Mann ist natürlich leicht versucht, zuerst auf die Äußerlichkeiten einer Frau zu achten. Leona Naess sieht zweifellos auch recht süß aus, lässt sich aber nicht in die Nische der imagegesteuerten Püppchen aus der Pop-Ecke schieben.
Dafür sind ihre Songs bzw. ihre Arrangements viel zu feinsinnig, zu traditionell, zu wenig Mainstream-Radio-kompatibel.
Obwohl hier alles recht unaufdringlich daherkommt, wachsen einem nach mehrmaligen Hören die Songs schnell ans Herz. Das liegt zum einen an Leonas süßer, jugendlicher Stimme, die zwar nicht so variantenreich ist, aber trotzdem überzeugt. Zum anderen natürlich mal wieder an Ethan Johns (Ryan Adams, Tift Merritt, Chris Stills, Kings of Leon) der als Produzent und Musiker mitwirkt. Der Mann hat einfach Klasse. Er führt die junge Frau Naess, gemeinsam wenigen Mit-Musikern und entsprechend einfachen Mittel zum Erfolg. Sehr geschmackvolle Arrangements, mit viel Akustikgitarren, Piano Tupfern und oft auch einem Violinen/Cello-Trio, die sich zum größten Teil in balladesken Gefilden bewegen.
Eine herrliche Platte zum genüßlichen Entspannen.