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Leo & Claire
 
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Leo & Claire

Michael Degen , Suzanne von Borsody , Joseph Vilsmaier    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Rezensionen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Als Regisseur hat Joseph Vilsmaier eine Vorliebe für Stoffe, die in der Zeit des Nationalsozialismus angesiedelt sind. Nach Stalingrad, den Comedian Harmonists und dem Biopic Marlene wendet sich Vilsmaier mit der dramatischen Liebesgeschichte Leo und Claire erneut dieser Epoche zu. Nach Motiven der Dokumentation Der Jude und das Mädchen von Christiane Kohl schildern Vilsmaier und sein Produzent und Drehbuchautor Reinhard Klooss die authentische Geschichte des jüdischen Kaufmanns Leo Katzenberger, der wegen einer angeblichen Affäre mit der jungen Fotografin Irene Scheffler hingerichtet wird.

Leo Katzenberger betreibt im Nürnberg der 30er-Jahre ein florierendes Schuhgeschäft. Der Lebemann und patriotische Deutsche hat eine Vorliebe für schöne Frauen, ist aber dennoch glücklich mit seiner Frau Claire verheiratet. Als die junge, exzentrische Fotografin Irene Scheffler in eine seiner Mietswohnungen im Hinterhaus zieht und dort ihr Atelier eröffnet, beginnt eine Freundschaft, die den beiden den Neid und die Missgunst der anderen Hausbewohner einbringt. Die Nachbarn bezichtigen die beiden im Bund mit der NS-Hetzpresse der Rassenschande. Leo will die Gefahr nicht wahrhaben, doch schließlich kommt es zum Prozess.

Schauspieler in Kostümen laufen durch Kulissen -- diese für Vilsmaiers Filme typische Beschreibung trifft leider auch auf Leo und Claire zu. Vielleicht hätte der Film in Schwarz-Weiß inszeniert mehr an historischer Tiefe gewonnen. Dem exzellenten Schauspielensemble ist es zu verdanken, dass die Charaktere dennoch mit Leben gefüllt werden und die Geschichte um Liebe und Denunziation glaubwürdig ist. Insbesondere Michael Degen, der als Jude den Nationalsozialismus mit seiner Mutter versteckt in Berlin überlebte (Nicht alle waren Mörder), verleiht Katzenberger die nötige Tiefe, gepaart mit einer kraftstrotzenden Lebenslust, die ihm zum Verhängnis wird. Franziska Petri (Vergiss Amerika) betört als lolitahafte Femme fatale, Jochen Nickel, Andrea Sawatzki und Axel Milberg bringen die Atmosphäre des spießigen Kleinbürgermilieus zum Greifen nah. In eindrucksvollen Nebenrollen überzeugen Dietmar Schönherr als jüdischer Anwalt und Kai Wiesinger als Gestapo-Mann. Einzig Suzanne von Borsody bleibt in der Titelrolle etwas schwach, da die Inszenierung ihrer Figur gar zu wenig Raum lässt.

Der Film wurde an Originalschauplätzen in Nürnberg und Jerusalem gedreht, aber die Kulissen der Bavaria-Studios machen jegliche Anstrengung Vilsmaiers zunichte, seine Bilder des Alltags im Dritten Reich realistisch erscheinen zu lassen. Dies ist umso bedauerlicher, als der Film gerade von der treffsicheren Schilderung der ganz normalen kleinen Leute lebt, die im NS-Staat zum klassischen Mitläufer werden. Ihr durchaus bewusstes Handeln weiß Vilsmaier genauso überzeugend zu vermitteln wie die schrittweise Vernichtung des jüdischen Lebens in Deutschland -- von der kleinen Demütigung über Drohungen bis hin zur körperlichen Gewalt. Das hilft über so manche Schwäche hinweg. --Birgit Schwenger

Amazon.de DVD-Bewertung

Die DVD enthält umfangreiche Textinfos zu Cast und Crew. Desweiteren gibt es Interviews mit Vilsmaier, Produzent Reinhard Klooss und den Darstellern Michael Degen, Franziska Petri und Axel Milberg. Leider sind diese Interviews recht kurz gehalten und beinhalten hauptsächlich Statements über die Figuren und die Geschichte. Schade, dass die Möglichkeit nicht genutzt wurde, Michael Degen vor dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte über seine Rolle sprechen zu lassen. Ebenso bedauerlich ist es, dass die DVD kein Material über die historischen Ereignisse sowie die Dokumentation Der Jude und das Mädchen von Christiane Kohl bietet, die dem Film zu Grunde liegen. Ein Vergleich mit dem Buch sowie eine Darstellung der realen Geschehnisse wäre sehr interessant gewesen. So beschleicht einen ein wenig das Gefühl, dass beim Bonusmaterial nur die Reste verwertet worden sind. Auch die Aufnahmen der B-Roll, die Aufnahmen von den Dreharbeiten sowie andere Kameraperspektiven bieten, vermitteln diesen Eindruck. Daraus hätte man definitiv mehr machen können. --Birgit Schwenger

Video Jakob Kurzinhalt

"Die lückenlos dokumentierte Geschichte einer Freundschaft zwischen der jungen, attraktiven Photographin Irene Scheffler und dem jüdischen Kaufmann Leo Katzenberger. Hitlers willige Vollstrecker im Häuserblock sorgen mit beharrlicher Denunziation dafür, dass er hingerichtet wird und sie ins Zuchthaus kommt. Auch nach dem Krieg findet sie vor deutschen Gerichten keine Gerechtigkeit."

