Es handelt sich um eine Alltagsgeschichte zu Beginn der Naziherrschaft. Mißgunst, Neid und andere menschliche Unzulänglichkeiten schlagen, gepaart mit Denunziantentum, um in Judenhass und Verfolgungslust. Ein Schuhfabrikant (Leo) lässt von einer Fotografin (Claire) Werbefotos für seine Firma machen. Claire passt in ihrem Auftreten nicht ins kleinbürger-spießbürgerliche Schema. Und da die Zeit es opportun sein lässt, Juden anzuzeigen, wird die knisternde Spannung zwischen beiden genutzt, sie anzuzeigen und zu denunzieren. Und alle "braven Bürger" tun sich hervor durch ein bißchen mehr Gemeinheit, als die Zeit ohnehin schon besitzt (die abtransportierten Juden werden vom LKW gestoßen und können nicht einfach runterklettern).
Großartige schauspielerische Leistungen der leisen Töne lassen in die Abgründe menschlicher Verhaltensweisen schauen, aber auch ein atemberaubendes Spiel von Zuneigung und Zurücknahme erlebbar machen.