Leonardo da Vinci ist vor allem als Maler berühmt geworden. Seine Mona Lisa ist zweifellos das bekannteste Gemälde der Welt und die erst vor kurzem abgeschlossene Restaurationen des Abendmahls ging durch alle Medien. Außer der Malerei verfolgte Leonardo, der 1451 in dem italienischen Dorf Vinci geboren wurde, aber Zeit seines Lebens noch eine Vielzahl weiterer Interessen: er entwarf Flugmaschinen, Unterseeboote, Fahrräder, ganze Städte und vieles andere. Zurecht gilt er heute als eines der großen Universalgenies.
So ungewöhnlich der Mann war, so ungewöhnlich war auch seine Zeit. Die italienische Renaissance ist für ihre Kunstwerke berühmt. Zu kaum einer anderen Epoche versammelten sich so viele große Künstler auf so kleinem Raum. In dem in Fürstentümer zersplitterten Italien waren u.a. Botticelli, Michelangelo, Tizian und Raffael Zeitgenossen Leonardos. Zugleich war dies aber auch eine Zeit politischer Intrigen und Morde und ständiger Auseinandersetzungen. Die Medici kämpfen in Florenz um die Macht, der berüchtigte Alexander VI. Borgia sitzt auf dem Papstthron und nicht zufällig schreibt Machiavelli in dieser Zeit sein umstrittenes Hauptwerk Der Fürst.
Serge Bramly versucht, einen Blick hinter den Mythos zu werfen. Ein Versuch, der nicht nur durch die eher bescheidene Quellenlage erschwert wird, sondern auch durch Leonardos geheimnisvolles, merkwürdiges Leben selbst (z.B. verfasste er seine privaten Aufzeichnungen in Spiegelschrift) Dennoch gelingt es Bramly ein genaues Bild des Menschen Leonardo zu entwerfen, der besonders durch eine ständige Rastlosigkeit geprägt war, die ihn von einem Projekt zum nächsten trieb. Bramlys Biographie eines außergewöhnlichen Menschen in einer außergewöhnlichen Zeit ist eine ein Muss für alle, die mehr über Leonardo da Vinci erfahren wollen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)