VideoMarkt

Der lebenslustige Jude Leo Katzenberger betreibt in Nürnberg einen gutgehenden Schuhhandel und ist glücklich mit Claire verheiratet. Da bezieht eines Tages die junge, attraktive Fotografin Irene eine seiner Wohnungen. Wegen der angeblichen Affäre mit seiner Mieterin von den Nachbarn und der NS-Hetzpresse der Rassenschande bezichtigt, muss Leo bald um sein Wohlergehen bangen. Doch lange will er einfach die Gefahr nicht wahrhaben, in der er sich als Jude befindet. Als er sich schließlich zur Flucht entscheidet, ist es zu spät...

Video.de

Joseph Vilsmaier, seit "Comedian Harmonists" und "Marlene" Spezialist für historische Stoffe, hat sich erneut der Ära des Nationalsozialismus zugewandt. Sein trefflich besetztes Drama lebt vom Spiel des sympathisch-tiefgründigen Titelhelden Michael Degen und dessen Partnerin Nina Petri. Sie balanciert als Irene gekonnt zwischen unschuldiger Naivität und verführerischer Divenhaftigkeit. Vilsmaier, auch hier wieder als Kameramann tätig, findet packende Bilder für Leos unweigerlichen Untergang, der dennoch wohl nur Genreliebhaber interessieren dürfte.

Blickpunkt: Film

Historische Stoffe sind seine Leidenschaft: Nach 'Stalingrad', 'Comedian Harmonists' und zuletzt 'Marlene' nimmt sich Joseph Vilsmaier mit 'Leo und Claire' der authentischen Geschichte des jüdischen Kaufmanns Leo Katzenberger an, dessen Fall bereits in Stanley Kramers oscarprämierten 'Das Urteil von Nürnberg' für stargespickte Aufmerksamkeit sorgte.

Auch die deutsche Produktion ist stargespickt, die Besetzungsliste liest sich wie das Einmaleins des deutschen Films. Allen voran Michael Degen in der Rolle des Leo Katzenberger, der der Figur des lebensfrohen, erfolgreichen Geschäftsmanns, überzeugten Staatsbürgers und liebevollen Familienvaters Tragik und Tiefe zu verleihen vermag. Franziska Petri ('Vergiss Amerika') gewinnt ihrer Irene Scheffler zwischen Femme Fatale und naivem Mädchen Profil ab, obwohl sie gerne zum leichtbekleideten Posieren in Fensternähe genötigt wird. Auch Suzanne von Borsody als Gattin Claire gibt ihr Bestes, wenngleich ihrer Figur, gerade als 'Titelheldin', durchaus mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu wünschen wären.
Die Drehbuchautoren Reinhard Klooss und Klaus Richter rücken bei der Adaption der auf Tatsachen beruhenden Geschichte nach Motiven von Christiane Kohls Dokumentation 'Der Jude und das Mädchen' nämlich nicht den Flirt des Kaufmanns mit der schönen Fotografin in den Vordergrund, sondern die dramatische Entwicklung der Ehe von Leo und Claire Katzenberger, die alle Herausforderungen und Zerwürfnisse übersteht. Die Geschichte spielt zwischen 1933 und '42 vor allem in jenen Nürnberger Hinterhöfen, in denen der angesehene Inhaber der Schuhgeschäfte Katzenberger der jungen, blonden und für die Meinung ihrer Mitbewohner viel zu exzentrischen Fotografin Irene ein Studio vermietet. Bald dichten die Hinterhof-Saubermänner und -Frauen dem Vermieter und der Mieterin ein Verhältnis an, wobei der Film offen lässt, ob die Freundschaft der beiden übers rein Platonische hinausgeht. Die Denunziation der Nachbarn führt zu ihrer Verhaftung. In einem skandalösen Prozess voll tiefster Demütigungen wird Leo Katzenberger zum Tode verurteilt. In seinen letzten Stunden spendet ihm allein der Briefwechsel mit seiner Frau Trost und Kraft. Wie aus dem aus Sozialneid und Frustrationen geborenen Denunziantentum ganz normaler kleiner Leute, die sich über die Konsequenzen ihres Tuns wohl durchaus im klaren waren, eine große persönliche Tragödie entsteht - diesen Aspekt hebt Vilsmaier immer wieder hervor, ihm ordnet er allerdings auch differenziertere Charakterzeichnungen unter.
Er konzentriert sich vor allem auf die Schilderung der klatschsüchtigen 'Hinterhofidylle', die Leo schließlich zum Verhängnis wird. Dort, in den Mietwohnungen seines Häuserblocks, wo der Sexualfrust seine schönsten Blüten treibt, bleibt das Studio-Ambiente hölzern, auch wenn Andrea Sawatzki und Jochen Nickel als Ehepaar Steinheil und Axel Milberg als schweigsamer Hausmeister Akzente zu setzen wissen.
Vilsmaier, der wie immer selbst die Kamera führte, gelingen überzeugende Bilder für den infamen Alltag im Dritten Reich, von der kleinen Demütigung des jüdischen Geschäftsmanns über massive Drohungen bis zur nackten Gewaltanwendung, und vor allem zum Ende hin gewinnt der Film emotional an Tiefe. boe.

Blickpunkt: Film Kurzinfo

Alltags- und Liebes-Geschichte im Dritten Reich um einen jüdischen Kaufmann, der in Nürnberg Opfer einer Denunzierung wird.

Kurzbeschreibung

Die lückenlos dokumentierte Geschichte einer Freundschaft zwischen der jungen, attraktiven Photographin Irene Scheffler und dem jüdischen Kaufmann Leo Katzenberger. Hitlers willige Vollstrecker im Häuserblock sorgen mit beharrlicher Denunziation dafür, dass er hingerichtet wird und sie ins Zuchthaus kommt. Auch nach dem Krieg findet sie vor deutschen Gerichten keine Gerechtigkeit.

Produktbeschreibungen

Eurovideo Leo und Claire, USK/FSK: 12+
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