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Leo Africanus
 
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Leo Africanus [Taschenbuch]

Amin Maalouf
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (19. Juni 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518396218
  • ISBN-13: 978-3518396216
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 10,9 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 297.640 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Amin Maalouf
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Amin Maalouf wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1976 als Journalist und Schriftsteller in Frankreich. Er bereiste über sechzig Länder und gilt als anerkannter Spezialist für Fragen der arabischen Welt und der Beziehungen zwischen Okzident und dem Nahen Osten. Amin Maalouf war Chefredakteur der Wochenzeitschrift An Nahar International sowie des Magazins Jeune Afrique, während des Vietnamkriegs und der Islamischen Revolution arbeitete er als Kriegsberichterstatter.
Als Buchautor hat er bereits mehrere Romane veröffentlicht.
Im August 2000 wurde bei den Salzburger Festspielen (in Zusammenarbeit mit der finnischen Komponistin Kija Saariaho) die erste Oper nach einem Libretto des Autors uraufgeführt: L'amour de loin.
1993 erhielt er den Prix Goncourt, 2010 den renommierten Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bjrn
Format:Taschenbuch
Auch dieses Buch von Amin Maalouf sticht aus dem üblichen Genre des Historischen Unterhaltungsromans wieder sehr deutlich heraus.

Erzählt wird aus der vom Autor so meisterlich beherrschten Ich-Perspektive das Leben von Hassan al-Wazzan, der später, zumindest zwischenzeitlich, den Namen Leo Africanus angenommen hat.

In Granada/Andalusien 1490 geboren, erlebt er als kleiner Junge die grausame Vertreibung durch die Kastillianer, flieht mit seiner Familie in den Maghreb, wo er in Fes bis zum Alter von ca. 25 Jahren lebt. Er beschreibt seine bewegte Jugend in vielen Detaills, es werden dem Leser viele spannende Einblicke in sein durch den Islam geprägtes Familienleben gewährt, Freundschaften, persönliche Dramen und Abenteuer reissen den Leser in seinen Bann.

Hassan wird ein reicher Händler, erlebt sehr spannende Abenteuer auf seinen zahlreichen Reisen als Kaufmann und als Diplomat und erlfährt dabei immer wieder Erfolg und völligen Niedergang, er verliert alles, muss fliehen um dann wieder vom Glück, bzw. von Gott begünstigt zu werden. Es entstehen nahe und innige Freundschaften die teilweise sein ganzes Leben anhalten, was man von seinen eher tragischen Beziehungen zu Frauen nicht unbedingt sagen kann.

Seine Pilgerreise nach Mekka wird so differenziert beschrieben, seine Gotteserfahrung so bewegend dagestellt, dass für mich als Nicht-Moslem das Verständnis für diesen spirituellen Ausdruck des Islams deutlich gewachsen ist. Maalouf selber ist ebenfalls kein Moslem, sondern Christ, kann aber mit beeinduckendem Einfühlungsvermögen Hassan's religiöse Erfahrung beschreiben.

Dies alles geschieht vor dem geschichtlichen Hintergrund des Siegeszuges des überaus machtvollen Osmanischen Reiches, welches große Teile des Mittelmehrraums vierhundert Jahre bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein beherrschte.

Mit dreißig wird Hassan nach Rom verschleppt und erfährt dort im Vatikan in großer Nähe zu drei verschiedenen Päpsten verschiedene Seiten des damaligen päpstlichen Lebens mit all seiner Verschwendungssucht, Vetternwirtschaft (Kardinalstitel wurden z.B. für viel Geld an eigene Vettern und Günstlinge vergeben) Dekadenz und politischem Machtstreben. Auch hier bewegt er sich zwischen Begünstigung und Ungande. Leo Africanus wird zudem getauft, die für mich einzig nicht so gut nachvollziehbare Szene des Buches, das geht mir zu glatt, zu widerstandslos, da Hassan doch zuvor ein sehr gebildeter und gläubiger Moslem war.

Die durch Luther's Reformation hervorgerufenen politisch/militärischen Unruhen ergreifen schließlich ganz Europa, auch bis nach Rom breitet sich der Krieg aus, Leo muss wieder einmal (nun vor sächsischen (deutschen) Landsknechten) fliehen, wird ihm dies auch diesmal gelingen?

Neben der wirklich spannenden Handlung besticht das Werk zudem durch die hohe Differenziertheit, den großen Humor, die wirklich ergreifenden spirituellen Erfahrungen und Betrachtungen des Protagonisten und nicht zuletzt durch die geschliffene Sprache - so manchen Satz habe ich mir nochmal laut vorgelesen und ihn mir auf der Zunge zergehen lassen.

