Es ist mir ein absolutes Rätsel, warum es so viele, auch moderne Kinderbücher nicht schaffen, wirklich kindgerecht zu sein. Immer wieder findet man Grobheiten in Wort und Bild, und dieses Buch macht da keine Ausnahme. Ein Matrose ist bei seinem Sturz von Bord zum Glück nicht (wortwörtlich) ersoffen, dafür wirft der Kapitän einem anderen den Wasserkrug an den Kopf, um kurz darauf (wieder wortwörtlich) schaurig stöhnend über die Reling zu kotzen.
Unsereins kratzt sich beim Vorlesen verwundert am Kopf und fragt sich: "Hm, kann man das nicht anders darstellen?" Sogar unserem 4-jährigen Sohn ist das aufgefallen, der mich direkt fragte: "Aber sowas macht man doch nicht, Papa. Oder?"
Jetzt kann man sich in die Argumentation flüchten, dass diese Art der Auseinandersetzung, was man tut und was nicht ja gerade zum Lerneffekt des Büchleins gehören. Schade nur, dass diese Erkenntnis beim jungen Publikum garantiert nicht ankommt, so wenig wie die -eigentlich sehr wichtige- Moral von der Geschichte, dass jeder seinen eigenen Weg gehen kann und nicht nur Erwartungen erfüllen soll. Die geht vor lauter Zwist unter den Piraten nämlich verloren. Schade.