sie denken nicht, sie denken nicht. - Die Substanz ist das >an sich<, das bin ich . . . Jetzt kommen meine Attribute, Modifikationen, Affektionen und Akzidenzien, wo ist mein Hemd, meine Hose? Halt, pfui! der freie Wille steht da vorn ganz offen. Wo ist die Moral, wo sind meine Manschetten?« Der deduktive Schematismus der idealistischen Systeme, die die Welt aus einem Axiom zu generieren suchen, gerät in seiner Beliebigkeit und Folgenlosigkeit gegenüber der menschlichen Praxis zur Groteske. Die Staatsräte, um ihre Meinung befragt, antworten im Chor zur Zufriedenheit ihres Herrn: »Ja, vielleicht ist es so, vielleicht ist es aber auch nicht so.«
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