Nach der Lektüre dieses großartigen Romans hat man allerdings das Problem, dass der eigene Anspruch weiter gestiegen ist und man nicht leicht wieder einen so guten und niveauvollen historischen Roman finden wird. Empfohlen seien hier z.B. die übriegen Werke von Maalouf, Eco's "Baudolino", Pressfields "Königin der Amazonen" und "Sparta" oder Finney's "Glorianas Fackel".
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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ist es richtig, dass es bis 1492 auf europäischem Boden ein Königreich mit einem Sultan an der Spitze gegeben hat ? Ja, es ist richtig. Es handelt sich um das Sultanat Granada in Andalusien. Stimmt es, dass es im Maghreb solche Städte gegeben hat, die sich vornehmlich mit Flüchtlingen aus Andalusien bevölkert haben, die bei der Rückeroberung Spaniens durch christliche Herrscher vertrieben wurden ? Durchaus. Fes ist eine solche Stadt. Hat es um jene Zeit in Tumbuktu wirklich einen mächtigen Herrscher gegeben, der über weite Teile Schwarzafrikas geherrscht hat ? In der Tat : der Aksia Mohammed Touré (1493-1528) war ein solcher Herrscher. Ist es wahr, dass in Kairo tscherkessische Mamelucken an der Macht waren, bis sie von den Ottomanen gestürzt wurden ? Ja, so geschah es im Jahr 1517. Und stimmt es, dass Rom 1527 von den Truppen Karls V. - Kastiliern und deutschen Landsknechten - geplündert wurde ? Ja, so war das ; diese Episode ist als „Sacco di Roma" in die Geschichte eingegangen. Schließlich und endlich : Hat es eine historische Gestalt gegeben, die, in Granada geboren, in Fes aufgewachsen, mit Afrika bis Tumbuktu hinein vertraut, in Kairo und Konstantinopel heimisch, alle diese Kulturkreise gekannt und miterlebt hat ? Und die, von Korsaren entführt, am Hof von Papst Leo X. landete, von ihm adoptiert wurde, zum Katholizismus konvertierte, von nun an Johann Leo von Medici hieß und Geograph des Papstes wurde ? Die schließlich ihren Lebensabend wahrscheinlich daheim in Nordafrika verbrachte, wo sie zu ihrer ursprünglichen Religion, dem Islam, zurückgefunden haben soll ? Jawohl, diese Gestalt hat es gegeben. Johann Leo von Medici war erst ihr nachträglicher Name, ihr ursprünglicher war Hassan al-Wazzan. Geboren wurde er 1490 im damals noch muslimischen Granada, und hinterlassen hat er wirklich eine Beschreibung Afrikas, eines der ersten Bücher über den Schwarzen Kontinent überhaupt. Aber es ist unwahr, dass der Mann außerdem eine eigene Lebensbeschreibung hinterlassen hat, die er als eine Art Vermächtnis an seinen Sohn konzipiert hat. Dies ist eine - durchaus gelungene - Fiktion des Schriftstellers Amin Maalouf, der das Kunststück vollbringt, dieses farbenprächtige, atemberaubende Epos auf weniger als 500 Seiten unterzubringen. Erzählt wird dennoch nicht um des bloßen Erzählens willen. Aus der Erzählung hebt sich eine Botschaft - an seinen Sohn, also auch an die Nachwelt, an uns - ab, die in folgenden Worten gipfelt : „Wenn der Geist der Menschen eng erscheint, so sage dir, dass Gottes Erde weit ist, dass groß auch seine Hände sind und groß sein Herz. Zögere nie fortzugehen, hinweg über alle Meere, hinweg über alle Grenzen, alle Heimatländer und alle Religionen". Dies ein kaum verschlüsselter, verhalten zuversichtlicher Appell an die Toleranz, aber auch eine Ermutigung, vor allen Dingen die eigenen Grenzen zu durchstoßen bzw. zu erweitern, um zu einem gedeihlicheren Miteinanderleben zu finden. Der Zusammenstoß der drei großen monotheistischen Religionen - Islam, Judentum und Christentum - im mittelalterlichen Spanien gab immer wieder Anlass, hierüber nachzudenken. Wer sich in diese Welt vertiefen möchte, der lese zum Beispiel auch Lion Feuchtwangers „Jüdin von Toledo". Ein wohl kongeniales Werk.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Keineswegs fiktiv 30. Juli 2004
Format:Taschenbuch
Diese Biographie mag in ihren Details durchaus erfunden sein, aber Leo Africanus lebte von 1485 bis 1554. Er "studierte" in Fez und begleitete seinen Vater auf diplomatischen Wegen. Er wurde noch jung (an die 30) von Piraten entführt und Papst Leo X. als intelligenter Sklave zum Geschenk gemacht. Der Papst ließ in frei, nachdem sich Leo Africanus (dann Johannis Leo di Medici)zum Christentum bekannte. Die Karte, die er von Afrika zeichnete, war jahrhundertelang DIE Karte Afrikas in Europa. Es liegen auch Reiseberichte vor. Eine kleine Anekdote: Wissen Sie warum "Timbuktu" so weit weg ist? Nach der Beschreibung Africanus' galt Timbuktu (im heutigen Mali gelegen, weil muslimisch, für die Christen Europas als "unzugänglichste Stadt".
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